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Speyer: Menschen mit Demenz im Fokus: Rund 160 Teilnehmer bei Validationsworkshop mit Vicki de Klerk-Rubin
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SPEYER | Speyer heute
Mittwoch, den 21. Juni 2017 um 07:30 Uhr
Das Autorisierte Zentrum für Validation® hat Interessierten aus Pflege und Be-treuung am 13. Juni bei den Diakonissen Speyer-Mannheim  einen Workshop mit Vicki de Klerk-Rubin, Validation Master® und Tochter der international anerkannten Validationsbegründerin Naomi Feil, angeboten. Rund 160 Teilnehmer ließen sich ganz praxisnah in die Grundlagen der Validation einführen. "Ich bin dankbar, dass ich an diesem Workshop teilnehmen konnte. Jetzt habe ich ein besseres Verständnis davon, was in desorientierten Menschen vorgeht", zog eine Teilnehmerin sichtlich angetan Bilanz. "Tief berührt vom Thema Validation und der Vermittlung im Workshop" zeigte sich eine Hospizreferentin am Rande der Veranstaltung.

"Vicky de Klerk hat es verstanden, uns auf sehr sensitive Art und Weise näher zu bringen, wie wir mit alten, desorientierten Menschen validierend und einfühlsam umgehen können", hob eine Teilnehmerin hervor, die in einer Altenhilfeeinrichtung in der sozialen Betreuung tätig ist.
Validation® ist eine Form des Umgangs mit desorientierten, sehr alten Menschen und bedeutet wörtlich "Wertschätzung" des anderen. Die amerikanische Gerontologin Naomi Feil hat diesen Weg des würdevollen Miteinanders Anfang der 1970-er Jahre entwickelt. "Validation ist eine wichtige Grundlage für den Umgang mit Menschen mit Demenz", betont Hedwig Neu, Leiterin des für den Workshop zuständigen Autorisierten Zentrums für Validation® in Wachenheim, das der Landesverein für Innere Mission in der Pfalz e.V. (LVIM) seit 1997 betreibt. "Menschen mit Demenz verfügen über viel Lebensweisheit. Validation hilft uns dabei, dies zu erkennen und Ohnmacht und Unverständnis zu überwinden. Das ist eine sehr befriedigende Erfahrung für beide Seiten."
Schirmherr des Workshops in Speyer war Pfarrer Dr. Günter Geisthardt, Vorsteher der Diakonissen Speyer-Mannheim. Bei der Eröffnung der Veranstaltung unterstrich er, wie wichtig in diakonischen Einrichtungen eine validierende Haltung beim Umgang mit Menschen mit Demenz ist.
Vicki de Klerk-Rubin, als Geschäftsführerin des Validation Training Institute mit Sitz in Springfield/Oregon zuständig für die weltweite Organisation von Validation, berichtete, wie ihre Mutter Naomi Feil dazu kam, Validation zu entwickeln. Die amerikanische Gerontologin und Sozialarbeiterin habe im Umgang mit desorientierten, sehr alten Menschen zunächst Realitätsorientierung und Ablenkung angewendet. "Durch Beobachtung und Zuhören hat sie aber festgestellt, dass Personen mit Demenz stark mit ihrer Vergangenheit beschäftigt sind", so de Klerk-Rubin. In vielen Gesprächen – auch mit Angehörigen – sei ihr klar geworden, dass jedes desorientierte Verhalten einen Grund hat.
Validation geht davon aus, dass Menschen mit Demenz unerledigte Ereignisse in der Vergangenheit aufarbeiten. Diese Form des Bewältigens erfolgt in unterschiedlichen Phasen der Desorientierung. Im Workshop stellte die Referentin diese vier Phasen vor und vermittelte Validationsprinzipien. Dazu gehört die Einschätzung, dass Empathie und Wertschätzung helfen, das Selbstwertgefühl zu stabilisieren. Dies machten sich die Workshop-Teilnehmer bei anschaulichen Partnerübungen bewusst.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung trainierten die Workshop-Besucher einfache, verbale und nonverbale Validationstechniken wie den richtigen Abstand finden, die richtige Augenhöhe einnehmen, Umformulieren, so genannte W-Fragen (Wer? Wie? Wo? Was? etc.) stellen sowie Singen. Zwischendurch hatten die Teilnehmenden immer wieder die Möglichkeit, sich mit ihren Fragen, Kommentaren und Fallbeispielen einzubringen.
Zentrumsleiterin Neu stellte die in Stufen aufgebaute Validationsausbildung vor. Ihre Bilanz der Veranstaltung fiel uneingeschränkt positiv aus: "Frau de Klerk hat es verstanden, Validation auf einfühlsame Weise und an den Bedürfnissen der Workshop-Teilnehmer/innen orientiert zu vermitteln. So ist klar geworden, dass Validation ein zutiefst humanistisches Konzept ist, das die Bedürfnisse desorientierter, sehr alter Menschen in den Mittelpunkt rückt." Dies quittierten die Teilnehmer am Ende des Workshops mit lang anhaltendem Applaus.

