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Zeit zur Umkehr: Bewusstsein schärfen für den eigenen Lebensstil angesichts globaler Krisen - Kirchen stellen ökumenisch-geistlichen Übungsweg "erd-verbunden" vor - Hin zu ökologischer Spiritualität
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SPEYER | Speyer heute
Sonntag, den 14. Januar 2018 um 21:01 Uhr
Angesichts der globalen Herausforderungen rufen das Bistum Speyer, die Evangelische Kirche der Pfalz, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Region Südwest, die katholischen Hilfswerke Misereor und missio sowie der Trägerkreis des Ökumenischen Prozesses "Umkehr zum Leben – den Wandel gestalten" zu einer spirituellen Erneuerung und zu einer ökologischen Spiritualität auf. "Die lebensbedrohenden Krisen, vom Klimawandel bis zum Insektensterben, von weltweiter sozialer Ungerechtigkeit bis hin zu neuen Kriegsgefahren, sind Ausdruck einer spirituellen Krise. Weil der Mensch glaubt, alles machen zu können, was er kann, ist das Leben auf der Erde bedrohter denn je", erklärten sie bei einem Pressegespräch in Speyer. Als neues Angebot zur Auseinandersetzung mit dem Thema Schöpfungsverantwortung stellten sie den ökumenisch-geistliche Übungsweg "erd-verbunden" vor. Er richtet sich an alle Menschen, die an den Themen Umwelt, Ökologie und Schöpfung interessiert sind.

"Wir brauchen einen kulturellen Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft und Wirtschaft. Nicht das Streben nach immer mehr Profit, auch nicht die Hoffnung, Wirtschaftswachstum allein könne Probleme lösen, werden Wege aus den globalen Krisen eröffnen. Nötig ist vielmehr die Rückkehr zu Werten, die Leben ermöglichen", sagte Kirchenpräsident Christian Schad. Die Krisen in der Welt seien immer auch Krisen der Spiritualität. "Angesichts der Maßlosigkeit der modernen Konsumgesellschaft müssen wir wieder das rechte Maß für ein gutes Leben entdecken."
Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann betonte die christliche Mitverantwortung für die Bewahrung der Schöpfung: "Es ist für uns Christen eine Verpflichtung, beim gesellschaftlichen Diskurs über die großen Herausforderungen der Gegenwart die christlich-gläubige Perspektive einzubringen." Der Weg der spirituellen Erneuerung führe über die bloße Analyse hinaus. Der ökumenisch-geistliche Übungsweg "erd-verbunden" sei ein Angebot, um sich "immer tiefer in eine Haltung der Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfer und der Achtsamkeit im Umgang mit der Schöpfung einzuüben". Mit "erd-verbunden" betrete man Neuland.
Wiesemann sprach von einer Tradition ökumenisch-geistlicher Übungswege und "erd-verbunden" suche seinesgleichen im deuschsprachigen Raum.
"Klimaschutz ist der zentrale Punkt, denn die Ausstrocknung der Welt vernichtet die Lebensräume vieler Menschen, führt zu Migrationsbewegungen", so der Bischiof. Angesprochen auf das Thema "Digitale Revolution", einem weiteren zentralen Thema der menschlichen Zukunft, sagte Wiesemann: "Wir brauchen für die Digitalisierung ethische Regeln."

Tägliche Betrachtungen schärfen das Bewusstsein für den eigenen Lebensstil
"Die Menschheit steht am Scheideweg", ist Klaus Heidel, Mitautor von "erd-verbunden" überzeugt. Die Grundlagen der ökumenisch-geistlichen Übungsweges "erd-verbunden" sind aus Texten der Enzyklika "Laudato sí" von Papst Franziskus und des Ökumenischen Rates der Kirchen entstanden. Sie bieten Interessierten die Möglichkeit, sich mit der eigenen Schöpfungsverantwortung im Zeitalter des so genannten Anthropozäns zu befassen. "Mit diesem Begriff ist die mittlerweile eingetretene Epoche gemeint, in der die Menschheit maßgeblichen Einfluss auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde nimmt und dabei gleichzeitig die ökologische Belastungsgrenze unseres Planeten überschreitet", wie Heidel deutlich machte. "Wir brauchen nicht in Katastrophenstimmung zu verfallen, doch wir müssen unser Haus neu bauen, das heißt die Weise unseres Lebens und Wirtschaftens radikal umstellen". Heidel zeigte sich davon überzeugt, dass man durch eine Umkehr unseres Verhaltens noch ein oder zwei Generaionen Zeit habe, das Schlimmste zu verhindern.
Das Übungsheft des Projekts "erd-verbunden" bietet die Möglichkeit, sich dem Thema persönlich auf einem vierwöchigen geistlichen Weg zu nähern. Die täglichen Betrachtungen wollen dabei helfen, eine neue spirituelle Haltung einzuüben, und geben Anregungen, wie das eigene Konsumverhalten nachhaltiger gestaltet und ein verantwortungsvollerer Lebensstil realisiert werden kann. Eingebunden werden die persönlichen Betrachtungen in einen Austausch in der Gruppe.
Erarbeitet wurde der Übungsweg von einer ökumenischen Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Evangelischen Kirche der Pfalz, des Bistums Speyer, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Südwest, der katholischen Hilfswerken Misereor und missio (München) sowie des Trägerkreis des Ökumenischen Prozesses "Umkehr zum Leben – den Wandel gestalten". Das Projekt "erd-verbunden" ist bereits der dritten ökumenische Übungsweg, der von den Kirchen aus der Pfalz kommt. Die Übungswege zum Ökumenischen Kirchentag 2015 und zum 500. Jahrestag der Reformation haben bundesweit Beachtung gefunden.
Das 76-seitige Übungsheft für Teilnehmende enthält alle Texte für die vierwöchige Exerzitienzeit und ist beim Institut für kirchliche Fortbildung in Landau erhältlich. Ein Exemplar kostet 10 Euro (ab zehn Exemplaren: 8 Euro, ab 100: 6 Euro). Erhältlich sind auch ein Hintergrundheft mit grundlegenden Texten und Schaubildern zu den Herausforderungen des Anthropozäns und ein Begleitheft für Gruppenverantwortliche.
Weitere Informationen zum Übungsweg "erd-verbunden":
http://www.evpfalz.de/zentrum_typo3/index.php?id=444
Kontakt:
Institut für kirchliche Fortbildung
Luitpoldstraße 8, 76829 Landau
Telefon. 06341/55680570
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.institut-kirchliche-fortbildung.de.

 

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