Fasnacht 2017/18: Prinzessin Sara I. ist eine Schönheit wie Cleopatra - Junge Ägypterin schwingt bei der SKG das Zepter
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SPEYER | Kultur Speyer
Freitag, den 10. November 2017 um 20:50 Uhr
Eigentlich war sie so etwas wie eine Notlösung, denn die junge Dame, die Daoud Hattab, Präsident der Speyerer Karnevals Gesellschaft und seit 1990 "Prinzessinnenfinder" des Vereins, für die am 11.11 2017 beginnende neue Kampagne als närrische Hoheit ausgeguckt hatte, sagte ihn wieder ab: "Da war ich etwas nervös, erinnerte mich aber an eine schöne Ägypterin und warum nicht mal eine Prinzessin unter Flüchtlingen suchen", schilderte Hattab bei der heutigen Vorstellung der 22-jährigen Sara Abade den diesjährigen Findungsprozess.

Er habe die Familie - Sara hat noch drei jüngere Geschwister - im Rahmen seines ehrenamtlichen Engagements für Flüchtlinge 2013 kennengelernt. Als katholische Christen, deren Onkel Bischof in Luxor war, seien sie von radikalen Muslimen, vor allem von Salafisten, massiv bedroht worden, nannte Sara Abade als Fluchtgrund. Auch ihr Vater, ausgebildeter Musiklehrer, sei ebenfalls in der Kirche ihrer Heimatstadt am Nil aktiv gewesen.
Bereits in der Vergangenheit hatte es SKG-Prinzessinnen mit nicht deutschem Hintergrund gegeben, darunter zwei Französinnen, eine Engländerin, eine Türkin, eine Italienerin sowie eine Russin aus Kursk, die eigens für die Kampagne in Deutschland geblieben war, wusste Ehrenpräsident Werner Hill.
Für die angehende Krankenpflegerin, die wegen einer (bestandenen) Zwischenprüfung mit 140 Sachen von Ludwighafen nach Speyer gedüst war und einige Minuten zu spät kam, ist das Prinzessinnenamt eine große Ehre und Verpflichtung. Sie habe zwar beim Brezelfest ihre Vorgängerin gesehen, aber bis zu dem Zeitpunkt, als "Onkel" Daoud sie angesprochen habe, nicht von Fasnacht gewusst.
Ihr Freund Karl sowie ihre Familie unterstützten sie bei ihren Verpflichtungen als Fasnachtsprinzessin. Sozial, offen, wissbegierig und auch stur, charakterisierte sich Sara I. selbst. Dass sie auch Talent zum Sprachenlernen hat kann man daran ermessen, dass sie bereits 2014, ein Jahr nach ihrer Ankunft in der Bundesrepublik, die erste Deutsch-Prüfung ablegte und inzwischen sehr gut Deutsch spricht.
Heiraten können Sara und Karl aber erst in einem Jahr, denn die SKG-Satzung lässt nur unverheiratete Prinzessinnen zu.
Passend zur Prinzessin lautet das Kampagnenmotto "vom Nil zum Rhein - um närrisch zu sein" und auf dem Orden ist eine ägyptische Tänzerin abgebildet.

Neues Domizil für Herrensitzung
Zu eng, zu unbequem, zu schwierig, zu organisieren, nannte Hattab als Gründe, vom Traditions-Veranstaltungsort für die Herrensitzung im Keller des historischen Museums in die Stadthalle zu verlegen. Außerdem werde im Museum demnächst umgebaut und so nutzte man die Gelegenheit, sich gleich ein neues Domizil zu suchen, die nur noch an einem Abend stattfinden wird. (ks/Fotos: ks)