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Harte zwei Wochen für Eger und Wintterle: Anhängerschaft mobilisieren wichtigste Aufgabe - Jaberg und Kern fehlten eigenständige Themen (MIT FOTOSERIE)
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SPEYER | OB-Wahl 2010
Montag, den 14. Juni 2010 um 08:39 Uhr

 

Die Schlacht ist geschlagen - zumindest der erste Teil. Johannes Jaberg und Roland Kern sind aus dem Rennen ausgeschieden. Deutlich verfehlten beide das Etappenziel, in die Stichwahl zu kommen. Die mit viel Optimismus angetretenen Kandidaten mussten am Sonntagabend erkennen, dass sie zwischen den Fronten der beiden großen Wahlkampfmaschinerien zerrieben würden.

MIT FOTOSERIE

Johannes Jaberg, der angesichts seines schmalen Budgets einen hervorragenden, typisch Grünen Wahlkampf machte mit Blumen pflanzen, Radtouren und Besteigen des Solarbergs, dem auch viele Sympathien gehörten, kann deshalb erhobenen Hauptes auch in Zukunft weiter als Fraktionsvorsitzender eine wichtige Rolle in der Speyerer Kommunalpolitik spielen. Pech für ihn, dass mit der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts sein zentrales Thema, der Flugplatzausbau, an Bedeutung verlor. Auch konnte er sich hier nicht vom SPD-Mitbewerber Dr. Markus Wintterle abgrenzen, der in dieser wie auch anderen - in den vergangenen Jahren kontrovers diskutierten - kommunalpolitischen Fragen, beispielsweise der Erlusbebauung oder Fernwärme aus Mannheim, Seite an Seite mit ihm im Rat stand.
Für den 58-jährigen Roland Kern, der nach jahrelanger Abstinenz wieder in den politischen Ring gestiegen war, dürfte das Kapitel Kommunalpolitik damit erledigt sein. Auch er schlug sich wacker, konnte offensichtlich nicht genügend deutlich machen, warum man ausgerechnet ihn wählen sollte, denn ein eigenständiges Thema fehlte ihm.
Wenn man die einzelnen Stimmbezirke betrachtet dann fallen zwei Dinge auf: Eger holte seinen Stimmenvorsprung vor Wintterle überwiegend in den Briefwahlbezirken und Kern hatte sein bestes Ergebnis (35,5 Prozent) in seinem Wohnumfeld, dem Binsfesld. In der Kernstadt sowie in Speyer-Nord und dem Neuland lag Wintterle vorne. Eger hatte seine besten Ergebnisse im Süd-Westen und Nord-Westen, Wohngebiete, in denen eher die gut situierten Mitbürger zu finden sind.
Während Eger sich am Wahlabend bei der Frage, mit welchen Themen er in den Tagen bis zur Stichwahl punkten wolle, noch zurückhielt, machte Wintterle deutlich, dass er auch bundespolitische Themen und ihre Auswirkungen für die Stadt wie die von der CDU geführten Bundesregierung beschlossenen Einsparungen vor allem bei den sozial Schwächeren einbeziehen wird.
Entscheidend für die Stichwahl wird sein, wer am besten seine Anhängerschaft mobilisieren und zur Wahlurne bringen kann. (ks/Foto: sim)