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JOHANN JOACHIM BECHER

Serie "Becher und die Gegenwart": funktionaler Staat und effektive Verwaltung
BERICHTE | JOHANN JOACHIM BECHER
Mittwoch, den 26. September 2012 um 07:36 Uhr

Von Professor Carl Böhret
Ein desolater Zustand herrschte nach dem verheerenden 30-jährigen Krieg (1618-1648). Deutschland lag danieder, die Bevölkerung war dezimiert, die Wissenschaften und die Bildung gehemmt, die Wirtschaft antriebslos, hohe Arbeitslosigkeit sowie allenthalben Unordnung, Gesetzlosigkeit und Unsicherheit kennzeichneten die zerfaserte Gesellschaft. Die Zukunft schien düster und hoffnungslos. J.J. Bechers Zeitgenosse, der englische Staatstheoretiker Thomas Hobbes hatte 1651 postuliert, nun endlich den unseligen „Krieg aller gegen alle“ zu beenden – zugunsten eines Sicherheit, Ordnung und Wohlergehen ermöglichenden Neuaufbaus.

 
 
Serie "Becher und die Gegenwart": Johann Joachim Becher, Vordenker eines deutschen Kolonialismus - Barockes Mobbing
BERICHTE | JOHANN JOACHIM BECHER
Samstag, den 18. August 2012 um 07:28 Uhr

Von Dr. Martin Hussong
Im Mai 1664 kam Johann Joachim Becher mit einer Empfehlung des Kurerzkanzlers von Mainz nach München an den Hof des Kurfürsten Ferdinand Maria und seiner Gattin Henriette Adelheid von Savoyen. Das Kurfürstenpaar stand nur wenige Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg vor großen Problemen. Der Bevölkerungsverlust war enorm, das Steueraufkommen gering. 1652 war es zu einer Finanzkatastrophe gekommen. Vor allem Henriette Adelheid, Tochter des französischen Königs Heinrich IV, schaltete sich intensiv in die Bemühungen ein, die Probleme des Landes zu lösen. Die aus Frankreich stammenden merkantilistischen Methoden wurden übernommen. Das Kurfürstenpaar nahm sich aber auch französische Hofhaltung zum Vorbild.

 
 
Serie “Becher und die Gegenwart: Speyerer der erste Deutsche Volkswirt
BERICHTE | JOHANN JOACHIM BECHER
Samstag, den 18. August 2012 um 07:02 Uhr

Von Hans-Joachim Spengler
Die Wirtschaft des Mittelalters, bis in das 16. Jahrhundert hinein, war fast ausschließlich an den Städten orientiert und von ihnen getragen. Der Übergang von der Stadtwirtschaft zur voll ausgebildeten Volkswirtschaft vollzog sich gleichzeitig als Übergang zu einem neuen Zeitalter. Der geldwirtschaftlich orientierte Merkantilismus verband sich mit der vorher naturwirtschaftlich betonten Haushaltswirtschaft der Fürsten und deren herrschaftlich betonten Haushaltswirtschaft der Fürsten und deren herrschaftlichen Bestrebungen und bildete in diesem Prozess eine neue Staatsform, das fürstliche Territorium(1) den absoluten Staat der frühen Neuzeit, mit der für ihn spezifischen wirtschaftstheoretischen Grundlage des Kameralismus.