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Mirja Boes: Königin des Wahnsinns wird nächste Woche erwachsen
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KULTUR | Kultur Regional
Samstag, den 15. Mai 2010 um 08:55 Uhr

Von Harald Stein
„Erwachsen werde ich nächste Woche“ verspricht Standup-Komödiantin Mirja Boes in Mutterstadt. Mit ihrem zweiten Soloprogramm geht es um das Erwachsenwerden und natürlich müssen wieder die Männer als Hauptthema herhalten. Das überwiegend junge und weibliche Publikum spricht sie im Pallatium aus der Seele, wenn sie den trivialen Geschlechterkampf, gut verpackt und mit vollem Körpereinsatz auf die Bühne bringt.

Mirja Boes ist die Königin des Chaos, mit blondem Haar. Doch ihr harmloses Äußeres täuscht. Die Frau, die schon mit ihrem Hit „Zwanzig Zentimeter“ den kleinen Unterschied zwischen Mann und Frau aufs Korn nahm, trägt ein Shirt mit der Aufschrift: „Glied hihihi“. Der Funke springt direkt über, schon als sie klar macht, was man während der Veranstaltung alles nicht darf: „Grillen wäre Scheiße und dicke schwere Gegenstände auf die Bühne schmeißen auch". Als erstes werden die witzigsten Klingeltöne der Zuschauer getestet, um gleich festzustellen, dass sie ein ihr ebenbürtiges Publikum vorfindet, zumindest was den schrägen Humor und die Lautstärke betrifft. Für die Pause macht sie schon mal das Angebot, Wünsche und Anregungen in einen bereit gestellten Korb zu legen. Danach könne man dann im kleinen Kreis über sexuelle Probleme sprechen. Erwachsene Menschen wohnen vernünftig“, so klärt sie der Vater auf. Also kauft sie sich ein Haus. Voller Stolz präsentiert sie ein beleuchtetes Puppenhaus. Leider findet es nicht so Recht den väterlichen Beifall, also legt sie sich etwas Größeres zu. Doch auch das Barbie-Zelt ist ihrem alten Herrn nicht gut genug. Mirja Boes ist schnodderig, spricht wahnsinnig schnell und ist immer in Bewegung.
Als erstes müssten sich die Herren der Schöpfung mal merken, dass Frauen nicht auf selbst gebastelte Geschenke stünden, außer, sie stammen aus den Händen von Louis Vuitton. „Frauen nehmen auch gerne etwas Teures, Gekauftes, keinesfalls jedoch Haushaltsgeräte“. Die prinzipiell männerfeindlich Gesinnte lädt ein jung vermähltes Paar in ihren quietsch blauen Gummisessel auf die Bühne ein, die sich über ihr schrecklichstes Geschenk ausheulen dürfen, worüber Mirja gleich ein Lied dichtet. Die Männer im Publikum mussten angesichts der Versuchung, Haushaltsgeräte zu verschenken, den Satz „Ich lasse sie stehen“ nachsprechen. Auch hinsichtlich ihrer Promi-Kolleginnen ist die Kölnerin nicht zimperlich: Mit Männern von Umzugsfirmen sei es wohl so wie mit Verona Pooth: „Athletische Umzugshelfer vom Typ Mister Lover-Lover sind ein bisschen wie Verona Pooth. Sie sehen gut aus, aber sie sollten nicht sprechen“. Nebenbei schiebt sie alle schlechten Eigenschaften des Abends Gülcan zu. Dass Mirja Boes lustig ist, stellte sie eindrucksvoll unter Beweis.
Die Comedypreisträgerin erzählt aus ihrem Leben wie das Zusammenziehen mit ihrem Freund und der gemeinsame Besuch eines Baumarktes: „Dort mutieren Männer zu kleinen Kindern“. Für sie dagegen sei der Baumarkt so wie ein Volksmusikkonzert, „das gibt es, aber man weiß nicht, warum Leute hingehen“. Überhaupt haben Männer für Mirja Boes etwas Komisches, vor allem wenn sie schlafen: „Sie sehen aus wie angeschossene Karpfen.“ Mit scharfer Zunge kritisiert sie Dünnbrettbohrer, die Wände durchlöchern und hinterher von Testbohrungen sprechen. Den Kleiderschrank baut Frau ohne hintere Wand auf, so wird er auch begehbar. Für Frauen, die ein Regal aufbauen wollen, hat Boes einen Tipp: „Mit einem Weinchen klappt alles besser. Trinken, schrauben, Glas abstellen. Steht das Regal schief, die Prozedur wiederholen, und zwar so lange, bis die Flasche leer ist.
Am Ende ist es egal, ob das Regal schief steht oder nicht“. Beim Improvisieren greift die selbsternannte „Königin des Chaos“ auch zu ihrer selbstgebastelten Jägermeister-Panflöte. Mit viel Selbstironie gibt sie einen Rundumschlag zu Themen wie Klassentreffen. „An vielen nagt der Zahn der Zeit, aber an manchen nagt ein ganzes Haifischgebiss“. Doch so kennt ihr Publikum sie und liebt ihre erfrischende Quirligkeit. (Fotos: Harald Stein)
 

 

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