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"Ein Zeichen der Solidarität setzen in herausfordernder Zeit" – Berührende Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus in der Jüdischen Kultusgemeinde
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SPEYER | Uebersicht Speyer
Samstag, den 28. Januar 2017 um 11:44 Uhr
In der öffentlichen Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus hat die Speyerer Bevölkerung am Donnerstagabend im Gemeindesaal der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz insbesondere an die Verbrechen an den Juden erinnert. Die Veranstaltung soll erinnern, gedenken und mahnen. Erinnert wurde zunächst an die jüdischen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, dann an Einzelschicksale und an alle Opfer des Nationalsozialismus. Schüler gaben einen Einblick in das Leben von Alfred Cahn, Betty Blum, Rosa Metzger und Sara Lehmann. Sie alle haben ein Teil ihres Lebens in Speyer verbracht. Insbesondere Letztere dürfte den meisten Speyerern durch das Spielhaus Sara Lehmann ein Begriff sein.

Der Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde, Israil Epstein, sagte: "In der Familie meines Vaters wurden 1942 27 Personen ermordet. Es ist unsere Verantwortung die Erinnerung wach zu halten, an das was in Nazi-Deutschland geschehen ist. Nazismus nein Danke."
Schülern blickten auf die jahrhundertelange Verfolgung der Juden in Deutschland zurück. Diskriminierung der Juden gab es bereits im Mittelalter und antisemitisches Denken wurde über Jahrhunderte herausgebildet. Seinen Höhepunkt erlebte die Judenverfolgung aber während der Herrschaft der Nationalsozialisten, obwohl die Juden in das gesellschaftliche Leben integriert waren und angesehene Berufe ausübten (zum Beispiel Rechtsanwalt, Arzt, Kaufmann). Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung betrug 1933 lediglich 0,8 Prozent; ein Drittel aller deutschen Juden lebte in Berlin. Viele Deutsche ignorierten die Verbrechen an den Juden und nutzten die Repressalien, um beispielsweise auf Vorrat einzukaufen oder ihr Geschäft zu vergrößern. Die Schüler erinnerten an die Reichspogromnacht 1938 und den Beginn der Massentransporte in die Konzentrationslager, wo sie misshandelt oder Opfer von medizinischen Experimenten wurden oder Zwangsarbeit leisten mussten. Chöre umrahmten die Feier mit Jacques Berthiers "Per crucem" und Zilphia Hortons "We shall overcome” und Alfred Cahns "Wir sind ganz junge Bäumchen” in der Bearbeitung von F.-G. Rössler. Eine Schülerin spielte das "Largo" von Henry Eccles. Gesprochen wurde auch das Kaddisch.
Anhand von Zeitungsberichten über rechtsradikale Umtriebe wurde deutlich, dass auch heute noch Wachsamkeit im Hinblick auf fremdenfeindliche Gesinnungen geboten ist. Im Gedenken eingeschlossen wurden unter anderem Behinderte, Widerstandskämpfer, Polen, Russen und Slawen, die zu Untermenschen erklärt und in ihren Häusern verbrannt wurden und Menschen, die Berufsverbot bekamen oder als Kriegsgefangene zur Arbeit gezwungen wurden.
Oberbürgermeister Hansjörg Eger forderte in seiner Ansprache eine Schärfung der Erinnerungskultur und der Bewältigungspolitik. "Das Fremde darf nicht als das Böse gelten, und das Fremde dient uns nicht als Projektionsfläche für jede Art von Ängsten, Stereotypen und Feindbildern." Die Erinnerung an die Zeit zwischen 1933 und 1945 sei ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts. Die Erinnerungsarbeit beauftrage die Stadtbevölkerung sich "jeder Art von Ausgrenzung und Gewalt entgegenzustellen und jenen, die vor Verfolgung, Krieg und Terror zu uns flüchten, einen sicheren Ort zu bieten." Die jährliche Gedenkfeier am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, die dieses Jahr von Schülern der Edith-Stein-Realschule, des Edith-Stein-Gymnasiums, des Hans-Purrmann-Gymnasiums und des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums gestaltet wurde, sei "alles andere als überholt". Thomas Sartingen, der im Auftrag der Katholischen Erwachsenenbildung die Gedenkfeier organisiert hatte, sagte zu Beginn: "Wir setzen ein Zeichen der Solidarität in herausfordernder Zeit." 
Der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus – jedes Jahr am 27. Januar - wurde von Bundespräsident Roman Herzog 1996 eingeführt. Er erinnert an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945. (chs)   

 

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