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Wirtschaft ohne Menschen: Die Digitale Revolution wird die Gesellschaft radikal verändern - Grund zur Angst vor künstlicher Intelligenz - Spannender Vortrag bei der Becher-Gesellschaft
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SPEYER | Speyer heute
Mittwoch, den 22. November 2017 um 08:12 Uhr

Von Klaus Stein
Große Fabrikhallen, in denen emsig produziert wird ganz ohne Menschen; Mehrstöckige Häuser mit 1.300 Quadratmetern Nutzfläche, in drei Tagen ausgedruckt mit einem 3D-Drucker; das größte Taxiunternehmen der Welt ohne eigene Taxis: Viele werden sagen, das ist unmöglich, ist bestenfalls Zukunftsmusik. Aber mitnichten, das ist alles heute schon Realität. Michael Finkler ist Geschäftsführer der proALPHA Business Solutions, Gründungsmitglied der Smart Electronic Factory e.V.  sowie in weiteren Einrichtungen tätig, die sich mit den Themen "Digitalisierung" und "künstliche Intelligenz" (KI) befassen, weiß, wovon er redet, wenn er von bereits sich im Gang befindlichen Entwicklungen sagt, man müsse Angst haben vor den Folgen.

 Mit dem Thema "Arbeit 4.0" als Oberbegriff für die Digitalisierung der Wirtschaft und die Veränderung der Arbeitswelt beschäftigt sich die Speyerer Johann-Joachim-Becher Gesellschaft in mehreren Veranstaltungen. Am Montag verdeutlichten Michael Finkler sowie Richard Linxweiler, Professor für Marketing und Kommunikation an der FH Pforzheim, im mit etwa 150 Besuchern gut besetzten historischen Ratssaal der Stadt, wie sich die Arbeitswelt und damit einhergehend die Gesellschaft in naher Zukunft revolutionär verändern werden.
"Wir verschlafen politisch gerade die Entwicklung und auch bei vielen Unternehmern wird immer noch nicht richtig verstanden, um was es geht", meint Finkler. Dadurch werde die Wettbewerbsfähigkeit er Deutschen Wirtschaft gefährdet. Zwar sei eine 56 Millionen treuere Studie angefertigt worden, aber hauptsächlich unter dem Aspekt der Automatisierung. "Die Digitalisierung ist aber weit mehr als Produktionsautomatisierung", so Finkler. Sie bedeute das Zusammenwachsen der realen und virtuellen Welt zu einem "Internet der Dinge und Dienste", eine starke Zunahme der Individualisierung der Produkte in einer hoch flexibilisierten (Großserien)-Produktion, die weitgehende Integration von Kunden und Partnern in Wertschöpfungsnetzwerken sowie die Verkopplung von Produkten und Dienstleistungen in sogenannte hybride Produkte.
Während der Schwerpunkte der Digitalisierung in Deutschland eher fabrikzentriert sei, setzten US-Unternehmen und zunehmend auch die Chinesen bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle konsequent auf ein Datenmonopol, denn "wer die Kontrolle über die Daten hat, der gewinnt", ist der Digitalisierungsexperte der Überzeugung. Ziel beispielsweise von Amazon oder Google sei es, die ultimative Kontrolle des Endnutzer-Zugangs und der Ausbreitung zu bekommen - für Wettbewerber keine Spielräume zu lassen.
Es gehe darum, digitale Schattenwelten zu erzeugen, die sich mit KI kontrollieren ließen. Selbstlernende Automatenfabriken, immer billiger werdende Roboter in Verwaltung und im Dienstleistungsbereich seien kaum noch aufzuhalten, so Finkler: "Im Moment entscheidet sich die Zukunft nicht nur der Industrie sondern der Wirtschaft und Gesellschaft generell." 
"Arbeitsplätze werden in großer Zahl verschwinden", bestätigte Richard Linxweiler die Aussagen seines Vorredners. Bereits die erste industrieelle Revolution im 19. Jahrhundert habe zu einer explosiven Erhöhung der Produktivität und dem Aussterben ganzer Berufszweige geführt. Gesellschaftliche Verwerfungen seien die Folgen gewesen. Das werde bei der digitalen Revolution mindestens genau so gravierend für die Gesellschaft sein wie vor 150 Jahren, wenn nicht noch folgenschwerer.
Man müsse Strategien entwickeln, wie man mit den Folgen von "Arbeit 4.0" umgehe. Beide Referenten vertraten die Ansicht, dass man Unternehmen wie "Amazon" oder Google" mehr kontrollieren müsse und dass dies auch möglich sei. (Foto: ks)

 

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