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Live-Interview: Miss Tagesschau Judith Rakers wollte eigentlich Spiegel-Redakteurin werden
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KULTUR | Kultur Regional
Donnerstag, den 24. Mai 2012 um 10:05 Uhr
Millionen besucht sie seit 2005 fast täglich in ihrem Wohnzimmer. Judith Rakers ist das hübscheste Gesicht der ARD-Tagesschau ,der wichtigsten Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen. Bis 2010 moderierte die Blonde noch das „Hamburger Journal“. Viele kennen Rakers auch aus der erfolgreichen  NDR-Talkshow „3 nach 9“. An der Seite von Stefan Raab und Anke Engelke begeisterte sie im Moderatoren-Team des Eurovision Song Contests 2011. Das große ESC-Finale am 26. Mai rückt näher. Wenn Roman Lob beim Finale des 57. Eurovision Song Contest in Baku antritt, um mit dem Song „Standing Still" Deutschland zu vertreten, werden voraussichtlich mehr als 120 Millionen Musikfans weltweit zuschauen und feiern. Die Moderation ist auch dieses Jahr bei Judith Rakers in qualifizierten Händen. DURCHBLICK-Journalist Harald Stein traf das hübsche Gesicht der Tagesschau Judith Rakers zu einem entspannten Gespräch:

Harald Stein: Hallo Judith, am 26. Mai übernimmst Du die Moderation des Eurovision Song Contest aus Hamburg. Was glaubst Du, welches Land wird in diesem Jahr siegen?
Judith Rakers: Da ich die Sendung moderieren werde, muss ich neutral sein. Ich kann Dir deshalb leider keinen Namen nennen. Einen heimlichen Favorit habe ich aber. Ich kann dir aber verraten auf was ich mich freue. Wir haben Wir haben ein tolles Rahmenprogramm mit Gästen wie Udo Lindenberg, Unheilig, Tim Bendzko und auf der anschließenden Party Peter Maffay und Aura Dione.

Harald Stein: Mit Stefan Raab und Anke Engelke warst Du die Dritte im Moderatoren-Team beim Eurovision Song Contest 2011. Warum wurdest Du für diese Sendung verpflichtet?
Judith Rakers: Stefan und Anke sind bekannt für ihre komischen und lustigen Wer dieses Duo verpflichtet, hat die Einschaltquoten und Lacher auf seiner Seite. Zu diesen beiden musste wahrscheinlich ein etwas ernsterer Gegenpart her, der bei dieser Kultsendung einen gewissen Ausgleich schafft. Da so viele Nationen teilnehmen die den Wettbewerb ernst nehmen, musste ein Spagat zur Ernsthaftigkeit geschaffen werden.

Harald Stein: Du bist das weibliche Gesicht der Tagesschau. Wie bist Du zu diesem tollen Job gekommen?

Judith Rakers: Ich hatte schon zuvor einige Jahre Medienerfahrung. Nach meinem Abitur studierte ich unter anderem Kommunikationswissenschaft und Publizistik an der Uni in Münster. Danach war ich Journalistin bei einer Tageszeitung und arbeitete für einen lokalen Hörfunk. Beim NDR moderierte ich über sechs Jahre vor der Kamera das Hamburg Journal. Hier lernte ich den Chefsprecher Jan Hofer kennen. Der kannte meine Arbeit und stellte mir die Frage, ob ich mir vorstellen könne, bei der Tagesschau zu arbeiten. Ich dachte erst, mein Job sei in der Redaktion. Jan Hofer meinte aber, ich sollte als Sprecherin vor der Kamera arbeiten. Um das Reden zu perfektionieren, nahm ich zuvor noch ein Jahr intensiven Sprechunterricht.

Harald Stein: Wie bereitest Du Dich auf die Nachrichten bei der „Tagesschau“ vor?

Judith Rakers; 10 oder 15 Minuten vor Beginn komme ich ins Studio, damit die Kollegen meine Person ins rechte Licht rücken können. Vieles in der Sendung läuft spontan. Manchmal habe ich die Möglichkeit, vor der Sendung die Nachrichten schon einmal zu lesen. Meistens werden diese aber brandaktuell gerade geschrieben. Oft ist es aber so, dass ich im Studio stehe, und während ich die Nachrichten lese, noch  am Schluss dieser Meldung geschrieben wird. Ich hoffe jedes Mal, wenn ich vom Teleprompter lese, dass der Redakteur schnell schreibt und der Satz auch schon ein Ende hat.

Harald Stein: Ich stelle mir das ziemlich stressig vor. Bist Du vor der Sendung noch aufgeregt?

Judith Rakers: Das ist bei mir tagesformabhängig. Manchmal geht man ziemlich cool an das ganze heran. Es gibt auch Tage da wird mir wieder bewusst, dass über 10 Millionen Menschen die Tagesschau sehen. Da kommt dann wieder die anfängliche Nervosität ans Tageslicht. Ich versuche aber mir nichts anmerken zu lassen. Aber viele großen Stars, die schon ewig im Showgeschäft sind, haben Lampenfieber.

Harald Stein: Wie bist Du zu dem Moderatorenjob der Talkshow „3 nach 9“ gekommen?
Judith Rakers: Ich war 2010 als Gastmoderatorin eingeladen. Das machte mir unheimlich viel Spaß und ich hoffte, fest in dieser Sendung aufgenommen zu werden. Nach einigen Wochen wurde ich gefragt, ob ich neben Giovanni di Lorenzo den weiblichen Ponton als feste Moderatorin in dieser Talkshow werden möchte. Ich konnte es fast nicht glauben, musste nicht lange überlegen und sagte spontan zu. Da ich schon 15 Jahre Moderation gemacht hatte, war es auch eine Rückkehr zu meinen Wurzeln.

Harald Stein: War es schon immer Dein Wunsch vor der Kamera zu arbeiten?
Judith Rakers: Eigentlich nicht. Das hat sich so rein zufällig ergeben. Ich glaubte, das ich in irgendeiner Zeitungsredaktion lande mit dem Wunsch, Spiegel-Redakteurin zu werden.

Harald Stein: Wie bringst Du als vielbeschäftigte Frau Familie und Beruf unter einen Hut? 

Judith Rakers: Das ist zur Zeit bei mir noch nicht problematisch, da ich noch keine Kinder habe. Meine Familie ist mit meinem Mann und zwei Katzen noch ziemlich klein. Sollten einmal Kinder da sein, ist das alles eine Frage der Organisation. Die Arbeit bei der Tagesschau läuft ja im Schichtbetrieb. Ich glaube nicht, dass es beim NDR einen Nachtkindergarten gibt. Da mache ich mir aber heute noch keine Gedanken.

Harald Stein: Gibt es für Dich ein Lebensmotto?

Judith Rakers: Wenn alles gut funktioniert gilt das Motto des Philosophen Philosophen Immanuel Kant: „Ich kann, weil ich will, was ich muss.“ Dieser Satz hing schon in meiner Studienzeit über meinem Schreibtisch. Läuft aber irgendetwas aus dem Ruder muss Friedrich Nietzsche einspringen der einmal sinngemäß sagte, dass nur Chaos einen tanzenden Stern gebären kann.

Harald Stein: Judith, ich danke für dieses Gespräch und wünsche Dir Toi, Toi, Toi für Deine Moderation des ESC 2012.
(Foto: Harald Stein)