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"Ballaballa": Hans-Jürgen Henschel und Lömsch Lehmann zelebrieren Dadaismus-Abend im vollbesetzten Alten Stadtsaal
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SPEYER | Kultur Speyer
Mittwoch, den 12. April 2017 um 09:42 Uhr

"Der Dom ist da, da", erkannten die Speyerer "Dada" - Künstler Hans-Jürgen Henschel und Lömsch Lehmann, die, gemäß ihres Tenors "wie wir alle, etwas "Ballaballa" sind. Sie hatten sich spontan  zu einer Benefizveranstaltung für den Kaiserdom Speyer am vergangenen Donnerstag entschlossen, die im Rahmen der Reihe "SPEYER.LIT" in der letzten Woche im Alten Stadtsaal über die Bühne ging.

Das Leitwort des Abends war "Dada". Hugo Ball, der 1916 den "Dadaismus" in Zürich "zur Welt brachte", hätte seine Freude an dieser Veranstaltung gehabt. Während des ersten Weltkrieges sollte dadurch das bürgerliche Publikum schockiert werden. Hierzu bedienten und bedienen sich die Dadaisten der Groteske, der Satire und der Karikatur als Ausdrucksform. So wurde das amüsierte Publikum durch die rezitierten "Lautgedichte" von Hans-Jürgen Henschel voll mit Dada überschüttet, denn "Dada ist die beste Medizin". Muss man Dadaismus verstehen? Nein, aber hören. Bei dem ersten vorgetragenen Gedicht "Karawane" von Ball ist es naheliegend, in den Ausdrücken "jolifanto, "grossiga und "russula nur leicht verfremdete Formen der deutschen Worte "Elefant, "groß und "Rüssel zu verstehen. Lömsch Lehmann untermalte die dadaistischen Vorträge mit schrägen, ausgefallenen Klängen am Saxophon und der Oboe. Umrahmt wurde die künstlerische Darstellung von Handpressearbeiten verschiedener Druckkünstler zu Dada-Gedichten, die die "Winkeldruckerey" im Kulturhof Flachsgasse zur Verfügung gestellt hatte. Zu einem weiterer Höhepunkt im Zeichen des Dadaismus an diesem Abend geriet die leidenschaftliche Interpretation "Anna Blume" von Kurt Switters, der der literarischen Bewegung des Dadaismus nahestand. Auch Richard Hülsenbecks, eines Mitbegründers und Chronisten des Dadaismus, gedachten die Vortragenden. Eine Aufmunterung an alle folgte, dass "Dada der einzige Erlöser aus Trübsal" sei. Weitere rezitierte Gedichte von Christian Morgenstern, wie "Vice Versa", "Drei Hasen" oder "Das große Lalula" haben ebenfalls dadaistischen Charakter. Als Stimmenjongleur servierte Henschel dem Publikum eine akustisch-vollwertige "Sprachsuppe", als deren Beilage die musikalischen Klänge von Lehmann mit einflossen. So wurde der vollbesetzte Alte Stadtsaal gewissermaßen in ein Karussell der Töne "hineingeschwungen". Die Stadtbibliothek widmet dem Thema Dada gegenwärtig eine Medienausstellung. (sh/Foto:sh)

 

 

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