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100 Tage im Amt: Bürgermeisterin Monika Kabs liebt Veränderungen - Arbeitsschwerpunkte im Jugend- und Sozialbereich
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LEBEN | MENSCHEN
Montag, den 07. Juni 2010 um 06:42 Uhr

Was ist das für ein Gefühl, wenn man über dem Oberbürgermeister sitzt? Monika Kabs lacht und erzählt: „Da kamen eines Tages Kinder von einem Kindergarten, die waren ganz goldisch, ein Kind hat gefragt, 'Wo sitzt denn dein Hoch-Chef?' Ich habe dem Kind geantwortet, dass mein Hoch-Chef unter mir sitzt. Das war ziemlich lustig.“ Der Oberbürgermeister residiert im Stadthaus eine Etage tiefer.

 Speyer-Aktuell besuchte Monika Kabs, die morgen 100 Tage als Speyerer Bürgermeisterin im Amt ist. Inzwischen hat sich Frau Bürgermeisterin eingelebt. „Mein Büro bietet einen fantastischen Ausblick, den ich auch genieße“, schwärmt sie. „Und der Schreibtisch von meinem Vorgänger bleibt deswegen auch so stehen“, fügt sie an. Die wichtigste Frau der Stadt hat ein Fenster zum Dom.
Wände und Decke ihres neuen beruflichen Zentrums ließ Monika Kabs streichen. Was noch fehlt sind Bilder. Die Stühle um den runden Tisch, an dem unser Gespräch stattfindet, will Monika Kabs irgendwann neu beziehen lassen. Neu ist der Teppichboden. Die Dezernentin für Kultur, Bildung, Sport, Jugend, Familie, Senioren und Soziales erinnert erst einmal an ihren politischen Werdegang, der sie zu ihrem jetzigen Amt brachte.
„Ich war 15, als ich Mitglied in der Junge Union wurde. Nun bin ich fast 35 Jahre Mitglied der CDU, seit rund zehn Jahren bin ich stellvertretende Kreisparteivorsitzende, dem Stadtrat gehörte ich seit 1989 an“, erklärt unsere Gesprächspartnerin kurz und knapp. In jungen Jahren war sie in der Pfarrgemeinde St. Otto aktiv.
Ihr Amt als Vorsitzende der Speyerer Frauen-Union will Monika Kabs nach 18 Jahren, „wie Elisabeth Stützel“ vor ihr, nun abgeben. Die Bürgermeisterin grinst: „Meine Nachfolgerin kann sich also darauf einstellen, was zeitlich auf sie zukommt."
Nach dem Abitur am Nikolaus-von-Weis-Gymnasium studiert Monika Kabs Englisch, Geschichte und katholische Theologie. Während des Studiums in Landau gründet sie mit ihrem Gatten Manfred eine Familie: nacheinander erblicken Christoph, Johannes und Philipp das Licht der Welt.
Was dann folgt, ist eine Meisterleistung: Ausbildung, Familie und Beruf hat Monika Kabs unter einen Hut gebracht. Nach dem Studium geht die junge Mutter als Lehrerin an die Kopernikus-Realschule in Ludwigshafen, dann an die Nibelungen-Hauptschule in Worms und schließlich nach Speyer an die Burgfeld-Hauptschule. Bis zu ihrem Amtsantritt als Bürgermeisterin war sie Konrektorin und Rektorin der Siedlungs-Hauptschule in Speyers Norden.
Angesprochen auf die finanzielle Situation der Städte und Gemeinden und ob die freiwilligen Leistungen in Speyer noch bezahlbar sind, antwortet Monika Kabs deutlich, dass, wenn bei der Volkshochschule, bei der Musikschule, bei der Jugendförderung, bei der Kulturnacht, bei den Sportvereinen und beim Kinder- und Jugendtheater gekürzt wird, „die Stadt ihre Seele verliert.“ Die städtische Kultur wird verkümmern. Die Bürgermeisterin: „Unsere Stadt geht dann kaputt.“
Auf die Frage, woher sie Finanzmittel nehmen kann, um nicht kürzen zu müssen, verweist Monika Kabs beispielsweise auf Fördermittel aus EU-Töpfen – „Sponsoren werden nur für Projekte Geld geben.“ Insgesamt zählt der Sozialhaushalt, den die Bürgermeisterin zur Verfügung hat, rund 50 Millionen Euro.
Ganz wichtig ist für Monika Kabs die Jugendhilfe, beziehungsweise die Kindererziehungshilfe: „Hier nimmt die Zahl der betroffenen Haushalte zu.“ Hinsichtlich der Annahme des städtischen Betreuungsangebotes sagt dier Sozialdezernentin: „Je früher, desto besser“. Die Problematik gehe „durch alle Schichten der Gesellschaft.“
Angesprochen auf Schwerpunkte der vor ihr liegenden Arbeit hebt Monika Kabs drei Problemfelder hervor: „Die Jugendhilfe muss eine frühe Hilfestellung geben, schon dann, wenn ein Baby geboren ist, die Kitas müssen ausgebaut werden, denn es muss in Betracht gezogen werden, auch für einjährige Kinder Plätze zu schaffen und was das Sozialgesetzbuch II betrifft, bleibt abzuwarten, wie der Bundesrat entscheidet.“
Mit Monika Kabs sprach Bernhard Bumb - Foto: sim

Zehn Fragen an Monika Kabs

speyer-aktuell: Was spornt Sie an?
Monika Kabs: Ich bin kein Mensch der ruhig da sitzt, ich liebe Veränderungen und Herausforderungen. Deswegen habe ich auch die Chance genutzt, Bürgermeisterin zu werden und ich habe zugegriffen. Ich bewege gerne und bewirke gerne etwas vor allem in Speyer. In dieser Stadt kann ich sichtbar mitgestalten. Das macht mir bestimmt auch Spaß.

Welcher war Ihr unnötigster Lustkauf?
Den gab es nie!

Auf welche eigene Leistungen sind Sie besonders stolz?
Ich habe eine tolle Familie, einen prima Mann, wir sind eine harmonisch lebende Gemeinschaft. Darauf bin ich besonders stolz.

 Welcher Versuchung können Sie nicht widerstehen?
Ich kann keine Buchhandlung verlassen ohne einen Krimi zu kaufen.

Wenn nicht in Speyer, wo möchten Sie gerne wohnen?
Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Ich reise gerne, aber ich komme immer wahnsinnig gerne nach Speyer zurück.

Mit wem möchten Sie mal gerne essen gehen?
Mit Karl Lagerfeld und Alice Schwarzer. Ich finde beide äußerst interessant, auch deren Lebensläufe. Im Vergleich mit mir sind beide total gegensätzlich. Da hätte ich bestimmt auch interessante Gespräche.

Welche wäre Ihre Henkersmahlzeit?
Ein ordentliches Rumpsteak mit Zwiebeln.

Was möchten Sie der Welt gerne mal sagen?
Dass es mir schlecht wird, wenn ich sehe, was um uns herum alles passiert. Im Golf von Mexiko erleben wir zur Zeit ein ökologisches Desaster, Afghanistan ist eine ganz fürchterliche Geschichte.

Wenn Sie wüssten, dass morgen die Welt untergehen würde, was würden Sie am letzten Tag tun?
Ach du lieber Gott! Ich würde meine Familie um mich haben.

Ihr Sternzeichen?
Löwe.

 

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