BECHER UND DIE GEGENWART

VIDEOS

URLAUB UND FREIZEIT

MENSCHEN

LESERBRIEFE

JUGENDMAGAZIN

MEIST GELESENE ARTIKEL

NATUR UND UMWELT

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

MODE UND LIFESTILE

SOCIAL-BOOKMARKING

Hinzufügen zu: Facebook Hinzufügen zu: Mr. Wong Hinzufügen zu: Webnews Hinzufügen zu: Windows Live Hinzufügen zu: Favoriten.de Hinzufügen zu: Linksilo Hinzufügen zu: Readster Hinzufügen zu: Linkarena Hinzufügen zu: Del.icoi.us Information

AKTUELLE MELDUNGEN

Von Hansgerd Walch In einer harmonisch verlaufenen Mitgliederversammlung des FC Speyer 09 wurde der Vorstand einstimmig...
Die Interessengemeinschaft der Behinerten und ihrer Freunde (IBF) bietet allen Kunst- und Kulturinteressierten - erstmal...
Den zweiten Platz und die Auszeichnung "Kleiner Stern des Sports" in Silber im Bundesland Rheinland-Pfalz geht...

Salierjahr 2011 (1): Speyers Aufsteig von einer Kuhstadt zur Metropolis Germaniae
Drucken
SPEYER | Speyer heute
Samstag, den 29. Januar 2011 um 12:53 Uhr
Von Bernhard Bumb
Speyer ist eine Kuhstadt. Das sagte um das Jahr 1000 kein geringerer als der spätere Speyerer Bischof Walter, einer der gebildetsten Männer seiner Zeit. Hirten würden ihre Herden durch die Stadt treiben, heißt es. Nun lag auf dem Domplatz sogar der Schweinemarkt. Das Bistum Speyer war das unbedeutendste am Rhein. Gerade mal eine Handvoll Kirchen gab es in der Stadt, besser gesagt: Kirchlein. Unter diesen eine bescheidene Bischofskirche. Hier lebten höchstens 800 bis 900 Menschen.

 

Anno 1024 wählten die Großen des Reiches Konrad den Älteren zum deutschen König und dieser, nun Konrad II., traf eine geniale Entscheidung: Ich gründe in Speyer einen neuen Dom, größer, moderner, meiner Macht angemessen. Unter seinem Sohn, Enkel und Urenkel, die Heinriche drei, vier und fünf, sollte der größte Kirchenbau auf dem Globus entstehen. Der 950. Weihetag der größten romanischen Kirche der Welt, wird am 2. Oktober gefeiert.
Als Heinrich V., der letzte Salier – so nennt die Geschichtsschreibung die Dynastie, die mit Konrad II. beginnt –, im Jahr 1125 starb und im Dom zu Speyer bestattet wurde, war auch ein Mönch anwesend, der anscheinend über unsere Stadt nur so staunte. Denn er ließ sich beim Schreiben über seine Reise nach Speyer zu diesem Superlativ hinreißen: Speyer, Metropolis Germaniae!
Welch ein Aufstieg: von der Kuhstadt zur Metropole! Der Mönch sah eine Stadt, in der 12 Kirchen, Klöster und Stifte während dem Bau der salischen Kathedrale aus dem Boden gestampft wurden. Er sah im Dom vier Kaisergräber und die Gräber der Kaiserinnen Gisela und Berta. Er sah die bis zum Altpörtel angelegte (Handels-)Straße – damals doppelt so breit als heute.
 Er kam in die Stadt, in der die „Diplomatenschule des Reiches“ ihren Sitz hatte.
Das schon lange nicht mehr existierende Stift St. Guido war ebenfalls eine Gründung Konrads. Das Nachbardorf Otterstadt war diesem Stift rund 700 Jahre hörig, an anderen Gemeinden hatte St. Guido Anteile. Das Stift bekam seinen Namen, weil der Salier Heinrich III. den Leichnam des herausragenden heiligen Abtes Guido von Pomposa in der Stiftskirche bestatten ließ.
Speyerer Bischöfe und Stiftsherren waren Hofkanzler, Reichskanzler, Diplomaten auf höchsten Ebenen, politische Hochkaräter. Speyer war eines der salischen Machtzentren. Mit ihrem Dom haben die Kaiser Konrad II., Heinrich III., Heinrich IV. und Heinrich V. ihr Verständnis von gottgegebener Herrschaft demonstriert.
Die Befestigung der Stadt wurde ausgebaut. 68 Türme und Tortürme sollten eines Tages die Mauern der späteren Freien Reichsstadt zieren. Zum wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt und des Bistums trugen jüdische Großhändler und Geldhändler seit 1084 ihr Schärflein bei. Speyer wurde in der Salierzeit ein geistiges Zentrum des europäischen Judentums. (Fortsetzung folgt)

 

Kommentare können erst nach einer Anmeldung auf unserer Seite abgegeben werden.
Neue Einträge werden erst nach Freischaltung sichtbar.