BECHER UND DIE GEGENWART

VIDEOS

URLAUB UND FREIZEIT

MENSCHEN

LESERBRIEFE

JUGENDMAGAZIN

MEIST GELESENE ARTIKEL

NATUR UND UMWELT

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

MODE UND LIFESTILE

SOCIAL-BOOKMARKING

Hinzufügen zu: Facebook Hinzufügen zu: Mr. Wong Hinzufügen zu: Webnews Hinzufügen zu: Windows Live Hinzufügen zu: Favoriten.de Hinzufügen zu: Linksilo Hinzufügen zu: Readster Hinzufügen zu: Linkarena Hinzufügen zu: Del.icoi.us Information

AKTUELLE MELDUNGEN

"Ein buntes Messetreiben, bei dem sich Neuheiten mit Bewährtem zu einer spannenden Einheit verknüpfen werden",...
Mit einem "Partyabend" feierte am Freitag die Firma Bödeker die offizielle Eröffnung ihres "BÖ-Fashion ...
Getreu seinem Motto "Just for Fun" fand die Mitgliederversammlung des Biker Clubs Speyer vor einigen Tagen in ...
Aus dem Jugendhilfeausschuss: Stadtverwaltung erwartet bis 2020 514 zusätzliche Kinder durch Neubaugebiete - Michaela Fischer-Heinrich stellt Bedarfsplanung an Kitas für kommende Jahre vor
Drucken
SPEYER | Speyer heute
Montag, den 13. März 2017 um 10:47 Uhr
Michaela Fischer-Heinrich (Jugendhilfeplanerin) und Ulrike Stoll (Sozialplanerin) haben in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Mittwoch die Kindertagesstättenbedarfsplanung für das Kindertagesstättenjahr 2017 / 2018 ff. vorgestellt. Basis der Planungen ist die Bevölkerungsentwicklung, die starken Schwankungen unterliegt. Konnte man beispielsweise für das Jahr 1994 noch einen Bevölkerungsrückgang verzeichnen, so gibt es für 2015 ein Plus von 542 Einwohnern. Mehr Einwohner bedeutet auch einen steigenden Bedarf an Kita-Plätzen.

