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Kirchenpräsident Christian Schad beim Neujahrsempfang: "Mutig voran" als Leitmotiv protestantischer Überzeugungen
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GESELLSCHAFT UND KIRCHE | AUS DEN KIRCHEN
Samstag, den 13. Januar 2018 um 23:13 Uhr
"Mutig voran" – das Motto des Unionsjubiläums, mit dem die Evangelische Kirche der Pfalz in diesem Jahr an die Vereinigung der reformierten und der lutherischen Gemeinden vor 200 Jahren erinnert, ist nach den Worten von Kirchenpräsident Christian Schad zugleich Leitmotiv und Kernsatz wahrer protestantischer Überzeugungen. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse sei die Kirche aufgerufen, klar Stellung zu beziehen: für eine gerechte, mitmenschliche und demokratische Gesellschaft und gegen Hetze und Hassparolen, sagte Schad beim Neujahrsempfang vor zahlreichen Ehrengästen, an der Spitze Landtags-Vizepräsidentin Barbara Schleicher-Rothmund (SPD), im Landeskirchenrat in Speyer am Donnerstag.

"Hätten wir etwa schweigen oder uns wegducken sollen, als vor wenigen Tagen Vertreter der NPD vor dem Landeskirchenrat eine Demonstration durchführten unter dem Motto ‚Lasst die Kirche im Dorf und die Glocken im Turm‘ – gemeint waren die mit nationalsozialistischen Inschriften?" Es sei auch die einzig richtige Entscheidung gewesen, dass die beiden Kandeler Kirchengemeinden nach der Tötung der 15-jährigen Mia ihre Gotteshäuser öffneten. "Damit boten sie einen Raum der Stille und der seelsorgerlichen Begleitung als Kontrapunkt zu den vereinfachenden Parolen auf der Straße", sagte Kirchenpräsident Schad vor Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft.
Kritik, die evangelische Kirche äußere sich zu sehr tagespolitisch, begegnete Kirchenpräsident Schad mit dem Hinweis auf die protestantische Geschichte: Gerade die Protagonisten der Union hätten erkannt, dass das Evangelium eine "res publica", also eine "öffentliche Botschaft", sei. Demnach gebe es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem reformatorischen Emanzipationspotenzial, das sich unter anderem auch in der presbyterial-synodalen Ordnung der protestantischen Kirche zeige, und der frühen Demokratiebewegung in Deutschland, so Schad.
Die innerevangelische Union von 1818, die in diesem Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen in den Lokalunionsgemeinden und einem zentralen Fest im September in Kaiserslautern gefeiert wird, sei auch sinnbildlich für einen hoffnungsvollen Neubeginn nach schmerzlicher Trennung und für ein vertrauensvolles ökumenisches Miteinander, erklärte der Kirchenpräsident. Er stellte bei dem von Pfarrer Jens Bunge und Marcus Armani musikalisch begleiteten Neujahrsempfang eine eigens für das Jubiläum geschaffene Farbradierung vor. Darin hat der Neustadter Künstler Gerhard Hofmann die Geschichte der Union eindrücklich ins Bild gesetzt.
Vom November 1817 bis zum Februar 1818 hätten 25 pfälzische Gemeinden die Akten ihrer bereits auf örtlicher Ebene vollzogenen Vereinigung beim Speyerer Konsistorium eingereicht, weitere Lokalunionen seien diesem Beispiel gefolgt. Eine Abstimmung unter den "Haushaltsvorständen" habe schließlich eine Mehrheit von über 98 Prozent für die Union ergeben. Es sei somit "kein Übertritt der einen Partei zur anderen, sondern innige Verschmelzung in eine einzige, rein protestantische Konfession" zustande gekommen, zitierte Schad in seinem geschichtlichen Abriss den damaligen Vorsitzenden der General-Synode in Kaiserslautern, Johann Wilhelm Fliessen.
"Was jahrhundertelang Reformierte und Lutheraner spaltete, war in einem denkwürdigen Augenblick überbrückt", sagte Schad. Die Protestantische Landeskirche verstehe die innerevangelische Union von damals als Einladung zur Ökumene heute. Zum Auftakt der Festwoche findet am 2. September um 15 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der Kaiserslauterer Stiftskirche mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) statt. In ihm wird der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann die Predigt halten. (Foto: hgw)
 

 

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