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WIRTSCHAFT UND ARBEIT |
ARBEIT UND BERUF
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Mittwoch, den 11. April 2012 um 18:27 Uhr
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Von Wolfgang Arndt
Es gibt nicht viele Leute, die die Schlecker-Märkte wirklich vermissen. Das liegt an der angestaubten Aufmachung der Läden und am Image von Schlecker. Aber es ist nicht in Ordnung, dass über 10.000 Beschäftigte ihre Arbeit und ihren Lebensunterhalt verlieren. Vollzeitarbeitsplätze mit tariflicher Bezahlung, wie sie bei Schlecker erstritten wurden, sind gerade für Frauen rar.
Die Beschäftigungsmöglichkeiten im Handel sind schlecht, es gibt schon 300.000 arbeitslose Verkäufer, denen 250.000 offene Stellen gegenüberstehen. Währenddessen hat die Schlecker-Familie durch Ehevertrag und Erbschaften ihr unternehmerisches Risiko auf null reduziert. Die Beschäftigten tragen nicht die Verantwortung für die Misere, aber sie müssen dafür bezahlen. Tausende Frauen stehen nach jahrelanger aufreibender Arbeit und Mühe nun vor Hartz IV. Das ist eine Ungerechtigkeit, aber nicht die einzige. Die Transfergesellschaft wäre eine kurzfristige Lösung gewesen, die Weiterführung als Mitarbeitergesellschaft hätte den Beschäftigten eine weitere Perspektive bieten können. Für beides wurden aber die erforderlichen Kredite von 70 Mio. verweigert. Während für die Bankenrettung und die Gläubigerabsicherung das Geld der Steuerzahler bergeweise ausgegeben wird, gab es für Beschäftigte nichts. Das ist das Gegenteil von sozialer Gerechtigkeit.
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