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Smart-Grids-Woche: Stärkere Kopplung von Strom, Wärme und Verkehr Pfeiler einer nachhaltigen Energiewende
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WIRTSCHAFT UND ARBEIT | Geschaeftswelt
Mittwoch, den 22. März 2017 um 10:46 Uhr
Die Smart-Grids-Woche 2017 befasst sich drei Tage lang mit aktuellen Entwicklungen zum Thema Sektorenkopplung, Speicherung sowie Netzdienstleistungen. Den Auftakt der dreitägigen Veranstaltung bildet heute die Fachtagung "Smart-Grids und Virtuelle Kraftwerke" bei der EWR in Worms. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themenschwerpunkte "Netzdienstleistungen" und "Sektorenkopplung". Darüber hinaus bietet die Smart-Grids-Woche wieder Fachexkursionen zur Vermittlung von Praxiserfahrungen.

In diesem Jahr besuchen Interessenten die Projekte "Intelligentes Stromnetz Kisselbach / Hunsrück" und die "Power-to-Gas Anlage im Energiepark Pirmasens-Winzeln". Energiestaatssekretär Thomas Griese eröffnete die Tagung. Der Ausbau der erneuerbaren Energien mache den Umbau des Energiesystems notwendig, so Griese. "Denn die effiziente und vollständige Integration der erneuerbaren Energien in den Strommarkt setzt eine Flexibilisierung des Energiesystems voraus. Smart Grids und virtuelle Kraftwerke sind daher wichtige Bausteine, um die Energieversorgung der Zukunft intelligent zu gestalten und an Angebot und Nachfrage auszurichten", sagte der Staatssekretär. Die stärkere Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr spiele dabei eine zunehmend wichtige Rolle. "Intelligente Stromnetze machen die Vernetzung und Steuerung von Stromerzeugung, -speicherung und -verbrauch erst möglich und schaffen so die Voraussetzung, damit z.B. die Erzeugungszentren im ländlichen Raum mit urbanen Lastzentren kommunizieren können", so Thomas Pensel, Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz. "Wir treiben daher gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern TSB und StoREGIO innerhalb der Zukunftsinitiative Smart Grids die Anwendung intelligenter Energiesysteme und intelligenter Netze entschlossen voran," sagte Pensel. In vielen Regionen in Rheinland-Pfalz ist der dezentrale Ausbau erneuerbarer Energien bereits weit fortgeschritten. Gerade für ländliche Räume mit hohen Erzeugungskapazitäten und regionalen Überschüssen in der Stromerzeugung ergeben sich hieraus Chancen. Neben der Speicherung und dem hierdurch möglichen zeitversetzten Einsatz von Stromüberschüssen können diese Überschüsse z.B. für die Wärmeerzeugung und die Elektromobilität genutzt werden. Auch vor dem Hintergrund der Versorgungssicherheit und der Wertschöpfung sei dies von Bedeutung, betonte Prof. Ralf Simon, Transferstelle Bingen: "In einer dezentralen Energiewelt mit immer kleinteiligeren Erzeugern wird das Virtuelle Kraftwerk oder Smart Grid immer wichtiger. So können Teilnehmer eine entsprechende Wertschöpfung aufbauen und gleichzeitig ein für uns alle stabiles Energiesystem unter Einbindung emissionsarmer Strom- und Wärmeerzeuger sicherstellen", so Simon. Dr. Peter Eckerle, Geschäftsführer der StoREgio Energiespeichersysteme e.V., hob den Netzwerkgedanken der Zukunftsinitiative hervor: "Die Smart-Grids-Woche steht in diesem Jahr für Vernetzung im doppelten Sinn: Vernetzung der Energiesektoren und die Vernetzung von Akteuren".
Exkursionen nach Pirmasens und Kisselbach (Hunsrück) zeigen Praxisanwendungen
Am 23. und 24. März werden sich die Teilnehmer im Rahmen der zwei Fachexkursionen über konkrete Projekte für ein intelligentes Energiesystem informieren: Am 23. März steht eine Exkursion zur innovativen Power-to-Gas Anlage im Energiepark Pirmasens-Winzeln auf dem Programm. Dort wird aus erneuerbarem Strom hochwertiges Methan erzeugt, das im Erdgasnetz gespeichert werden kann. Am 24. März werden die Teilnehmer  das intelligente Stromnetz in Kisselbach besichtigen. In dem Hunsrück-Ort ist bereits seit zwei Jahren eine intelligente Steuerungstechnik (SmartOperator) im Verteilnetz der Westnetz im Betrieb, durch die Stromflüsse vor Ort gesteuert und die vorhandenen Netze optimal ausgeschöpft werden können. Die Smart-Grids-Woche ist eine Kooperation der Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH mit der Transferstelle Bingen (TSB) und der StoREgio e.V. im Rahmen der Zukunftsinitiative Smart Grids, gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz. Neue Forschungs- und Modellprojekte in Rheinland-Pfalz zum Energiesystem der Zukunft
In Rheinland-Pfalz werden derzeit von verschiedenen Partnern in Kommunen und der Energiewirtschaft wegweisende Projekte zum Energiesystem der Zukunft umgesetzt. So werden im Rahmen des Anfang 2017 gestarteten Projekts  "Designetz : Baukasten Energiewende – Von Einzellösungen zum effizienten System der Zukunft" Lösungen für eine sichere und effiziente Energieversorgung entwickelt. In das Projekt werden 12 Demonstrations- und Hebelprojekte mit rheinland-pfälzischer Beteiligung, darunter auch der Energieagentur Rheinland-Pfalz, eingebracht. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von rund 20 Mio. EUR. Im Rahmen der Smart-Grids-Woche werden diese teilweise vorgestellt. (spa)