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Von Harald Stein
Wegen einer längeren Umbauphase können sich die Rockfans auf das Highlight des Abends vorbereiten. Foreigner, nur für vier Konzerte auf ihrer „Can´t Slow Down – Tour“ in Deutschland, entern die Bühne. War bei SAGA noch genügend Platz um sich frei zu bewegen, kann man bei Foreigner keinen Strohhalm mehr in der Badner Halle unterbringen. Rastatt wird zum Rockmekka des Abends.
„Double Vision” und „Head Games” werden pfeilgerade auf das Trommelfell geschossen. Bei „Cold As Ice“, stellt sich John an das Piano und Hansen entfernt seine Sonnenbrille, springt zur Begrüßung des Publikums von der Bühne um im nächsten Moment am Schlagzeug zu erscheinen. Die Omnipräsenz des Adrenalinbündels bestimmt das Tempo des Abends. Das Sextett ist bekannt für seine hervorragende Live Performance und unzähligen Hits, vor allem aus den 80er Jahren.14 Songs haben Sie an Bord, davon aber nur zwei aus Ihrem aktuellen Album. Mit „Can't Slow Down " legte die anglo-amerikanische Band nach nunmehr 15 Jahren ein neues Studioalbum vor. Das man der Versuchung hauptsächlich chartorientierte Balladen zu produzieren widerstand, zeigte sich schon
beim sehr straight und gitarrenbetontem „Can't Slow Down". Hier wird im alten Stil der frühen Foreigner überraschend druckvoll und melodisch gerockt. „When It Comes To Love ", der zweite neue Song, folgt eine wirklich nette Ballade mit eindrucksvoller Saxophoneinlage. Am legendären und typischen Sound ist unverwechselbar Foreigner zu erkennen und beweist eindrucksvoll, dass Sie noch immer Spaß an der Musik haben. Mit seiner aktuellen Truppe hat Urgestein Mick Jones adäquate Mitstreiter gefunden. Ähnlich wie die Kollegen von Journey, die ihren x-ten Frühling erleben, sind auch die runderneuerten Foreigner live eine Macht. Mit Kelly Hansen, der problemlos das Double von Steven Tyler (Aerosmith) sein könnte, hat die Band einen wirklich optimal passenden Sänger von hoher Qualität gefunden, verfügt dieser doch auch über das notwendige Feeling um diese Musik ansprechend und gekonnt zu intonieren. Die Rhythmussektion mit Jeff Pilson (Bass), Brian Tichy (Schlagzeug, Ex-Billy Idol) und Michael Bluestein (Keyboard) macht mächtig Dampf. Tom Gimbel spielt das legendäre „Urgent-Saxophon-Solo“ so grandios, dass sich die Tränensäcke freiwillig entleeren. 90 Minuten werden die bekanntesten Hits mit Ohrwurmgarantie für die grenzüberschreitenden Altersklassen wie an einer Perlenkette aufgereiht. „Blue Morning, Blue Day”, „Waiting For A Girl Like You”, „Dirty White Boy”, „Starrider”, „Feels Like The First Time”, „Juke Box Hero” stehen für perfekten Mainstreamrock ohne Schnickschnack von hart bis herzerweichender Balladen. Es hat schon einen Grund, warum über 70 Millionen Tonträger in den Regalen der Fans landeten. Die Begeisterung in der Halle war mit Sicherheit Kelly Hansen
zuzuschreiben, der seit fünf Jahren die „Rampensau“ gibt und dessen Stimme des Ur-Sängers Lou Gramm frappierend nahekommt.
Nach der Schmachthymne „I Wanna Know What Love Is“ und dem Megakracher „Hot Blooded” weiß jeder, die Band lebt bei ihrem Auftritt auch heute noch, zur Freude aller Fans, von der Substanz alter Songs. Fotos: Harald Stein
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