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Reilingen: Neues Kinderhaus für 1,6 Millionen Euro - Kindertagesstätte St. Anna im Bau
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KURPFALZ | UEBERSICHT KURPFALZ
Dienstag, den 28. Dezember 2010 um 18:15 Uhr
Erleichterung und Zufriedenheit stehen in allen Gesichtern geschrieben. Seit Anfang November wird an einer neuen Kindertagesstätte St. Anna gebaut. Sie wird voraussicht-lich im September nächsten Jahres ihre Pforten öffnen und die entstandene Lücke im Angebot der Ganztags-betreuung schließen. Denn gerade hier belegt mittlerweile eine Warteliste einen zusätzlichen, über das seitherige Angebot hinausgehenden Bedarf.

Betreuungseinrichtungen für Kinder haben in den letzten Jahren einen immer höheren Stellenwert bekommen, denn viele Mütter und Väter sind darauf angewiesen, ei-nen Kindergartenplatz für ihr Kind zu finden, um beruhigt zur Arbeit gehen und Familie und Beruf gut vereinbaren zu können. Deshalb fragen sie auch vermehrt nach Einrich-tungen mit längeren oder flexibleren Öffnungszeiten.
Und viele Mütter und Väter möchten, dass ihre Kinder gemeinsam mit anderen Kindern aufwachsen. Die Kleinen können so wichtige Erfahrungen machen, die ihnen das Elternhaus allein nicht bietet. Gleichsam spielerisch lernen sie, auf andere zuzugehen oder sich zu behaupten, mit anderen zu teilen oder anderen beizustehen und den ei-genen Platz in einer Gruppe zu finden.

Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung
Schon seit dem 01. Januar 1989 hat jedes Kind in Deutschland ab dem dritten Geburtstag einen unbe-schränkt geltenden Rechtsanspruch auf eine Kindertages-betreuung. In einem nächsten Schritt hat der Deutsche Bundestag im Jahr 2004 ein Gesetz zum bedarfsgerech-ten Ausbau der Tagesbetreuung für Kinder beschlossen, mit dem nun auch die Betreuung von Kindern unter drei Jahren eine stärkere Beachtung fand. Erheblich intensi-viert wurde diese Entwicklung noch einmal durch die Ein-führung des Gesetzes zur Förderung von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen und in der Kinderta-gespflege, das ab dem Jahr 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung oder bei Kindertageseltern für alle Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres vorsieht. Darüber hinaus sollen Kinder im ersten Lebensjahr einen Anspruch auf einen Platz in einer Einrichtung oder in der Tagespflege haben, wenn dies für ihre Entwicklung geboten ist oder die Erziehungsberech-tigten erwerbstätig sind.

Gemeinde steht zu ihrer Verantwortung
„Die Gemeinde bekennt sich zu dieser Verantwortung“, bekräftigt Bürgermeister Walter Klein. Neben der Zielvor-gabe des Bundes und Landes sei aber auch die überaus schlechte Bausubstanz des seitherigen Kindergartens St. Anna dafür verantwortlich gewesen, dass jetzt an selber Stelle ein Neubau notwendig werde. Das 1975 in Holz-bauständerweise errichtete Kinderhaus habe darüber hin-aus nicht mehr den heutigen Anforderungen und Stan-dards genügt.
Der neue Kindergarten wird rund 1,6 Millionen Euro kos-ten, rund 200.000 Euro mehr, als ursprünglich veran-schlagt. „Die seit der Planung eingetretene Kostensteige-rung ist zum Einen dem wirtschaftlichen Aufschwung und der guten Auslastung des Handwerks geschuldet, zum anderen haben die Baustoffpreise stark angezogen. Auch die erhöhten Anforderungen der Energieeinsparverord-nung (EnEV) machen sich stark bemerkbar“, erklärt Archi-tekt Eberhard Vögele.
Neubau mit Niedrigenergiestandard
Der eingeschossige Neubau in Massivbauweise ist von seiner Gebäudehülle so geplant, dass er rechnerisch ei-nen um 15 Prozent besseren Wert erreicht, als die gefor-derten Werte der Energieeinsparung Er ist als Ganzta-geseinrichtung für vier Gruppen ausgelegt; zwei davon für Kinder unter drei Jahren und zwei für Kinder über drei Jahren. Den vier Gruppenräumen sind verschiedene Funktionsräume wie Schlafräume, Kreativraum, Sanitärbe-reich und Abstellbereich zugeordnet. Ein großer Speise-raum mit integrierter Küche ist ebenso multifunktional nutzbar, wie der für Sport und Bewegung vorgesehene Mehrzweckraum. Im Zentrum des Foyers, unmittelbar nach der Eingangszone, befindet sich ein Raum der Sin-ne, der besonders den erhöhten pädagogischen Ansprü-chen gerecht werden und von den Kindern als Erlebnis-raum wahrgenommen werden soll. Für die Erzieherinnen stehen weitere Räume, darunter ein Büro für die Kinder-gartenleiterin und ein Aufenthalts- und Besprechungsraum zur Verfügung. Alle Räume haben Dank eines transparent überdachten Innenhofes Tageslicht. Als Dachform wurden höhenversetzte Pultdächer gewählt, die es ermöglichen eine Photovoltaikanlage zu installieren.
Die Gesamtnutzfläche des Neubaus liegt bei rund 745 Quadratmeter und damit rund 60 Prozent über den Flä-chenmaßen des alten Kindergartens St. Anna.
„Die sehr knapp bemessene Bauzeit lässt kaum Spielraum zu“, so Architekt Eberhard Vögele. Schließlich müsse das Projekt aus förderungstechnischen Gründen noch im Jahr 2011 komplett fertig gestellt und abgerechnet sein.
Der Rohbau werde selbst bei schlechten Wetterbedingun-gen vorangetrieben. „Bleibt es jedoch bei Temperaturen im Minusbereich, können die Mauer- und Betonierarbeiten nicht fortgesetzt werden und es wird eine witterungsbe-dingte Verzögerung im Bauablauf geben“, kündigt Vögele an..
Derzeit werden die Ringanker und Betonunterzüge über den Innen- und Außenwänden geschalt und betoniert.
Kinderbetreuung hat oberste Priorität
Überaus froh ist Bürgermeister Walter Klein, dass es mög-lich ist, trotz der finanziellen Schieflage in den öffentlichen Kassen dieses Vorhaben realisieren zu können. Machbar werde dies gerade jetzt, weil Mittel aus dem Konjunktur-programm II der Bundesregierung beansprucht werden können, mit dem sie auf die große Finanz- und Wirt-schaftskrise reagiert hat. „Das Förderprogramm versetzt uns in die Lage, wichtige Investitionen in den Bereichen Bildung und Infrastruktur vorzunehmen“, so der Bürger-meister. Investitionen, für die sonst nicht genügend Geld da wäre. Zudem könne die Gemeinde rund 545.000 Euro aus dem Ausgleichstock des Landes erwarten. Weitere 120.000 Euro seien der Gemeinde für den bedarfsgerech-ten Ausbau von Betreuungsangeboten für Kinder unter drei Jahren an Bundesmitteln zugesagt.
„Mit dem Kindergartenneubau wollen wir vor allem deutlich machen, dass gerade Kindern ein Platz ganz oben auf der Prioritätenliste gebührt und wir den Eltern bei ihrer wichti-gen Erziehungsaufgabe zur Seite stehen“. (spa)
 

 

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