|
WIRTSCHAFT UND ARBEIT |
ARBEIT UND BERUF
|
|
Freitag, den 20. April 2012 um 07:04 Uhr
|
Die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) des Bistums Speyer spricht sich für einen gesetzlichen Mindestlohn von 9,70 Euro in Deutschland aus. Die sozialen Verwerfungen in Deutschland und Europa nehmen nach Ansicht der KAB weiter zu. Damit muss jetzt Schluss sein, fordert Günter Schlosser, KAB-Diözesanvorsitzender. Die Devise muss lauten: „Fair teilen statt sozial spalten!“ Es ist ein politischer Skandal, dass immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland trotz Erwerbsarbeit nicht ihr Leben und das ihrer Familie finanzieren können.
Seit 2005 sind die Ausgaben für Aufstocker, die trotz Arbeit in Armut leben, um 400 Prozent gestiegen. In einer auf Konsum und Profitmaximierung orientierten Gesellschaft werden alle Formen der Arbeit entwertet und die Würde des Menschen angegriffen. 25 Prozent der Arbeitsverhältnisse sind im Niedriglohnbereich. Faire Löhne brauchen einen gesetzlichen Mindestlohn.
Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands fordert die Bundesregierung auf, die Rahmenbedingungen für Gute Arbeit zu verbessern. Dumpinglöhne sind versteckte Unternehmenssubventionen. Die Anzahl der Jobs, die durch Lohnkosten-Zuschüsse gefördert werden und staatliche Leistungen, die nach dem SGB II aufgestockt werden, sind von 22,9 auf 27,6 Prozent angestiegen.
Allein im letzten Jahr hat der Bund 1,6 Milliarden Euro für Lohnzuschüsse an Geringverdiener gezahlt. Statt Arbeitgeber mit Lohnkosten-Zuschüssen zu Billigjobs zu ermuntern und Armut trotz Arbeit zu produzieren, müssen die versteckten Unternehmenssubventionen abgebaut werden.
Billigjobs sind prekär, haben keine Tarifbindung und produzieren Armut im Alter, da eine ausreichende soziale Sicherung fehlt. Die KAB fordert das Ende menschenunwürdiger Löhne. Es wird Zeit, dass alle Arbeitnehmer einen sozial gerechten Lohn erhalten. Der Niedriglohnsektor muss weg. (spa)
|