BECHER UND DIE GEGENWART

VIDEOS

URLAUB UND FREIZEIT

MENSCHEN

LESERBRIEFE

JUGENDMAGAZIN

MEIST GELESENE ARTIKEL

NATUR UND UMWELT

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

MODE UND LIFESTILE

SOCIAL-BOOKMARKING

Hinzufügen zu: Facebook Hinzufügen zu: Mr. Wong Hinzufügen zu: Webnews Hinzufügen zu: Windows Live Hinzufügen zu: Favoriten.de Hinzufügen zu: Linksilo Hinzufügen zu: Readster Hinzufügen zu: Linkarena Hinzufügen zu: Del.icoi.us Information

AKTUELLE MELDUNGEN

Von Hansgerd Walch In einer harmonisch verlaufenen Mitgliederversammlung des FC Speyer 09 wurde der Vorstand einstimmig...
Die Interessengemeinschaft der Behinerten und ihrer Freunde (IBF) bietet allen Kunst- und Kulturinteressierten - erstmal...
Den zweiten Platz und die Auszeichnung "Kleiner Stern des Sports" in Silber im Bundesland Rheinland-Pfalz geht...

Bistumsarchiv erhält Bettinger-Nachlass aus St. Ingbert
Drucken
GESELLSCHAFT UND KIRCHE | AUS DEN KIRCHEN
Montag, den 10. April 2017 um 10:33 Uhr
Vor 100 Jahren, am 12. April 1917, starb der aus der Pfalz stammende Münchener Erzbischof Franz von Bettinger. Aus Anlass des Jahrestages hat Ruth Weiland aus St. Ingbert-Rohrbach, deren Großmutter mütterlicherseits eine Nichte des Kardinals war, Unterlagen aus dem privaten Nachlass des Geistlichen an das Bistumsarchiv Speyer übergeben, da sie nicht wollte, dass die Akten eines Tages im Container landen könnten.  Daher fiel ihr der Entschluss leicht, sich von Fotos, Briefen und Büchern zu trennen und sie mit der Übergabe an das Archiv historisch Interessierten dauerhaft zugänglich zu machen.

Die Archivalien geben Einblick in das Leben eines Mannes, der in einer kinderreichen Handwerkerfamilie aufwuchs und Anfang des 20. Jahrhunderts eine der bedeutendsten Positionen in der deutschen Kirche innehatte. Franz Bettinger, 1850 als Sohn eines Hufschmieds in Landstuhl geboren, wirkte nach der Priesterweihe in Speyer 1873 zunächst als Kaplan in Zweibrücken, Kaiserslautern und Reichenbach. Es folgten Pfarrstellen in Lambsheim und Roxheim. Bettinger galt als engagierter Seelsorger mit Organisationstalent und sozialem Interesse. Daher erhielt er 1895 eine Domkapitularsstelle und wurde zudem Dompfarrer. Da es in Speyer in dieser Zeit nur eine Pfarrei gab, war Bettinger unterstützt von drei Kaplänen für die seelsorgliche Betreuung von rund 10.000 Katholiken zuständig. Besondere Verdienste erwarb er sich beim Bau des Sankt-Vincentius-Krankenhauses sowie bei den Vorbereitungsarbeiten zur Errichtung der Josefskirche. Wesentlichen Anteil hatte der Dompfarrer am Zustandekommen des Wahlbündnisses zwischen der katholischen Zentrumspartei und der SPD, durch das in den Jahren 1899 bis 1909 die Vormacht der Nationalliberalen in der Pfalz gebrochen werden konnte. 

1909 wurde Bettinger zum Domdekan ernannt. Doch schon kurz darauf nominierte ihn der bayerische Prinzregent Luitpold überraschend zum Münchener Erzbischof. Nach der päpstlichen Ernennung empfing er am 15. August 1909 die Bischofsweihe. Wie damals üblich, wurde der Erzbischof im folgenden Jahr in den bayerischen Personenadel erhoben.
Aus dem Privatnachlass geht hervor, dass die Verbindungen in die pfälzische Heimat bestehen blieben. So trafen zu Bettingers Namenstag Anfang Oktober 1910 zahlreiche Glückwunschschreiben aus dem Bistum Speyer in München ein. Besonders feierlich fielen die Glückwünsche zur Kardinalserhebung 1914 aus. Mit einem kunstvoll gestalteten Dokument erinnerten die Speyerer Domkirchenverwaltung sowie die Vereine der Stadt an die Verdienste des ehemaligen Dompfarrers. Nach der Nachricht aus Rom habe ein "heller Jubelton … ganz Bayern, vornehmlich aber die Gaue unserer Pfalz“ durchbraust. Kurz zuvor hatte der Architekt Albert Boßlet, auf den viele Kirchen im Bistum Speyer zurückgehen, dem Erzbischof eine Ausgabe der Monatsschrift „Die Christliche Kunst“ samt persönlicher Widmung zukommen lassen. Auf Fotos aus dem Nachlass wird Bettingers zusätzliche Funktion als Feldpropst der bayerischen Armee nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges sichtbar. Aufgrund seines Alters überließ der Kardinal die Bewältigung der Aufgaben in der Militärseelsorge allerdings weitgehend dem Speyerer Bischof Michael von Faulhaber. Eine weitere Fotoserie erinnert an den plötzlichen Tod Bettingers, der am 12. April 1917 einen Schlaganfall erlitt. Die Beisetzung fand an einem trüben Regentag in der Krypta des Liebfrauendomes statt. Der Nachfolger kam mit Michael von Faulhaber erneut aus Speyer. Für das Bistumsarchiv sind die Unterlagen ein Glücksfall. "Durch die Archivalien wird ein Kapitel Speyerer Diözesangeschichte wieder lebendig, das bei vielen in Vergessenheit geraten ist", so Archivleiter Dr. Thomas Fandel.(cm/Foto:privat)
 

 

Kommentare können erst nach einer Anmeldung auf unserer Seite abgegeben werden.
Neue Einträge werden erst nach Freischaltung sichtbar.