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"Eine Bereicherung für die Orgellandschaft in der Region" - Bischof Wiesemann weiht neue Orgel in der Kirche des Bischöflichen Priesterseminars in Speyer
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GESELLSCHAFT UND KIRCHE | AUS DEN KIRCHEN
Freitag, den 19. Januar 2018 um 09:15 Uhr
Die neue Orgel in der Kirche des Bischöflichen Priesterseminars ist am Sonntag zum ersten Mal in einem Gottesdienst erklungen. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann segnete das 128 Jahre alte aus England stammende Instrument an seinem neuen Standort. Die Orgelweihe setzte den Schlusspunkt der grundlegenden Sanierung und Neugestaltung der Seminarkirche. Der Hausherr des Priesterseminars, Regens Markus Magin, begrüßte die Gemeinde zu dieser besonderen Sonntagsmesse "mit der Segnung der neuen, alten Orgel, die ab heute Dienst in der Seminarkirche übernehmen wird", wie er sagte.

Das Instrument wurde 1890 im englischen Bristol von Orgelbauer Vowels gebaut. Nach der Sanierung und Neugestaltung sollte die Seminarkirche eine Orgel erhalten, die ihrer Raumgröße angemessen ist. Das passende Instrument fand sich bei einem Händler für gebrauchte Pfeifenorgeln in Wuppertal, berichtete der Regens. Er erläuterte der Gemeinde, dass die Orgel in Wuppertal abgebaut, anschließend repariert, renoviert und in Speyer "zum Teil in mühevoller Kleinarbeit" wieder aufgebaut wurde. Verantwortlich für diese Arbeiten war Orgelbauer Andreas Schiegnitz aus dem pfälzischen Obrigheim, dem Magin ausdrücklich dankte.
Gleich nach der Begrüßung segnete Bischof Karl-Heinz Wiesemann die Orgel, damit sie erklingen konnte. Domorganist Markus Eichenlaub stimmte daraufhin die jubilierende "Carillon-Fanfare" des zeitgenössischen Komponisten Robert Jones an. Mit diesem, der Missa "Fidem cantemus", zwei englischen und weiteren Stücken zeigte Eichenlaub die Bandbreite des Instruments und entlockte ihm auch außergewöhnlich hohe Töne. Die Kinderchöre unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori bewiesen, wie gut die hellen Stimmen junger Sänger zu den Klangfarben der Orgel passen. Diese vielfältigen zarten Klangfarben und -stimmen zeichneten das Instrument aus, erläuterte Regens Magin später. Es ist noch nicht ganz vollständig: Zwei Register werden noch ergänzt.
In seiner Predigt verband Bischof Wiesemann eine Erzählung aus der Bibel mit der existenziellen Frage nach Gott und mit der Orgel. Er knüpfte an die Lesung an, in der die Geschichte von Samuel zu hören war, als der Junge zum ersten Mal von Gott gerufen und berührt wurde. Diese Gottesgegenwart, so der Bischof, sei in jedem Menschen. Sie verleihe uns Kraft, Größe und Würde.
Karl-Heinz Wiesemann führte aus, wie wichtig die Gottesgegenwart heute ist. "Die Gottesfrage wird immer mehr zur entscheidenden Frage der Menschheit", betonte er und erklärte: Der Mensch greife immer stärker in Natur und Schöpfung ein, denke und handele selbstbezogen. Dabei laufe die Menschheit Gefahr, sich selbst zu schaden. Um diesen negativen Kreislauf zu durchbrechen und Grenzen zu erkennen, müssten die Menschen eine andere Perspektive einnehmen. "Wir brauchen eine spirituelle Wende in der Menschheit!", forderte der Bischof. Durch Gott erhielten die Menschen Orientierung und Sinn, Kraft, Würde und Demut.
Aufgabe der Christen ist laut Wiesemann, die existenzielle Frage nach Gott lebendig zu halten. Das Priesterseminar wiederum sei ein Ort, wo Menschen mit Gott und Glauben in Berührung kommen. Und die Orgel in der Seminarkirche stelle eine Verbindung zu Gott her, weil Musik die Menschen berühre und die Herzen für Gott öffne. Die Orgel sei fähig, so der Bischof, jede kleinste Bewegung der Seele bis hin zum großem Atem Gottes darzustellen. Die romantischen Register der neuen Orgel könnten die Farben der Gottesbeziehung wiederspiegeln.
Unter den rund 300 Gottesdienstbesuchern, die die Kirche voll ausfüllten, befanden sich auch Speyers Oberbürgermeister Hansjörg Eger und Bürgermeisterin Monika Kabs. Regens Markus Magin danke den beiden für das Zeichen der Verbundenheit der Stadt mit dem Priesterseminar, was ebenso umgekehrt gelte.
Das erste Konzert mit der Vowels-Orgel erklingt am Sonntag, 25. Februar, um 17 Uhr. Domorganist Markus Eichenlaub spielt englische Orgelmusik aus der Erbauungszeit dieses Instruments mit Werken von Edward Elgar, Hubert Parry, William Faulkes, Arthur Foote, Alfred Hollins und Charles Standford. Eichenlaub lobte die Orgel als eine "riesige Bereicherung" für die Orgellandschaft der Region. 

Text und Fotos: Yvette Wagner

 

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