In einigen Altersgruppen überschreitet der Versorgungsgrad den Zielwert (bei den 0-Jährigen (von der Geburt bis einen Tag vor dem ersten Lebensjahr), den 6- bis 11-Jährigen und den Ganztagsplätzen), für die Einjährigen und die Zwei- bis Sechsjährigen muss die Stadt noch angemessene Betreuungsmöglichkeiten schaffen. Das Haus für Kinder (Diakonissen) wird Anfang 2019 geschlossen und stattdessen ein Kompensationsbau auf dem Gelände der Diakonissen errichtet. Die Kita Seekatzstraße ist in Bau, die geplante Kita auf dem Russenweiher-Gelände soll Platz bieten für vier geöffnete Gruppen. Bis zum Kindertagesstättenjahr 2019/2020 soll der Zielwert (100%) bei den Zwei- bis Sechsjährigen erreicht sein. In Speyer-West wird bis dahin der Versorgungsgrad in allen Versorgungsklassen steigen. Dennoch werden laut der Planung auch im Kindertagesstättenjahr 2019 / 2020 30 Plätze für die Einjährigen fehlen.
Dass derzeit 297 Plätze für die Zwei- bis Sechsjährigen „fehlen“, ist kein Problem, weil Eltern ihre Kinder in diesem Alter zu Hause betreuen oder das Angebot Kindertagespflege nutzen. Die Ein- und Zweijährigen haben den größten Bedarf an Kindertagespflege in Speyer. „Kindertagespflege dient der Überbrückung und wird gerne zur Randzeitenbetreuung eingesetzt“, sagt Michaela Fischer-Heinrich. Auch die Wohnungsbauentwicklung muss bei der Kindertagesstättenbedarfsplanung berücksichtigt werden. Sollten alle Wohnungsbauprojekte realisiert werden, rechnet die Stadt bis 2020 mit 514 zusätzlichen Kindern in Speyer. Ein Drittel (171 Kinder) sind im Alter von 0 bis 6 Jahren. Die Ausschussmitglieder stimmten dem Vorschlag der Verwaltung zu, die bei Bedarf in der städtischen Kita Schatzinsel im Laufe des Kitajahres 2017 / 2018 eine Hortgruppe (20 Plätze für schulpflichtige Kinder unter 14 Jahren) in eine große altersgemischte Gruppe (maximal zehn Hortplätze und zwölf Plätze für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren) oder eine Regelgruppe (22 Plätze für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren) umzuwandeln will. Dadurch würde auch der Anteil der Ganztagsplätze von 24 auf 36 erhöht. Einstimmige Zustimmung fand auch der Antrag über die Verlängerung der Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt und dem Deutschen Kinderschutzbund. Bis zum 30. Juni 2020 wird sich der Kinderschutzbund um die Qualifizierung, Beratung, Unterstützung, Begleitung und Vermittlung von Kindertagespflege kümmern. Die Stadt finanziert dazu eine sozialpädagogische Fachkraft (1,4-Stelle) und eine Verwaltungsfachkraft (0,35 Stelle) und übernimmt Sach-, Honorar- und Fortbildungskosten in Höhe von 2.500 Euro jährlich.
Einstimmige Zustimmung fand auch der Antrag zur Gewährung zusätzlicher Teilzeitstellen zur Einstellung von Azubis zur Erzieherin in Kitas (duale Teilzeitausbildung). Die elf städtischen Kitas dürfen zwei zusätzliche Teilzeitstellen, die 16 Kitas in freier Trägerschaft vier zusätzliche Teilzeitstellen durch Azubis zur Erzieherin (jeweils ab dem Kitajahr 2017 / 2018, duale Teilzeitausbildung) einrichten.
Ausführlich stellten Bettina Baldauf, Linda Mayer und Dorothee Rennwanz-Etzel die Anforderungen an die Schulsozialarbeit vor. 13 Schulsozialarbeiter sind in Speyer beschäftigt, sie verteilen sich auf zehn Schulen. Frau Baldauf koordiniert mit einer halben Stelle die Schulsozialarbeit. Frau Mayer und Frau Rennwanz-Etzel schilderten ihre Arbeit an der Woogbachschule in Speyer-West. Speyer-West hat den höchsten Anteil an Alleinerziehenden im Stadtgebiet, den höchsten Anteil an ausländischen Familien und die Arbeitslosigkeit ist überdurchschnittlich hoch. Trennung, Scheidung und Streit haben einen negativen Einfluss auf die Kinder. In der Woogbachschule überwiegt der Anteil der Kinder mit Migrations-Hintergrund (62 %). Ein Problem ist, dass auch die zweite und dritte Generation der Migranten kein Deutsch spricht und bei Schulproblemen ihren Kindern nicht assistieren kann. Die Schulsozialarbeiterinnen der Woogbachschule beraten Kinder, Eltern und Lehrer gleichermaßen, schlichten Streits und führen in den zweiten Klassen Veranstaltungen zum Sozialen Lernen durch. Weiteres Thema der Jugendhilfesitzung war die Notunterbringung. Die Anzahl der Einsätze für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und die Zahl der Inobhutnahmen ist gestiegen. Die städtischen Mitarbeiter werden meistens spätabends oder nachts angerufen und müssen dann schnellstmöglich eine Unterbringung für einen Jugendlichen, der von seinen Eltern abgewiesen wurde, suchen. Das Problem ist, dass die Mitarbeiter inzwischen sehr weit fahren müssen, um einen Platz in einem Kinderheim zu bekommen. Die Kapazitäten für solche Unterbringungen in Speyer und im Umland sind erschöpft oder nicht ausreichend vorhanden.  Jürgen Illers von der Jugendberatung der Stadt Speyer, sagt: „Wenn wir traumatisierten Kindern fachgerecht helfen wollen, können wir nicht stundenlang telefonieren.“ Die Stadt will nun nach Lösungen suchen, die Kapazitäten für solche Fälle schafft, „auch wenn das ein paar Euro kosten wird“, sagt Claudia Völcker. Die Neukonzeption der Kinder- und Jugendarbeit in Speyer ist ein fortlaufender Prozess. Einige Mitglieder des Jugendhilfeausschusses (Gudrun Weber, Christof Specht, ein Vertreter der katholischen Kirche) haben sich bereit erklärt, Mitglied der Lenkungsgruppe zu werden. (chs)     

 

Kommentare können erst nach einer Anmeldung auf unserer Seite abgegeben werden.
Neue Einträge werden erst nach Freischaltung sichtbar.