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Von der Landwirtschaft zum Autohaus: Spannende Geschichten von Franz Raber im Erzählcafé
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GESELLSCHAFT UND KIRCHE | Seniorenmagazin
Montag, den 11. April 2011 um 15:42 Uhr
Von Karl-Heinz Jung
Unter den 100 Besuchern im Historischen Ratssaal waren viele Freunde, Schul-und Berufskameraden und ehemalige Mitarbeiter von Franz Raber, die  an lustige Ereignisse erinnerten. Sein ehemaliger Berufsschullehrer Hasso von Schaaffhausen, der den manchmal übermüdeten Franz „oft unsanft weckte“, war auch unter den Zuhörern.  Eine Anzeige des Lehrers wegen „Kinderarbeit“ hatte keinen Erfolg, da sich der Schüler „gerne zu der Arbeit im Fuhrgeschäft“ bereitfand. Franz Raber hatte damals für seinen verunglückten Vater das Transportgeschäft organisiert.

Sein Berufswunsch Autoschlosser konnte nicht verwirklicht werden. Ein Lanz-Bulldog wurde angeschafft und mit 15 Jahren wurde eine Sondergenehmigung zur Fahrprüfung erteilt. Er bekam den Führerschein und transporttierte Tag und Nacht Zement, Kies, Stahl, usw. Der aufmerksame Polizist Dietrich und dessen Kollege verboten die  gewerblichen Fahrten. Wieder half eine Sonderprüfung in Mainz mit der Auflage ,"so langsam  zu fahren wie er zeichnen könne“.
Es wurde ein Lastwagen gekauft, der eher ein Schrotthaufen war. Er wurde repariert, Teile erneuert, neu lackiert und schließlich an Berthold Böttigheimer gut verkauft. Der danach erstandene MAN 4/15er ohne Kippeinrichtung, aber mit Allradantrieb, half die Transportprobleme in der starken Bauphase von Speyer zu lösen.
Natürlich wurde Raber von seinen Freunden an die Motorradrennen am Eselsdamm erinnert. Dieter Steigleiter mit einer NSU-Fox und Franz Raber mit einem geschenkten „Hähnel-Motorrad“ waren die Kontrahenten.
Der frisch installierte Gartenzaun an den Eberhardtschen Gärten, die Lehmaufschüttung, der frische Regen und  Polizist Dechant brachten Raber und die Polizeiuniform in einen „lehmigen, unkenntlichen Zustand“. Auf der Wache wurde bald klar, dass „dess dem Raber seiner iss“.
Erinnert wurde dabei an das Kasperltheater in der Schule mit dem Titel: “Mich kriegt der net“, was zu einer Lachsalve der Zuhörer führte.
Durch starke Arbeitsbelastung und einen Unfall wurde ein Wirbel beschädigt und so entschloss sich der Unternehmer zum Aufbau  einer Tankstelle. Durch Mitgift in Form von Äckern an der neu gebauten Auestraße wurde der Grundstock gelegt. Weitere Zukäufe kosteten damals 5 Mark pro Quadratmeter. Durch Veränderungen bei der ARAL-Organisation wurde Speyer ausgegrenzt. „Mach doch selbst ein Autohaus auf“, schlug Freund Seelinger vor. Vater Raber war geschockt und sah „schunn alles de Bach nunnergehe“. Doch Bruder Heiner hatte Kfz-Mechaniker gelernt, Onkel Karl steuerte Geld dazu bei, Böttigheimer unterstützte den Vorschlag und Direktor Wieland von der Volksbank gab auf den „ guten Namen“ eine Finanzierungszusage. So schrieb Raber  Autohersteller  an und bat um die Gebietsvertretung. Alle Autofirmen waren bereits in Speyer oder im Umland vertreten.  Regionalverantwortlicher Schlee organisierte den Vertrag mit Direktor Stiehler von NSU in Neckarsulm.
Nach täglichen Transportfahrten wurde in Abendkursen der Heinrich-Lanz-Schule Mannheim für die Vorbereitung auf die IHK Prüfung“ gebüffelt“. Dank Ehefrau und der "unbändigen Energie, das Leben zu meistern“, wurde die Prüfung bestanden und das Volontariat abgeleistet.
Mit Familienhilfe wurde die Werkstatt und die Hallen erbaut. Am 2. November 1965 , 9.00 Uhr, wurde das Autohaus für NSU/ Prinz 4/TT mit einem Meister und drei Mechanikern eröffnet. Um 10.00 Uhr schloss die
Polizei wieder, weil der „Eintrag in die Handwerksrolle noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht war“.
An vielen Tankstellen der Südpfalz wurde die „Prinz-Badewanne“ ausgestellt. Der Tankwart sprach die Kunden an, so wurden in einem Dorf 40 Prozent aller Autos von Raber geliefert. Einmal wurde sogar ein Pferd in Zahlung genommen, damit  der Landwirt seinem Sohn einen „Prinz“ kaufen konnte.
Nach NSU, kamen Simca, Chrysler und schließlich  Honda und Suzuki, da sich die Anforderungsprofile und Ausstattungswünsche geändert hatten.
Tochter Rose und vielleicht bald die beiden Enkel führen - "so Gott will“ - das Geschäft des Gründers weiter. Dann kann er sich noch mehr seinem „Tennis“ widmen, wo er als "Chef, Altstar und Organisator“ gebraucht wird. Daneben  erzählt Raber gerne seinen Enkeln „Stories“.
Moderator Karl-Heinz Jung dankte Franz Raber, Winfried Doppler und Horst Funk. Letztere hatten „Es war einmal“ und „ Man müsste nochmal zwanzig sein“ gesungen und begleitet. (Foto: Privat)

 

 

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