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Mit Durchsetzungsvermögen und Ausdauer zum Erfolg – Unternehmer und Ober-Handwerker Hans Ziegle blickt nach über 40 Jahren Berufsleben optimistisch in die Zukunft
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LEBEN | MENSCHEN
Sonntag, den 04. Dezember 2016 um 18:16 Uhr
Von Rolf Dammel
Verantwortung übernehmen, ausdauernd sein, kreativ denken und handeln. Dabei unter Umständen auch bewusst das eine oder andere Risiko in Kauf nehmen - das seien entscheidende Kriterien zu einer erfolgreichen Karriere. Der das sagt ist der in Speyer lebende Unternehmer Hans Ziegle, der neben den eigenen Erfahrungen auch aus seinem reichen Erfahrungsfundus in 22 Jahren als Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Vorderpfalz schöpft. Seit mehr als zwei Jahrzehnten bildet er gemeinsam mit Geschäftsführer Rainer Lunk die Führungsspitze des "Dienstleistungszentrums Handwerk" in Ludwigshafen.

Dieses betreut außer der Kreishandwerkerschaft und ihren Innungen mehrere Fachverbände und handwerkliche Organisationen, ist mit der Entwicklung neuer Initiativen wie dem Pilotprojekt "Zukunftsoption Fachkraft" und seinen Förder- und Ausbildungskonzepten bundesweit längst zu einem Begriff geworden. Einigen Auf-  und Abbewegungen im Laufe der Jahre zum Trotz, habe das Handwerk weder unter Not noch an Beschäftigungslosigkeit gelitten und sich kontinuierlich nach vorne entwickelt. Dennoch gebe es für das Handwerk, den "Ausbilder der Nation", auch Anlass zur Sorge wegen des gravierenden Mangels an Nachwuchs. Laut  Ziegle sei dies - neben mangelnder schulischer Vorkenntnisse von Bewerbern - auch der Industrie geschuldet, die im Wettbewerb um die Auszubildenden nichts unversucht lasse,  die  Handwerksbetriebe auszubooten. 
Das vorbildliche duale System der Berufsausbildung in Deutschland genieße im Ausland hohen Stellenwert, bekräftigt Ziegle. Trotz hoher Abbrecherquoten in technischen Studiengängen wie Maschinenbau oder Elektrotechnik sei die Tendenz bei vielen jungen Menschen aber weiterhin auf Abitur und Studium gerichtet und eben nicht auf den Weg zu einem Handwerksberuf.  Auch wegen mangelnder Risikobereitschaft möglicher Nachfolger käme es immer häufiger zu Problemen bei der Übergabe von Betrieben. Ziegle ist der Überzeugung, dass viele eigentliche Praktiker verlorengingen, denen ein Meisterbrief besser zu Gesicht gestanden hätte. Aus eigener, positiver Erfahrung rät der Unternehmer allen jungen Leuten in den Betrieben oder an der Universität sich bereits während frühzeitig in der Ausbildung kundig zu machen, Kontakte mit Firmen zu knüpfen, sich um Praktikumsplätze oder entsprechende Ferienjobs als Basis für ein späteres Netzwerk zu bemühen.
Junghandwerkern rät er, sich in deren jeweiligen Innungen und Verbänden zu engagieren. Nach vorne schauen, sich mit Neuerungen vertraut zu machen, sei in einer Zeit rascher Veränderungen wie der vierten industriellen Revolution "Industrie 4.0" (Verzahnen der Produktion mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik mittels intelligenter und digital vernetzter Systeme) unabdingbar. Die Lücke, die Ziegle hinterlässt, wenn er Ende des kommenden Jahres seine Amt als Kreishandwerksmeister aufgibt, wird nicht so leicht zu schließen sein.
