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Speyerer Bischöfe freuen sich über Weinzehnt aus Kirrweiler - Delegation aus der Südpfalz bringt Weingeschenk nach Speyer
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SPEYER | Speyer heute
Dienstag, den 27. Juni 2017 um 10:33 Uhr
Eine besondere Überraschung haben die Kirrweiler bei der diesjährigen Weinzehnt-Übergabe geboten. Kaum war das Gefolge aus der Südpfalz mit Kutsche und Blaskapelle am Dom eingetroffen, tönte es laut aus dem Domnapf: "Herbei ihr Leut! Kommt herbei!" Der Kirrweiler Georg Weis war in die Rolle des Verwalters des göttlichen Weinkellers geschlüpft und hatte unter anderem gute Ratschläge für Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Weihbischof Otto Georgens parat. Sie sollten im kommenden Jahr für gutes Wetter sorgen, denn sonst bliebe ihr Weinkeller leer, mahnte der "Verwalter".

Trotz eines schwierigen Weinjahrs 2016 konnten sich Wiesemann und Georgens über jeweils 136 Flaschen freuen – wie immer Grauburgunder.
Die Kirrweiler waren wie gewohnt mit einem großen Gefolge nach Speyer gezogen. Nicht nur Mitglieder des Gemeinderates, der Vereine und Weinbrüder begleiteten Bürgermeister Rolf Metzger, sondern wie gewohnt auch die Weinprinzessin, die dieses Mal Janine I. heißt. Mit dabei war ebenfalls der neue Kirrweiler Pfarrer Peter Nirmaier, der durch seine eine historische Pfarrerskleidung in der Menge herausstach.
Auf die Historie Kirrweilers ging Bürgermeister Metzger in seiner Ansprache ein. Der Ort habe sich in den letzten Jahren stark auf seine Geschichte besonnen, erklärte er. Dazu gehöre auch der Weihnzehnt, den die Kirrweiler vom Mittelalter bis 1793 dem Bischof von Speyer ablieferten. Denn der südpfälzische Ort war bis dahin Sommerresidenz der Fürstbischöfe und noch immer besteht hier ein bischöflicher Weinberg. Nachdem das Bistum Speyer 1817 neu begründet wurde, gab es zunächst keine Weinzehnt-Abgabe, bei der dem bischöflichen Landesherrn ein Zehntel des Weinertrages abgeliefert werden musste. Erst vor sieben Jahren belebten die Kirrweiler die Tradition anlässlich des 950. Domweihe-Jubiläums neu. Von da an handele es sich um eine freiwillige Abgabe, betonte Metzger.
Die Kirrweiler Ortsgeschichte ist auch Inhalt eines Theaterspaziergangs, der seit letztem Jahr und noch bis zum September durch und um den Weinort führt. Die Szene, die Georg Weis darbot, stammt aus diesem Stück, wobei er die Rolle für die Weinzehnt-Übergabe ein wenig abgeändert hatte. "Der Auftritt war eine sehr spontane Idee", verriet er.
Bischof Wiesemann bedankte sich herzlich für den Tropfen und versicherte: "Wir nehmen den Wein nicht für uns persönlich, sondern er wird bei besonderen Anlässen ausgeschenkt." Dadurch werde der Weinzehnt vielen Menschen Freude bereiten. Weihbischof Georgens hatte wie immer ein blaues Winzerhemd übergestreift und gab ausgesuchte Zeilen zum Besten. Dabei warf er wie Bürgermeister Metzger einen Blick in die Geschichte und zitierte aus der Wein-Epistel von Pfarrer Carl Theodor Schultz, die dieser 1964 für seine Kirrweiler Winzer geschrieben hatte. Mit dem Zitat verdeutlichte Georgens, wie die Bibel den Wein huldigt, aber auch zum maßvollen und bewussten Genuss mahnt. Daran schloss er ein französisches Gebet des Winzers an.
Bürgermeister Metzger bedauerte, dass 2016 ein schwieriges Jahr für den Wein war mit viel Nässe und Pilzbefall. Dennoch umfasst der Weinzehnt insgesamt 272 Flaschen. Der Wein stammt in diesem Jahr vom Weingut Schlössel, das bei der Verkostung durch Fachleute des DLR (Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum) in Neustadt ausgewählt wurde. Kirrweiler Winzer können sich mit ihren Tropfen für den Weinzehnt bewerben. Die Trauben seien am 10. Oktober 2016 gelesen worden, es handele sich um eine Spätlese trocken, fruchtig mit wenig Säure, erläuterte Metzger den Bischöfen, bevor sie die Schenkungsurkunde unterzeichneten. Anschließend stießen alle miteinander an – selbstverständlich mit dem Weinzehnt-Wein, ehe die Bischöfe mit den zahlreichen Schaulustigen plauderten. Für Stimmung, die manche sogar schunkeln ließ, sorgten die St. Martiner Weinschlauchdudler, die mit ihrer Blasmusik zum ersten Mal die Weinzehnt-Übergabe begleiteten.

Text und Fotos: Yvette Wagner

 

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