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Dritte Eisweinlese in 12 Monaten: Kostbare Raritäten aud heimischen Weingütern
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REGIONAL | Uebersicht Region
Montag, den 09. Januar 2017 um 10:03 Uhr

In der Nacht auf den Dreikönigstag haben mehrere Pfälzer Weingüter und Genossenschaften bei Temperaturen von bis zu -11° Celsius den begehrten Eiswein gelesen. Im vergangenen Jahr fand die Eisweinlese Mitte Januar und am Ende des Novembers statt. Somit konnte in den letzten 12 Monaten in der Pfalz bereits dreimal Eiswein geerntet werden. Seit vier Jahren besteht in Rheinland-Pfalz die Verpflichtung, eine beabsichtigte Eisweinernte bereits Mitte November des betreffenden Jahres unter Angabe der Lage anzumelden. Weinkontrolleure überprüfen die Qualität der Trauben meistens noch vor Ort.

Riesling war die meistgeerntete Rebsorte in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar 2017. Sie wurde gelesen vom Weingut Gebrüder Anselmann, vom Consulat des Weines in St. Martin, vom Weingut Villa Hochdörfer (neben Silvaner) und vom Weingut Egidiushof. Die Winzergenossenschaft Edenkoben hat Cabernet Mitos gelesen. Das Weingut Raabe erntete von der Scheurebe, das Weingut Jochen Kuhmann Spätburgunder und das Weingut Frey Sauvignon Blanc sowie Spätburgunder und Merlot. Weitere Weingüter und Winzergenossenschaften hoffen auf günstige Erntebedingungen am kommenden Wochenende und in der kommenden Woche. Den exquisiten Stoff wird es nie in großer Menge geben. Schließlich bringt ein Hektar Rebfläche normalerweise rund 10.000 Liter, beim Eiswein ist es nur ungefähr ein Zehntel. Diese Mengenreduktion kann sich natürlich lohnen: Ein Eiswein ist kaum unter 15 bis 20 Euro je Halbliterflasche zu bekommen, begehrte Weine kosten manchmal dreistellige Summen – und werden nach einigen Jahrzehnten als gesuchte Raritäten nicht selten für mehrere Hundert Euro gehandelt. Inzwischen gibt es in der Pfalz viele Winzer und Genossenschaften, die das Spiel mit der Natur wagen und die Trauben zumindest auf einer kleinen Rebfläche nicht zur üblichen Zeit ernten. Dies ist mit einem gewissen Risiko verbunden. Der Stiel kann faulen, so dass die Trauben zu Boden fallen und verderben, Stare können den ungewohnten Leckerbissen in den Weinbergen entdecken oder die Nächte mit tiefem Frost bleiben einfach aus. Die Winzerkunst besteht vor allem darin, die wenigen Dutzend Liter meist klaren, goldfarbenen Traubensafts, die aus der Kelter fließen, zu Wein werden zu lassen. Denn 120 Grad Oechsle sind gesetzlich für einen Eiswein vorgeschrieben, meist bringen die Köstlichkeiten aus der Kälte aber mehr Mostgewicht auf die Waage. 
Der hohe natürliche Zuckergehalt steht allerdings einer schnellen Gärung im Weg. "Warm stellen und Hefe dazu", lautet das Rezept der Winzer. Eiswein-Spezialist Frey aus der Pfalz erinnert sich noch an den Eiswein von 1985 mit 230 Grad Oechsle. Das Faß habe er im Sommer immer in die Sonne gestellt. Doch es dauerte fast ein dreiviertel Jahr, bis sich genug Alkohol gebildet hatte. Die wuchtige Süße der Eisweine, gepaart mit stattlicher fruchtiger Säure, sorgt indes allgemein für Missverständnisse: Ein solcher Wein müsse doch schwer und sehr alkoholhaltig sein. Dabei ist der Alkoholgehalt von Eiswein verglichen etwa mit dem von Spätlesen oder trockenen Qualitätsweinen  gering. Sieben bis höchstens zehn Prozent tragen die Raritäten in sich. An aromatischer Fülle und edler Süße lassen sie sich kaum überbieten. (spa/copyright Weingut Villa Hochdörffer)
 

 

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