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Live-Interview: Harald Stein traf Genesis-Sänger Ray Wilson in lockerer Atmosphäre
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KULTUR | Kultur Regional
Montag, den 02. Januar 2012 um 11:40 Uhr

Als Peter Gabriel 1975 die 1967 gegründete britische Rockband Genesis verlassen hatte, um sich seinem Soloprojekt zu widmen, übernahm der Schlagzeuger Phil Collins den Gesangspart. Nach dessen Ausscheiden im Jahr 1996, suchten die verbliebenen Gründungsmitglieder Mike Rutherford und Tony Banks nach einem neuen Sänger und fanden in Ray Wilson einen Musiker mit einer fantastischen Stimme, der es auch verstand, die E-Gitarre meisterhaft zu bearbeiten. 1999 wurde Genesis von den verbliebenen Gründungsmitgliedern das erste Mal aufgelöst. Seither tourt Ray Wilson mit unterschiedlichen Projekten. Ray Wilson & Stiltskin, Genesis unplugged und Genesis Klassik- Pop meets Symphony (in unterschiedlichen Besetzungen). DURCHBLICK-Mitarbeiter Harald Stein traf Ray Wilson, der ihm exklusiv unplugged einige Songwünsche erfüllte.

 

Harald Stein: Hallo Ray, wann hat Dich der Musikvirus infiziert?     
Ray Wilson: Mit 13 Jahren gründete ich mit meinem Bruder Steve und einem Freund die „Rusty´s Boys“. Wir spielten in Pubs und bekamen 80 oder 90 Pence sowie freies Essen und freie Getränke. Wir waren ziemlich gut, denn die Leute waren von unserer Musik begeistert. Wir spielten Coversongs von den Beatles bis Bowie. Dann brach die Band auseinander. Ich begann meine ersten eigenen Lieder zu schreiben und machte in diversen lokalen Rockbands von Edinburgh Musik. Das leider aber nur mit mäßigem Erfolg. Mit ungefähr 20 Jahren traf ich in einer Bar den Pianisten Paul Holmes. Ich merkte sofort, hier stimmt die musikalische Chemie, und wir gründeten eine Band. Leider auch nur mit geringem Erfolg.

Harald Stein: Wann aber kam Dein musikalischer Durchbruch?
Ray Wilson: Da war ich schon 25 Jahre alt. Ich wurde von der schottischen Band Stiltskin als Sänger verpflichtet. Aus unserem ersten gemeinsamen Album „The Mind´s Eye“ wurde das Lied „Inside“ als Soundtrack für einen Levis-Werbespot verwendet und wir wurden sofort über die Grenzen hinaus bekannt. 

Harald Stein: Seit wann ist Genesis für Dich ein Begriff?
Ray Wilson: Da war ich noch ein Teenager. Ich glaube mit 12 Jahren brachte ein Freund einige Alben verschiedener Interpreten mit in die Schule. Dabei war auch ein Album von Genesis. Ich fand die Songs nicht schlecht, war aber nie der ausgesprochene Genesis-Fan. Es ist fast unglaublich, aber einer meiner ersten Songs die ich auf der Bühne bei einer Schulband gesungen habe, lautete ausgerechnet „Carpet Crawlers", ein Lied von Genesis. Vielleicht bedeutete dies Schicksal. Ich hätte mir damals nicht träumen lassen, einmal bei einer der weltweit erfolgreichsten britischen Rockband als Sänger engagiert zu werden.

Harald Stein: Wie gefiel Dir die Musik von Genesis? 
Ray Wilson: Viele Songs der Genesis-Pop-Ära wie „We Can´t Dance oder Invisible Touch“ oder auch aus Peter Gabriels Zeiten „The Battle Of Epping Forrest“ kannte ich schon. Etliche davon finde ich immer noch sehr gut. Es gibt aber auch einige die mir nicht gefallen, die ich auch nicht in mein Repertoire aufnehmen werde.

