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Spaß und Lebensfreude pur: Speyerer Frauen feiern Fasnacht – Ausgelassene Stimmung am schmutzigen Donnerstag in der Stadthalle (MIT FOTOSERIE)
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FASNACHT | FASNACHT 2013/14
Freitag, den 28. Februar 2014 um 22:49 Uhr
Fünf Stunden lang ließen sie es so richtig krachen, die etwa 500 Frauen in der bis auf den letzten Platz besetzten Speyerer Stadthalle bei der Damensitzung der Speyerer Karnevalsgesellschaft (SKG) am "schmutzigen Donnerstag", auch Weiberfasnacht genannt. Das war Spaß und Lebensfreude pur von der ersten Minute an. Das Motto des Abends wurde gleich beim Einmarsch ausgegeben: "Heit Nacht werd durchgemacht."

ZUR FOTOSERIE

Den Auftakt des kurzweiligen Programms machte die Garde der Schwetzinger Carneval-Gesellschaft e.V. (SCG). Die jungen Damen zeigten eine Darbietung von besonderer Qualität.
Irmgard Meyer kam die ehrenvolle, aber nicht einfache Aufgabe zu, als erste Büttenrednerin das "Eis zu brechen". Mit ihrem Vortrag als leidgeprüfte Ehefrau, deren Mann sei drei Wochen in Rente ist und sich mit seiner neuen Rolle noch icht si richtig abgefunden hat. "Drei Woche hots gedauert, bis er verstanne hot, dass er net in Kur isch sondern dehäm."
Solche Spitzen gegen die an diesem Abend ausgeschlossenen Männer kamen bei der holden Weiblichkeit natürlich an, so dass Irmgard Meyer die Lacher und der Beifall sicher war.
Kam Hildegard Jung schon bei der SKG-Prunksitzung als Gratulantin zur Feier des 77-jährigen Bestehens des Vereins sehr gut an, so fraßen ihr die Frauen förmlich aus den Händen, denn auch ihr Vortrag war gespickt mit für Männer unbequemen "Wahrheiten".
Auch in der Damensitzung riss  Caroline Fritz, wie schon in der Prunksitzung, als Tanzmariechen die Zuschauer von den Sitzen. Die 16-jährige Tanzsportlerin des Speyerer Tanzsportclubs 1990 war wieder Extraklasse, so dass auch Sitzungepräsidentin Margitta Hoffmann, die sich mit Jutta Barie-Scholl diese Aufgabe teilte, nur Superlative einfielen.
Als zwei richtige Schandmäuler entpuppten sich Irmgard Meyer und Annette Kraus bei ihren Tratsch im Treppenhaus. Da wurde alles durchgehechelt und natürlich bekamen die Männer ihr Fett weg. Den Damen im Saal ging das runter wir Öl.
Lilo Melzner ist so etwas wie die Vielzweckwaffe der SKG sie ist überall zu finden, wo es etwas zu tun gibt. Auf der Bühne ist sie mit ihrer Karaoke-Nummer als "Katharina Valente vunn Speyer" der Knaller. Drei Zugaben musste sie geben, denn der bei "Schuld war nur der Bossa Nova" flippten die närrischen Weiber regelrecht aus. Selbst die Promi-Frauen wie Landtagsabgeordnete Friederike Ebli (SPD), Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU) oder die Speyerer SPD-Vorsitzende Steffi Seiler im süßen Clownskostüm hielt es nicht auf den Plätzen.
Mit einem Tanzbeitrag des Schwetzinger Junioren-Tanzpaars Leslie-Carla Habermehl und Marvin Keck, die ebenfalls artistisch über die Stadthallenbühne wirbelten, ging es in die Pause.
Mit halbe Stunde "Pälzer Grumbeere" aus Medersche brachte die Damen nach der Pause wieder auf die richtige Betriebstemperatur. "Losst und zusamme singe, weil mir am Lewe sinn", so ihr Kredo. "Wolle mer se so richtisch ferdisch mache", fragte Margitta Hoffmann, als sie von den Musik-Männern die Xte Zugabe forderte. Aber die Herren gaben sich keine Blöße und erfüllten die Wünsche.
Es war ein etwas "anrüchige" Nummer auf dem "stillen Örtchen" des Stadthauses, die sich Conny Cerin als Politesse und "Walküre vunn des Stadt", die von ihrem Chef Thomas Zander schwärmt, unsterblich in ihn verliebt ist, und Margitta Hoffmann, ausgedacht hatten. Die hat Bohnensuppe gegessen und deshalb Durchfall. Ihren Schwarm, den SKG-Vorsitzenden Daoud Hattab, nimmt sie sogar mit ins Klo - als Foto - um es sich dort gemütlich zu machen. Die Damen hielten sich die Bäuche vor Lachen.
Da kam etwas Entspannung mit der Otterstadter "Fahrlachmiezen" mit ihren Tanz als FBI-Frauen gerade recht, um einmal durchzuschnaufen.
"Isch weiß, Warum Saunen Sauna heißen,; Männer unn Fraue, eng beisamme, nackisch, als Sau, na. Solche und ähnliche Weißheiten gab die "hygienische" Ludmilla als Pute im "badefrazz" von sich. Bühnenprofi Jutta Barie-Scholl weiß, wie sie das Publikum packt. Ihre Verwandlungskünste beweist sie, als sie sich auf der Bühne in eine Kursleiterin für Wassergymnastik verwandelt, die schwer verliebt in Bademeister Herrmann ist. Eine Rakete war der verdiente Lohn für ihren Vortrag.
"Da ist man schon etwas desillusioniert", kommentierte eine der närrischen Frauen den Auftritt des SKG-Männerballetts als Fußballer, die zur WM nach Brasilien reisen und sich dort in Samba-"Mädchen" mit nackten Oberkörpern verwandeln. Es waren halt nicht alles Sportstudio-Gestählte Sixpack-Typen sondern normale Männer.
Unbestrittener Höhepunkt, denn das Beste kommt sprichwörtlich zum Schluss, war aber Kättl Feierdaach, seit Jahren eine Größe in der Fernsehfasnacht und auf den Comedy-Bühnen des Region. Kättl Jutte Hinderberger nimmte die Ideen Sketsche aus dem richtigen Leben, beispielsweise um den Kauf eines neuen Kleides von "Chanel", an dem kein Preisschild sondern eben der Namen der Vorbesitzerin dran hängt: "Ich kenn die Chanel, des isch die Nei von demm in unserer Stroß, die hab isch in em Kleed gsehe, do war ihr Namensschild dro." "Ihrer" hat das natürlich nicht gesehen, den er zieht ja seine Brille nicht auf.
Ihre Hymne auf die "Bettflasch" ist nur genial, auch wenn sie eigentlich nicht singen kann. Da durfte als Zugabe das Lied von "Roten Kanapee" nicht fehlen, bei dem der ganze Saal mitsang.
Mit ihrem Tanz zu Abba-Melodien läuteten die SKG-Zuckerpuppen das Finale ein.
Den Schlusspunkt setzten die Guggemusiker der Speyerer Brezelkracher, die noch einmal die Stadthalle in ein Tollhaus verwandelten. (ks/Fotos: ks)