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Live-Interview mit den Scorpions
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KULTUR | Kultur Regional
Mittwoch, den 05. Mai 2010 um 07:21 Uhr

speyer-aktuell-Mitarbeiter Harald Stein traf die wichtigsten Scorpions - Klaus Meine, Rudolf Schenker, Matthias Jabs - bei RPR 1 (Tillmann Uhrmacher Show) zum Presse-Exclusiv-Interview. Gut gelaut stellten die Rock-Stars sich den Fragen.

Harald Stein: Hallo Klaus, Du hast über 40 Jahre nicht nur Rockmusik gemacht, Du hast sie auch gelebt. Wie kann man sich Klaus Meine als Rentner vorstellen?
Klaus Meine: Das ist eine gute Frage! Das weiß ich eigentlich auch noch nicht. Ich habe so viele Jahre Musik gemacht, da werde ich auch weiterhin dem Rock treu bleiben. Ich habe viele Songs geschrieben, also werde ich auch weiterhin Lieder schreiben. Wenn man, wie Du sagst, Rockmusik gelebt hat, kann man nicht nach der Abschiedstour aufhören und nur die Füße hoch legen. Das wäre auch nicht mein Ding. Ich werde der Musik immer verbunden bleiben.

Harald Stein: Rudolf, in der Ludwigsburg-Arena erlebte ich Euch mit orchestraler Begleitung. Vom Fotograben aus konnte ich in jedem Eurer Gesichter reine Spielfreude ablesen. Was ist das für ein Gefühl, Rockmusik mit Orchester?
Rudolf Schenker: Kannst du dich daran erinnern? Bereits 2000 spielten wir das erste Mal mit den Berliner Philharmonikern und produzierten das Klassik Meets Rock-Album „Moment Of Glory“. Das war wirklich grandios. Mit einem Orchester gemeinsam auf der Bühne Musik zu machen, ist ein tolles Gefühl und bestimmt ein Höhepunkt in unserer langjährigen Bandgeschichte. Wir waren selbst überrascht, wie unsere Musik klingt. Songs die ich schon seit vielen Jahren singe, entdeckte ich wieder neu. Da bemerkst du erst, welches Potential in den Liedern steckt. Wir haben aber diesen Crossover nicht erfunden. Queen und Deep Purple standen schon vor langer Zeit mit den London-Symphonikern auf der Bühne. Wir selbst haben das inzwischen schon mit verschiedenen Orchestern erfolgreich praktiziert.   
  
Harald Stein: Klaus, es gab viele Künstler wie Tina Turner oder Howard Carpendale, die auf Abschiedstour waren. Nach einigen Jahren kam sie auf die Bühne zurück. Können wir das auch mit Scorpions erleben?
Klaus Meine: Diese Tour dauert fast drei Jahre und wir werden ja auch nicht jünger. Das wird für uns alle ein riesiger Stress. Wir sind in Nord- und Südamerika, Europa, Asien, also rund um den Globus unterwegs. Glaube mir, wenn diese Tournee zu Ende ist, möchte erst einmal jeder sein neu gewonnenes Leben genießen. An unserer Einstellung hat sich bis jetzt nichts geändert, letztes Album und letzte Tour. Gegenüber anderer Bands, haben wir uns nie eine kreative Auszeit gegönnt. Wir waren auf der ganzen Welt immer präsent.

Harald Stein: Matthias, Du besitzt in München ein Geschäft. Wird man Dich nach der Tour öfter hinter der Ladentheke treffen?
Matthias Jabs: Ich habe vor fast drei Jahren in München ein alt eingesessenes Geschäft für Gitarren und Zubehör übernommen. Ich war mit Scorpions viel unterwegs und selten dort anzutreffen. Vielleicht ändert sich das einmal. Am 08. Mai spielen wir in München und da werde ich bestimmt vorbei schauen.

Harald Stein: Rudolf, gibt es für Dich einen Unterschied vor 5.000 oder vor 50.000 Leuten zu spielen?             
Rudolf Schenker: Nein, da gibt es für uns keinen Unterschied. wir würden auch mit viel Spaß vor 1.000 Leuten spielen. Einen Unterschied gäbe es vor 50 oder 100 Leute zu spielen. Das hätte etwas Intimes. Da wären wir sehr nahe an den Menschen dran. Ich erinnere mich an ein Konzert in Krakau. Da spielten wir vor circa 800.000 Leute. Wenn dir das bewusst ist und du die Bühne betrittst, weißt du ganz genau, das ist bestimmt einmalig. 
 
Harald Stein: Klaus, was war für Dich das Highlight des Jahres?
Klaus Meine: Es gab dieses Jahr schon einige Highlights. Ein Highlight war die Veröffentlichung unserer brandneuen CD „Sting In The Tail“ im März. Ein absolutes Highlight aber war der Stern auf dem „Hollywood Rock Walk“ in Los Angeles im April. Da sind so viele Stars verewigt und Scorpions sind jetzt auch mit dabei.

Harald Stein: Matthias, ich hörte, von hier aus fährst Du erst nach Mannheim. Wurdest Du da geboren?
Matthias Jabs: Nein, ich bin aus Hannover. Mein Sohn studiert in Mannheim „Wirtschaft“ und wenn ich jetzt schon in Ludwigshafen bin, werde ich ihn natürlich besuchen. Er wird sich bestimmt darüber freuen. (Foto: hs)
 

 

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