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Simple Minds: Nostalgiezug hält in Schwetzingen bei 'Musik im Park'
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KULTUR | Kultur Regional
Montag, den 16. August 2010 um 06:57 Uhr

Von Harald Stein
1978 gründeten fünf Jungs aus Schottland eine Band. Die Idee zum Namen gab ihnen eine Textzeile aus einem David Bowie Song „He´s So Simple Minded The Can´t Drive His Module“. 1985 erlebten das Quintett ihren Durchbruch mit „Don´t You“.

Seit 2006 sind sie wieder auf Welttournee. 2008 feierten sie 30-jähriges Bestehen und heute macht der Nostalgiezug im Schwetzinger Schlossgarten Station. Am zweiten Tag der „Musik im Park“ – Reihe stehen Simple Minds im Rampenlicht und lassen ihre Bandgeschichte musikalisch Revue passieren. Jim Kerr, der, wie er mir bei meinem Presse-Exclusiv-Interview verriet, nur fünf Stunden Schlaf braucht, jeden Morgen um 4.00 Uhr aufsteht und 5 mal am Tag kalt duscht, begrüßt seine Fans: „Are you ready?” Ein tausendfaches “Ja” schallt ihm entgegen. “Let me see your hands!”
Bei idealem Herbstwetter übernimmt Jim Kerr mit „Waterfront“ das Kommando und stimmt das Publikum ein. Längst hat der Sänger seine Fans so hypnotisch im Griff wie in besten Zeiten, schwebt verhalten, behutsam über die Bühne, zelebriert seine lasziv-bedeutungsschweren Posen. Man mag ihm die 51 ansehen, an Sexappeal und Coolneess hat er kein Gramm eingebüßt. Die Reise in die Vergangenheit geht weiter mit "She´s A River". Kerrs Stimme hat sich ihren ganz besonderen Ton aus Energie und Hysterie bewahrt. Er tänzelt umher, klatscht, winkt, wirft imaginäre Lassos durch die Luft. Dann einer der Höhepunkte: „See The Lights“ mit wunderschönem Klavierspiel und kraftvollen Gitarrensoli von Charlie Burchill, der sich nach bei einem Fußballspiel verletzte und mit Krücken die Bühne betrat. Einige neue Simple-Minds-Visitenkarten in bester Schotten-Rock-Qualität haben die Rock-Heros auch in ihrem Gepäck. „Moscow Underground“ und „Stars Will Lead The Way“ sind für Kerr maßgeschneidert und prägen ein geschicktes Geflecht aus elitären Gitarrensound und atmosphärischen Keyboardkonstruktionen. „Rockets”, geht so ab, wie der Name verspricht. „Graffiti Soul“ heißt das 15.Studio-Album der Band, das an alte Zeiten anknüpfen und jene Schaffensphase vergessen lassen soll, in der Simple Minds einem „Jet ohne Treibstoff“ glichen. Nur wenigen Musikern gelingt es jenseits der 40, eine alte Flamme neu zu entfachen. Wie es funktionieren kann, zeigen die Jungs aus Glasgow. Aber auch die Fans, die nur gekommen sind, um die großen Hits der Band zu hören, wurden nicht enttäuscht. Die Simple Minds-Hymne "Don't You Forget About Me" ertönt. Glückselig wie auf Knopfdruck singen die Fans dieses eingängige „La La La – La“ bis zum Abwinken. Tanzbar und mit Karaoke verdächtigen Refrains nisteten sich die Songs der Band im kollektiven Bewusstsein ein. Musikalische Unterstützung bekommt Kerr von der afro-amerikanischen Sängerin Sara Swan, die mit ihrer Powerstimme problemlos den Frontmann von der Bühne singen könnte. Nach „Home“ und „New Gold Dream“ folgt die Stadion-Hymnen der späten 80er: „Alive And Kicking" bewegte sich wie ein Sprinter in Zeitlupe, so soft können Simple Minds sein. Diese Hits elektrisieren nach wie vor. Schnörkellose sphärische Gitarrenriffs, druckvolle Rhythmen und kultivierter Pathos, den Kerr am Mikro zelebriert, als habe ihn eine Zeitmaschine aus den 80ern direkt vor die Augen seiner loyalen Ü-30-Fangemeinde katapultiert. Da spielte es keine Rolle, dass die Fans teils älter, teils aber auch erheblich jünger sind. Man sieht Jim Kerr, Charlie Burchill & Co. einfach an, dass sie Spaß an ihrer Musik haben.
Ein furioser Auftritt, melodiös-bombastischer Klangdonner durch 32 Jahre Simple-Minds-Geschichte, begeistern über 2.200 Fans, bevor sich nach zwei Stunden der Nostalgiezug weiter bewegt, um Platz zu schaffen für den dritten Top-Act am Samstag: Reamonn.
Fotos: Harald Stein