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Starkes Plädoyer für Verständigung: Landesweiter Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum in Speyerer Dreifaltigkeitskirche
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SPEYER | Speyer heute
Mittwoch, den 01. November 2017 um 17:52 Uhr

von Hansgerd Walch
An ihrem 300. Geburtstag wurde die Dreifaltigkeitskirche in Speyer dazu auserwählt, Ort des zentralen Gottesdienst der Evangelischen Kirchen in Rheinland Pfalz und des Festaktes des Landes Rheinland Pfalz zum Jubiläum "500 Jahre Reformation" zu sein. Der Gottesdienst und der Festakt wurde im SWR übertragen, sodaß ganz Deutschland sehen konnte, welch schöne Spätbarockkirche Speyer hat. Als ein starkes Plädoyer für Frieden und Verständigung und gegen jede Art von Gewalt hat der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad die zentrale Botschaft Luthers von Gottes Macht "Allein durch das Wort" bezeichnet.

 Sie mache deutlich, dass Worte die Welt zum Guten verändern können. Das "Wort" zog sich durch den gesamten Gottesdienst und so sang man des öfteren "am Anfang war das Wort…." Martin Luther habe das Wort Gottes als Wort der Versöhnung, das Frieden schaffens, in die Mitte unserer Gesellschaft gerückt, so Schad weiter. Er forderte auf, dass die Impulse der Reformation als zukünftige Aufgabe für Kirche und Gesellschaft gesehen werden.
Schad wörtlich: "üben wir uns in der Sprache der Liebe, gemeinsam, in ökumenischer Geschwisterlichkeit"."  Sie sei es auch, welche die christlichen Konfessionen zur Einheit führe und die Kraft und Macht besitze zwischen allen Religionen Frieden zu stiften. Radikalen Eiferern nachzuleben und das Wort Gottes mit Gewalt durchzusetzen sei sicherlich der falsche Weg. Die Religionen müßen im friedlichen Zusammenwirken zueinander finden.
Die Feier, die auch per "Public Viewing" übertragen wurde, konnte man in der Heilig-Geist-Kirche und auch im Mutterhaus der Evangelischen Diakonissenanstalt Speyer verfolgen.
Christine Gölzer, die Pfarrerin der Dreifaltigkeitsgemeinde, stimmte auf die Feier ein. Unterstützt wurde sie vom Speyrer Dekan Markus Jäckle sowie der Prebyteriumsvorsitzenden Annekatrin Schwarz. Ökumenische Statements gaben Ruth Raab-Zerger für die Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Mennoitengemeinden, Erzpriester Dr. Georgios Basioudis, der Griechisch-Orthodoxe Metropolitin Deutschland und der Speyrer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann ab.
Den musikalischen Rahmen gestaltete an der Orgel Kirchenmusikdirktor Robert Sattelberger, der Chor des Pfalztheaters Kaiserslautern unter Leitung von Chordirektor Johannes Köhler und das Bläserensemble des Pfälzischen Posaunendienstes mit Landesposaunenwart Christian Syperek. Übrigens Bläser waren zu Luthers Zeiten diejenigen, die die Gottesdienste musikalisch gestalteten.
In der anschließenden Feierstunde des Landes Rheinland Pfalz begrüßte Ministerpräsidenten Malu Dreyer (SPD) die Gäste, unter anderem von der CDU Julia Klöckner, Minister ihres Kabinetts und Landtagsabgeordnete sowie Oberbürgermeister Hans-Jörg Eger. Dreyer erinnterte daran, dass die Reformation nicht nur ein religiöses Geschehen gewesen sei, sondern sie habe vielmehr eine Entwicklung in Gange gesetzt, die Europa und Deutschland bis heute politisch und kulturell präge. In seiner Festansprache zeigte sich Altbundestagspräsident Wolfgang Therese, im übrigen ein Katholik, "trotz aller Freude unzufrieden", da das Wort der "versöhnten Verschiedenheit" nicht ausreiche, die Konfessionen zusammenzuführen. Die Katholiken haben mit Papst Franziskus ein Kirchenoberhaupt mit "lutherischen Qualitäten". Zugleich betonte Thierse, dass Protestanden und Katholiken so nahe beieinander stehen wir noch nie und nannte die Oberhäupter beider Kirchen, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx "Zwillinge", die in ihrem Auftreten nichts trennen könnte. Dies ist angesichts der Abgrenzungsgeschichte der beiden Kirchen in der Vergangenheit bemerkenswert. Thierse ließ aber wissen, dass die Ökumene in Zukunft Sache jedes einzelnen Chrísten sei.
Landtagspräsident Hendrick Hering wies in seiner Ansprache ebenfalls darauf hin, wie bedeutend die Reformation in die heutige Zeit ausstrahle.
Umrahmt wurde die Feierstunde von David Petrlik (Violine), Sofia Roldan-Cativa (Violine), Alba González i Beccerra (Viola) und Professor Alexander Hülshoff (Violoncello).

Begleitprogramm:
In der unweit gelegenen Heiliggeistkirche waren die Besucher, die am Reformationstag aus ganz Rheinland-Pfalz nach Speyer gekommen waren, zu verschiedenen Mitmachaktionen eingeladen – etwa eine Rätselbox zu Lutherthemen zu lösen, gemeinsam zu singen und zu musizieren, eigene Thesen anzuschreiben oder aktuelle Themen anzumahnen.
Bereits am Vortag hatten die Diakonissen Speyer-Mannheim im Speyerer Mutterhaus zu Vortrag, Ausstellung und Konzert eingeladen. Pfarrerin Ellen Lanz (Kassel) referierte über Katharina von Bora, die Ausstellung "Wege der Reformation" zeigte mit Egli-Figuren in Szene gesetzte Episoden aus dem Leben von "Frau Luther". Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums ist der Reformationstag in diesem Jahr erstmals bundesweit ein arbeitsfreier Feiertag.

Hinweis: Gottesdienst und Feierstunde stehen in der SWR-Mediathek unter www.swr.de/swraktuell/rp zur Verfügung.
 
Hier noch einige Fakten zur Dreifaltigkeitskirche:
Die Dreifaltigkeitskirche wurde nach der Zerstörung Speyers im pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 als erstes öffentliche Gebäude der Wiederaufbauphase zwischen 1701 und 1717 erstellt. Johann Peter Gräber aus Mannheim war der Architekt, der diese Kirche nach Vorbild der Frankfurter Katharinenkirche erbaute. Nun wurde in den vergangenen Jahren die Kirche renoviert und der dafür gegründete Bauverein unter seinem Vorsitznden Henri Franck hat hierfür 790.000 Euro erwirtschaftet. Natürlich hat das Land einen erheblichen Beitrag zur Renovierung beigetragen, aber 200.000 Euro muss der Bauverein noch aufbringen, um die Renovierung der restlichen Bilder und Deckengemälde abschließen zu können. Dann bleibt auch noch die Renovierung der Orgel, die  nach vorsichtigen Schätzungen bei eine Million Euro liegen wird.
 

 

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