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Natürlicher Prozess: Setzung des Oberrheingrabens keine Folge der Erdölförderung - Schwarzer Rohstoff in Sandsteinporen
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SPEYER | Speyer heute
Sonntag, den 01. Oktober 2017 um 12:21 Uhr
Von Klaus Stein
Speyer ist eine Erdölstadt, eine Tatsache, die vor einigen Wochen durch eine Zeitungsveröffentlichung ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt ist. Eine Tageszeitung hatte berichtet, angeblich gestützt auf ein Gutachten, dass sich der Boden unter Speyer bis zu mehr als vier Zentimeter pro Jahr senken könnte und es in einen Zusammenhang mit der Ölförderung gebracht. "Das ist Unsinn", sagte Beate Klehr-Merkl, bei ENGINE zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, im Gespräch mit speyer-aktuell. Zwar würden die vier Zentimeter in einem Umweltverträglichkeitsgutachten im Rahmen eines bergrechtlichen Genehmigungsverfahrens erwähnt, seien aber Maximalwerte, bezogen auf einen Zeitraum von 30 Jahren, also ein bis zwei Millimeter pro Jahr.

Das entspreche der natürlichen Setzung des tektonisch aktiven Oberrheingrabens, bei dem es immer wieder - zu meist leichten - Erdbeben komme. "Unser Erdbebenmonitoring durch in 300 Metern Tiefe installierte empfindlichen Mikrofone belegt, dass es keine Erdbebentätigkeit durch unsere Aktivitäten gibt", so Klehr-Merkl.
Bei der Speyerer Erdölförderung würden keine Hohlräume entstehen, denn das Rohöl befinde sich in kleinen, natürlichen Poren des Buntsandstein, also des Gesteins, mit dem beispielsweise der Dom erbaut worden sei. Zum Beleg für diese Aussage präsentierte sie zwei Bohrkerne, einer schwarz mit dem Erdöl und einer hell ohne Öl (siehe Foto).
Wenn solch eine Lagerstätte in 2.300 Metern Tiefe angebohrt werde, dann steige das bei der dortigen Temperatur von über 120 Grad Celsius flüssige Öl (bei 20 Grad plus verliert es seine Fließfähigkeit) durch den vorherrschenden "hydrostatischen" Druck von 230 bar durch Klüfte im Sandstein von alleine nach oben: "Wir fracken nicht", beantwortet Klehr-Merkl eine oft gestellte Frage.
Durch das vierfach abgesicherte und auf Leckagen überwachte Förderrohr (siehe Foto 02) komme neben Öl auch Lagerstättenwasser und Gas mit empor. In einem Ölabscheider werden Öl und Wasser getrennt. Mit Tanklastwagen - "Wir fahren nicht durch die Stadt" - werde das Rohöl zur Raffinerie gebracht. Das Gas werde zur Eigenenergieerzeugung genutzt, das Wasser wieder nach unten gepumpt, um den Druck aufrecht zu erhalten. Außerdem füllten sich die Sandsteinporen mit Wasser. Überhaupt werde Sicherheit großgeschrieben, da sorgten schon die in Deutschland geltenden Gesetzte dafür.
"Eigentlich ist das Rohöl viel zu schade zum Verbrennen, das sagen wir immer unseren Besuchern, denn es können daraus hochwertige Produkte wie Kunststoffe, Reinigungsmittel, Kosmetika und sogar Kondome enthalten Erdöl."

Hintergrund:
Da sich früher am Oberrhein ein Meer befand, konnte durch organische Ablagerungen Erdöl entstehen. Bereits seit dem 15. Jahrhundert wussten die Menschen von der schwarzen Masse, in der sich Wildschweine gerne suhlten. Die erste Suchbohrung wurde 1896 bei Frankweiler niedergebracht. Seit 1950 wird vor allem in der Südpfalz bei Landau Erdöl gefördert. Insgesamt wurden 1.300 Bohrungen in der Region vorgenommen.
Seit 2008 wurden insgesamt acht Bohrungen von Speyer aus Richtung Dudenhofen vorgenommen, zwei davon im Gewerbegebiet Nordost und sechs am Rhein neben dem Müllberg. Die erste Bohrung in eine Tiefe von etwa 2.300 Metern erfolgte bereits 2003, aber damals wollten die Stadtwerke durch Erdwärme (Geothermie) Energie erzeugen. Aber anstatt auf heißes Wasser stieß man auf Erdöl. Geologische Untersuchungen bestärkten die Vermutung, dass es sich um förderwürdige Vorkommen handelt. Es gründete sich 2007 ein Konsortium aus der "Palatina GeoCon GmbH" und "GDF Suez E&P", heute "ENGINE", um den Rohstoff nach oben zu bringen, nachdem das Landesamt für Geologie und Bergbau eine Lizenz erteilt hatte. (Fotos: ks)
 

 

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