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Personifizierte deutsch-französische Freundschaft: 'de klää Franzos' Eugene Flicker bekommt Verdienstmedaille des Landes
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LEBEN | MENSCHEN
Montag, den 18. Juli 2011 um 19:00 Uhr

Mit Eugene Flicker wird am 23. August im Festsaal der Staatskanzlei in Mainz ein weiterer Speyerer neben Eckhard Krieg von Ministerpräsident Kurt Beck mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Eugene Flicker, im Elsässischen Bischwiller  geboren und aufgewachsen, wird in seiner Wahlheimat Speyer in Anspielung auf seine eher kleine Statur liebevoll "de klää Franzos" genannt. Als Persönlichkeit gehört Flicker aber zu den Großen der Stadt, denn er personifiziert die deutsch-französische Freundschaft wie kein anderer.

 "Dafür lebe ich immer noch", bekennt er freimütig und betont, dass er sich - mit inzwischen 82 Jahren - jüngst hat breitschlagen lassen, einen Französisch-Konversationskreis im Rahmen der Freundeskreises Chartre zu übernehmen, der sich einmal im Monat im Restaurant  "Meson Toledo" trifft, um sich in Französisch miteinander zu unterhalten. "Ich habe meine Ziehharmonika dabei und wir singen deutsche und französische Volkslieder", sagt er im Gespräch mit speyer-aktuell und verweist damit auf seiner zweite Passion, die Musik. Zwar kann er nicht mehr auf der Trompete spielen - der Blutdruck, wie er sagt - aber gerne spielt er mit dem Akkordeon im Seniorenbüro auf. Nicht zu vergessen, dass er ein zweisprachiges, vom Südwestfunk vertontes Liederheft geschrieben hat.
Der quirlige, ehemals dreifache Speyerer Bohnenkönig des "Gardecorps Rot-Weiß", denn Fasnacht ist eine weitere Leidenschaft von Eugene Flicker, kam als Vertragsfußballer beim FV Speyer 1951 in die Domstadt: "Ich war nach dem Krieg der erste Franzose, der beim  ehemaligen Kriegsgegner Fußball spielte", erinnert er sich. Noch heute ist er sportlich aktiv, macht er alljährlich das Sportabzeichen.
Seine Frau Irma, mit der er seit 58 Jahren verheiratet ist, hat er ebenfalls in Speyer 1951 kennen und lieben gelernt. Als geborene Langlotz ist sie ein echt Speyerer Mädel, wie sie sagt. Wenn die Beiden sich anschauen, dann ist auch nach so vielen Ehejahren ein Glitzern in  ihren Augen zu sehen.
Zwar ging das Ehepaar Flicker nach der Hochzeit für einige Jahre zurück nach Frankreich, aber seit 1964 sind sie "wegen des Geschäfts" - Eugene Flicker war selbstständiger Kaminbaumeister - zurück nach Speyer gekommen.
In der Vergangenheit wurde Flicker bereist vielfach ausgezeichnet. So bekam er die bereits die Ehrennadeln der Stadt und des Landes sowie die Ehrenmedaille des Pariser Innenministeriums. Auch als Lebensretter bei der Feuerwehr in Bischwiller  wurde Flicker geehrt. 
Höchste fasnachtliche Dekoration wurde ihn mit zahlreichen Goldenen Löwen sowie mit Europäischen Karnevalsorden mit Brillanten zuteil.
Zwar freuen sich die Flickers auf die Feierstunde in der Mainzer Staatskanzlei, aber ebenso freuen sie sich auf ihren fünfwöchigen Spanienurlaub, den sie einen Tag danach antreten. (ks/Foto: ks)