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Deutsche Industriegeschichte mitgeschrieben: Hans-Joachim Spengler wird 70
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LEBEN | MENSCHEN
Mittwoch, den 15. Januar 2014 um 10:27 Uhr
Von Klaus Stein
Zwar liegen die Wurzeln von Hans-Joachim Spengler in der Pfalz, seine Eltern kamen beide aus Hauenstein, aber geboren ist er vor 70 Jahren, am 15. Januar 1944, in Oranienburg. Sein Vater Otto war Flugzeugingenieur und im Krieg dort stationiert. "Allerdings gingen meine Eltern nach Kriegsende erst einmal wieder nach Hauenstein zurück, sagte Jochen Spengler, wie ihn seine Freunde nennen, im Gespräch mit unserer Zeitung. Bei Kaffee und von seinem 16-jährigen Enkel Max gebackenem Christstollen plaudert er am großen Esszimmertisch in der Wohnung mit Domblick in der Sonnengasse, direkt am Speyerbach, über sein Leben.

Da es in der Pfalz keine Arbeit für Otto Spengler gab, wuchs Jochen an verschiedenen Orten auf, unter anderem im Saarland und in München. Er ging zur Volksschule, besuchte anschließend die Handelsschule, machte eine Ausbildung zum Industriekaufmann, holte das Abitur nach und studierte Betriebswirtschaft.
Die Flugzeuge, die das Leben seines Vaters bereits prägten, ließen auch Hans-Joachim Spengler sein Leben lang nicht los, denn seine Ausbildung machte er bei der Messerschmitt AG in Manching, die 1964 zur Messerschmitt-Bölkow-Blohm AG (MBB) fusionierte. Als jüngster Abteilungsleiter in der MBB-Geschichte wurde er 1968 in Manching für die Materialbeschaffung zuständig. Nach seinem Studium avancierte er zum Hauptabteilungsleiter Materialwirtschaft und 1981 Chef des Controllings bei MBB.
1982 übernahm Hans-Joachim Spengler im Werk Speyer die wirtschaftliche Leitung. In den Jahren zuvor prägten heftige Kämpfe um den Erhalt des Speyerer Flugzeugwerks die Arbeit in der Domstadt. Es seien immer noch schwierige Jahre für die Speyerer Flugzeugbauer gewesen, erinnert sich Spengler, vor allem nach einer weiteren Neuorganisation der Deutschen Luftfahrtindustrie 1990. In der Folge wurde die Hubschrauberwartung von Speyer nach Donauwörth verlegt, dafür wurden Produkte hierher verlegt, die man in anderen Werken loshaben wollte.
Als Folge eines Sanierungsprogramms mit Namen "DOLORES" sollte das Speyerer Werk einmal mehr auf der Strecke bleiben. "Ich habe mit meinen zwei leitenden Kollegen Bönig und Traber ein Übernahmekonzept für das Werk erarbeitet, wir wollten es in eigener Regie weiterführen." Das sei am Einspruch des Betriebsrates gescheitert, der die gesamte Belegschaft mit ins Spiel gebracht habe. So sei es dann 1997 zur Übernahme des Werks in Speyer durch die Belegschaft gekommen. Spengler, der damit Deutsche Industriegeschichte mitgeschrieben hat, wurde Vorstand/ Geschäftsführer des neuen Unternehmens, blieb es bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden 2007.
"Dieses Modell, dass die Produktionsmittel in Händen der Belegschaft waren, fand ich ganz toll, entsprach es doch meinen Grundüberzeugungen." Das ganze, bundesweit beachtete Projekt dauerte fünf Jahre: "Wir waren so erfolgreich, dass sich Investoren für uns interessierten", so Spengler. Dem Angebot von "Safeguard" 2001 hätten die Mitarbeiter und Eigentümer nicht widerstehen können, denn für eine 5-DM-Aktie seien 4.500 DM geboten worden. "Auch der Betriebsrat war irgendwie erleichtert, hatte er doch wieder ein klares Feindbild", so Spengler lächelnd.
Bereits sein Vater habe so etwas wie Deutsche Flugzeuggeschichte geschrieben. Unter der Leitung von Paul Bauer waren der Speyerer Alexander Thönes als Pilot und Otto Spengler als Bordwart 1938 bei einer Deutschen Himalaya-Expedition am "Nanga Parbat" mit dabei. Spektakulär war, dass für den Lastentransport eine dreimotorige Ju 52 eingesetzt wurde, die ihre Lasten über dem Hauptlager abwerfen sollte. Ausgewählt worden waren sie vom 1. Weltkriegs-Fliegerhelden Ernst Udet persönlich.
Auf Werben von Professor Carl Böhret seien die Flugzeugwerke vor 20 Jahren Mitglied bei der Johann-Joachim-Becher-Gesellschaft geworden. 1996 wurde Hans-Joachim Spengler Beiratsmitglied, und seit 2008 führt er als Vorsitzender den Verein. "Die Arbeit als Becher-Vorsitzender macht mir großen Spaß", bekannte er. Er sei ja gerade erst wiedergewählt worden und werde das Amt noch eine Weile ausüben.
Seinen 70. Geburtstag verbringt Hans-Joachim Spengler mit seiner Lebensgefährtin in Mexiko. (Foto: ks)

 

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