Harald Stein: Wie wurdest Du für Genesis entdeckt?
Ray Wilson: Daran kann ich mich noch genau erinnern. Im Mai 1996 saß ich morgens beim Frühstück, als mein Telefon klingelte. Am anderen Ende war Genesis-Manager Tony Smith. Ich dachte erst, das ist die „Versteckte Kamera“. Tony sagte, dass er mich auf dem Album von Stiltskin gehört hatte, und die Band glaubt, meine Stimme werde zu Genesis passen. Phil Collins hätte sich von der Band getrennt und ich könne diesen Platz als Sänger neu besetzen. Das war alles wie ein Traum für mich.

Harald Stein: Wurdest Du von Mike Rutherford und Tony Banks sofort als Genesis-Neuling akzeptiert?  
Ray Wilson: Am Anfang war ich mir noch nicht ganz sicher. Tony und Mike waren mit Genesis in der Musikszene weltweit eine Größe. Ich als Neuer Sänger hatte anfänglich das Gefühl, beide würden mir nicht wirklich ihre Meinung sagen. Vielleicht lag es am Altersunterschied. Ich war jung, energiegeladen und hatte neue Ideen. Beide sind typische Engländer der alten Schule und sehr traditionsbewusst. Spätestens als wir das erste Mal gemeinsam im Studio waren, fanden wir zusammen. 

Harald Stein: Aus welchem Grund bist Du bei Genesis ausgestiegen?  
Ray Wilson: Mit Genesis wurde ich wie eine Rakete steil nach oben katapultiert. Das Album „Calling All Stations“ war das viertbest verkaufte Album in der Genesis-Geschichte. Dies war aber für Tony und Mike nicht genug. Da dieses Album nicht den Erfolg von „We Can´t Dance“ mit Phil Collins erreichte, wurde die Akte Genesis geschlossen. Schade.

Harald Stein: Entspricht es der Wahrheit, dass Dich Phil Collins nicht besonders mag? 
Ray Wilson: Wir trafen uns schon ein paar Mal und es gab gegenseitig keine Berührungsängste. Ich hatte nur gehört, dass Phil bei den Interviews in Amerika nie meinen Namen nannte, sondern immer nur von dem „neuen Sänger“ sprach. Ich glaube, dass er nach seinem Ausstieg bei Genesis keinen neuen Sänger akzeptiert hätte. Das hat also nichts mit meiner Person zu tun. Er ist ein toller Musiker, doch enge Freunde werden wir wahrscheinlich nie werden.

Harald Stein: Jetzt noch etwas, das hat nichts mit Musik sondern mit Hygiene zu tun hat. Ich habe gehört, Du hättest schon zwei oder drei Jahre nicht mehr Deine Haare gewaschen. Das kann ich nicht glauben.
Ray Wilson: Das stimmt nicht ganz, denn es sind bereits schon zehn Jahre. Ich wasche meine Haare nur mit purem Wasser ohne Shampoo. Anfänglich hat man einen Belag auf der Kopfhaut der sich aber mit Wasser leicht entfernen lässt. Nach ein paar Wochen beginnt der natürliche Reinigungsprozess. Unsere Vorfahren waren am ganzen Körper behaart und kannten kein Shampoo. Ich bin kein Umweltaktivist, aber so könnten der Umwelt jährlich einige Tonnen Reinigungsmittel erspart bleiben. Für einen Geruchtest stehe ich Dir gern zur Verfügung.
                                                                                                                                   
Harald Stein: Was wäre Dein Wunsch im musikalischen Bereich?
Ray Wilson: Ich würde mich riesig freuen, wenn sich Genesis reaktiviert und ich mit dieser grandiosen Band auf Tournee gehen könnte. Aber das wird wahrscheinlich ein unerfüllter Traum bleiben. 

Harald Stein: Ray, ich danke Dir für dieses Gespräch und für Deine kleine private musikalische Session. Foto: Harald Stein



 

 

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