Über Vicki de Klerk-Rubin und Naomi Feil:

Vicki de Klerk-Rubin führt das Lebenswerk ihrer Mutter Naomi Feil fort. Die gebürtige Amerikanerin, die in Den Haag/NL lebt und ihre Workshops im deutschsprachigen Raum durchgehend auf Deutsch hält, ist Master of Business Administration und hat 1997 ihr Staatsexamen als Krankenschwester an der Hogeschool in den Niederlanden erworben. Seit den 1980-ern praktiziert sie Validation, seit 1991 ist sie als Validationstrainerin tätig. Im Jahr 2002 erhielt sie als weltweit Erste für Weiterentwicklungen im Bereich Validation das Validation-Level4-Master-Zertifikat.
Die Mutter de Klerk-Rubins, Validationsbegründerin Naomi Feil, wurde 1932 in München geboren und wuchs in Cleveland/Ohio, Amerika, in einem von ihrem Vater geführten Altenhilfezentrum auf. Nach dem Abschluss für Sozialarbeit an der Columbia University in New York begann sie, selbst mit alten Menschen zu arbeiten. Von 1963 bis 1980 entwickelte sie die Validations-Methode, über die sie 1982 das Buch "Validation, The Feil Method" (dt. Titel: "Validation, ein Weg zum Verständnis verwirrter alter Menschen", 1990), veröffentlichte, das heute als Grundlagenwerk für Validation gilt. 2009 hat Naomi Feil in Wien den Alois Alzheimer Preis erhalten. Altersbedingt gibt sie ihre Lehrtätigkeit in Europa, die für sie immer mit langen Reisen verbunden war, jetzt auf.

Über Validation beim LVIM:

Der LVIM ist Träger des Autorisierten Zentrums für Validation nach Naomi Feil, das sich unter anderem durch Schulungen für Fachleute und Laien für die Verbreitung der Methode engagiert. In der Altenhilfe beim LVIM ist Validation fest integriert. So haben das Wörther Pfarrer-Johann-Schiller-Haus und das Bürgerspital in Wachen-heim als weltweit vierte und fünfte Einrichtung das Validationszertifikat der internationalen Dachorganisation Validation Training Institute erhalten. 2016 wurden zwei weitere Altenhilfeeinrichtungen des LVIM mit dem Zertifikat ausgezeichnet, das Willi-Hussong-Haus (WHH) in Kandel und das Theodor-Friedrich-Haus (TFH) in Haßloch.   
Auch immer mehr Mitarbeiter des ebenfalls vom LVIM betriebenen Evangelischen Krankenhauses Bad Dürkheim verfügen über eine Validationsqualifikation, um auf die steigende Zahl von Patienten mit Demenz vorbereitet zu sein. 
"Als diakonischer Träger ist es uns besonders wichtig, die uns anvertrauten Men-schen ganzheitlich zu begleiten, als Einheit von Seele, Geist und Körper", unter-streicht Hedwig Neu, Leiterin des Autorisierten Zentrums für Validation. "Auch Men-schen mit Demenz haben ein Anrecht auf ein Leben in Würde und Zufriedenheit. Validation hilft uns, ihnen das zu ermöglichen." (spa/Foto: privat)

 

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