Hans Ziegle weiß, wovon er redet. Schließlich zählt zu seinem eigentlichen  Kernaufgaben die Leitung der Ziegle-Dienstleitungsgruppe mit Hauptsitz Ludwigshafen mit über 1.200 Mitarbeitern. Aus der einstigen klassischen Gebäudereinigung, vor 40 Jahren gegründet, ist mittlerweile ein leistungsstarkes Unternehmen entstanden, das infrastrukturelle Dienstleistungen unter dem Dach der Ziegle Dienstleistungsgruppe bündelt und managt.
Bereits als junger Mann verdiente er sich im Nebenerwerb durch Putzen Geld hinzu. Er sah in diesem Bereich großes Potenzial, machte sich Selbstständig, absolvierte eine klassische Lehre und erwarb den Meisterbrief. Durch das Fachabitur und ein BWL-Studium holte er sich auch das kaufmännische Rüstzeug. Dabei war er keineswegs immer nur auf Rosen gebettet. Auch Tiefpunkte pflasterten den Weg des jetzt 63-Jährigen. Mit Optimismus, Risikobereitschaft und einem unbändigen Durchsetzungswillen hat er es geschafft, seinem Unternehmen bundesweit einen guten Ruf zu verschaffen. So ist Ziegle Teil der seit acht Jahren bestehenden "SESCO", in der sich sechs mittelständische, inhabergeführte Betriebe zusammengetan haben, um regional nicht begrenzte Großkunden flächendeckend bedienen zu können.
Das Tätigkeitsfeld ist dabei sehr vielfältig.  Durch die regionale Verwurzelung der sechs Gesellschafter ist eine qualitativ hochwertige Leistungserbringung gewährleistet. Aus dem Kerngeschäft Gebäudereinigung hat sich ein optimierter, serviceorientierter Betrieb  entwickelt. Unter dem Dach der Ziegle Dienstleistungsgruppe bündelt und managt das Unternehmen im Regionalbereich von 200 Kilometern Umkreis (Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordbaden, Südhessen und der Stadt Frankfurt) mannigfache Dienstleistungen am, um und im Gebäude. Ergänzt wird das Portfolio mit weiteren qualitativen Pfeilern, wie speziellen Dienstleistungen und Sicherheitsdiensten.
Die Flexibilität des Betriebes ermöglicht es, schnell und adäquat auf Kundenwünsche zu reagieren.  Dies alles – auch in enger Verknüpfung mit Umweltschutz - unter einen Hut zu bringen, ist eine wahre Herkulesarbeit, bekennt Ziegle offen. Neben hohen Anforderungen der Kunden an den Leistungskatalog mit  Qualitätsmanagement, Arbeitssicherheit und dem Kostenfaktor, kämen bisweilen ausufernde bürokratische Anforderungen seitens der Länder, des Bundes oder Vorgaben der Europäischen Union hinzu, so der Firmenchef nüchtern. Mit zuverlässigen Geschäftspartnern sei die Dienstleistungsgruppe aber in der Region gut aufgestellt. Dazu zählen  LUTEX GmbH,  Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks, Kreishandwerkerschaft Vorderpfalz, Landesinnung Hessen des Gebäudereiniger-Handwerks, Lukom-Ludwigshafener Kongress- und Marketing-Gesellschaft mbH, Marketing-Verein Ludwigshafen e.V.
Hans Ziegle begleitet weitere hochrangige Ehrenämter, so als stellvertretender Bundesinnungsmeister und Präsident der Internationalen Gemeinschaft des Gebäudereinigungs-Gewerbes (FIDEN), die ein entsprechendes zeitliches Engagement erfordern.
Die eigene Nachfolge im Unternehmen – noch ist es nicht soweit - konnte Ziegle nach reiflicher Überlegung in einem Tandem Mann-Frau inzwischen organisieren. Ganz wird sich der quirlige Firmenleiter jedoch nicht zurückziehen. Immer noch sprüht er voller Energie und Schaffenskraft. Neben Musizieren, Tennisspielen, Radfahren, Wandern und Unternehmungen in Sachen Kultur hat  sich Ziegle kürzlich mit dem Zukauf eines Unternehmens, das Naturprodukte und Saunaaromen herstellt, ein neues Hobby zugelegt. "Jetzt bin ich endlich auch als Produzent im Geschäft", so Ziegle mit einem zufriedenen Lächeln. (Foto: ks)

 

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