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Ein Zeichen der Freundschaft – Um Misteln ranken sich zahlreiche Bräuche und Mythen
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GESELLSCHAFT UND KIRCHE | SPOT
Sonntag, den 17. Dezember 2017 um 19:06 Uhr
Von Michael Stephan
Misteln stehen seit alters her für Freundschaft, Liebe und Frieden. Insbesondere in der Weihnachtszeit sind immergrünen, geheimnisvollen Baumbewohner ein Symbol der Zuversicht und des Lebens. Zugleich ranken sich zahlreiche Mythen und Bräuche um die seltsame Pflanze. Wer jetzt wachen Auges durch die Natur wandert, kann die meist kugelförmigen Mistelbüche hoch oben in den winterlich kahlen Bäumen leicht entdecken. Die sparrig wachsenden, an der Basis verholzenden Misteln leben als Halbschmarotzer und entziehen ihren Wirten Wasser und Nährstoffe. Schon in der Antike maß man der Mistel kultische Bedeutung zu.

In der griechischen Mythologie öffnete Äneas mit ihr angeblich die Pforten der Unterwelt und dem römischen Gott Mercurius (Merkur) diente sie zum Öffnen des Hades, wenn er die Verstorbenen dorthin begleiten musste. Der römische Historiker Plinius der Ältere berichtete im ersten nachchristlichen Jahrhundert, dass die keltischen Druiden die Mistel verehrten und sie in besonderen Zeremonien mit goldenen Sicheln von den Ästen schnitten. Dabei durfte die Mistel den Erdboden nicht berühren, da sie, so der Glaube, sonst ihre Kräfte verlieren würde. Fast jeder kennt aus den Asterix-Heften die Geschichte von den Galliern, die durch einen Zaubertrank aus Misteln unbändige Kräfte erlangten, um die herannahenden Römer zu verdreschen. Auch im Mittelalter sprach man der Pflanze überirdische Kräfte und eine Unheil abwendende Wirkung zu. Man schnitt Mistelzweige traditionell zur Wintersonnenwende (21./22.Dezember) und befestigte sie zu Schutz vor Unheil am Haus.
In den angelsächsischen und skandinavischen Ländern darf in der Vorweihnachtszeit der traditionelle Mistelzweig über der Haustür nicht fehlen. Ein altes walisisches Sprichwort lautet denn auch: "No mistletoe, nu luck" (Kein Mistelzweig, kein Glück). Treffen sich zwei unter dem Mistelzweig, dann dürfen sie sich küssen und auf immer währende Liebe hoffen. Zuvor müssen sie jedoch eine Beere vom Zweig pflücken. Sind keine Beeren mehr am Zweig, dann ist es vorbei mit dem (Liebes-) Zauber. Wohl wegen dieses schönen Brauchs nennt der Volksmund die Mistel auch "Kusskugel". Als floristischer Winterschmuck ganz ohne amouröse Hintergründe ist sie zudem seit einigen Jahren wieder im Trend. (Bild: ks)

 

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