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Migration und Identität "Vermischen ohne zu vergessen, wer man war" - Sascha Marianna Salzmann bei Speyer. Lit
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SPEYER | Kultur Speyer
Montag, den 29. Januar 2018 um 13:23 Uhr


Von Elisabeth Rödelsperger-Pfeiffer
Zum zweiten Termin der Veranstaltungsreihe "Speyer.Lit 2018" begrüsste Michael Nowack vom Kulturbüro der Stadt die Autorin Sascha Marianna Salzmann zu Literaturgespräch und Lesung im Neuen Trausaal. In den nummerierten Schrankkisten an den Wänden habe sich über lange Zeit das Historische Archiv der Stadt befunden, erklärte Nowack den Besuchern und dem Gast, "so dass die Dokumente bei Gefahr über den Rhein in Sicherheit gebracht werden konnten". "Es passt sehr gut, dass wir  uns hier im Gedächtnis der Stadt befinden", antwortete darauf Salzmann, "denn auch in meiner Geschichte geht es um das Erinnern."

In ihrem Debütroman AUSSER SICH erzählt sie die Geschichte einer Familie, die über vier Generationen an verschiedenen Orten und in verschiedenen Kulturen "zu Hause" ist, erzählt von Migration, die sie auch im eigenen Leben erfahren hat. Wie sie es selbst erlebt hat, bewegen sich die Protagonisten des Romans zwischen Russland, Deutschland und Istanbul.
Eigentlich habe sie diesen Roman nicht so geplant, berichtete die Berliner Autorin auf eine Frage von Herrn Nowack. Sie habe über die Gezi-Park-Proteste schreiben wollen, während ihres Stipendiatinnenaufenthalts in Istanbul. "Doch egal, was man zu schreiben plant, irgendwann landet man bei der eigenen Mutter" schilderte die Schriftstellerin, die selbst Schreiben in einem eigenen Institut unterrichtet, eine von ihr beobachtete Erfahrung.
Aus ihrem Buch, für das sie unter anderem 2017 den Mara-Cassens-Preis erhalten hat, las sie - auf eine besonders in den Dialogen sehr lebendig-anschauliche Weise - drei Passagen vor, in denen Momente des Umbruchs im Leben der Romanfiguren erzählt werden. Sprache spielt in den Geschichten immer wieder eine entscheidende Rolle, wenn eine Veränderung herbeigeführt werden soll  oder, je nach Perspektive, erlitten wird. Nach Übergängen über Länder- und Sprachgrenzen oder von einer Geschlechterrolle in eine andere, stellen sich die Romanfiguren, die sie erleben, immer ähnliche Fragen. Wer bin ich jetzt? Wer sagt mir, wer ich bin? Wie sage ich, wer ich bin? Frau Salzmann zeigt in ihrem Text, wie durch behutsame Annäherung an das Neue, ohne Altes aufzugeben, das Weiterleben und das "Mensch werden", das sie im Gespräch als ein für sie zentrales Thema bezeichnete, gelingen kann.
Im Roman sei es möglich, so Frau Salzmann, die von Deutschland aus die  politisch-gesellschaftliche Oppositionsbewegung gegen die derzeitige Regierung in der Türkei unterstützt, eine "radikal subjektive Wahrheit" zu erzählen, Romane würden nicht zu späteren Zeiten umgeschrieben wie Geschichtsbücher. Gleichzeitig wehrte sie sich im Laufe des Gesprächs mit Herrn Nowack dagegen mit ihrem Produkt identifiziert zu werden, als sie mit hintergründiger Ironie feststellte: "Nicht alles was da steht, ist meine Meinung."

 

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