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Stadtwerke Speyer und Schifferstadt wollen Gelände auf Eignung für Geothermie prüfen - sollte kritisches Thema bis nach der OB-Wahl unter dem Deckel bleiben?
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SPEYER | Uebersicht Speyer
Mittwoch, den 08. November 2017 um 15:11 Uhr

Von Klaus Stein
Bereits im Jahr 2003 wollten die Stadtwerke Speyer (SWS) ein Geothermiekraftwerk errichten und hatten auf einem Gelände in Speyer-Süd ein Loch in über 2.300 Meter Tiefe bohren lassen. Aber anstatt das benötigte heiße Wasser wurde Erdöl gefunden, das seit 2008 gefördert wird. Zuvor hatte es umfangreiche geologische Untersuchungen gegeben. Das Erdöl war ein eher unerwünschter Zufallsfund, brachte nicht den Zuwachs an sauberer Energie, den sich Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Bühring erhofft hatte.
Den Gedanken, doch noch ein Geothermiekraftwerk zu erreichten, hat Bühring allerdings nicht aufgegeben. Nach Informationen von speyer-aktuell soll es jetzt konkrete Schritte gegeben haben, einen weiteren Versuch Richtung Schifferstadt zu wagen, also am entgegengesetzten Ende Speyers.

Auf Anfrage bestätigten die SWS, dass man gemeinsam mit dem Kooperationspartner Stadtwerke Schifferstadt eine sogenannte "Aufsuchungserlaubnis" im Feld "Rhein-Pfalz" vom Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz erhalten habe. Ein Aufsuchungsfeld ist ein Gebiet, für das eine bergrechtliche Erlaubnis zur Aufsuchung bergfreier Bodenschätze (Erdwärme, Sole) erteilt wurde. Das ist noch nicht die Genehmigung zum Bohren. Einfach drauflossuchen, graben oder bohren geht nicht, auch nicht auf dem eigenen Grundstück.
"Es sollen Untersuchungen durchgeführt werden (Erhebungen seismischer Daten), ob Flächen in diesem Feld geologische Voraussetzungen bieten, um Erdwärme zu fördern. Es gibt derzeit keine konkreten Planungen", heiß es in der SWS-Stellungnahme weiter.
Nach unseren Informationen soll der SWS-Aufsichtsratsvorsitzende, Oberbürgermeister Hansjörg Eger, in die Pläne eingeweiht gewesen sein, dem Aufsichtsrat wurde allerdings noch nichts mitgeteilt, wie man der Pressemitteilung über dessen Sitzung am 7. November 2017 unschwer entnehmen kann.
Bei der Geothermie wird die - für menschliche Maßstäbe - unbegrenzte Erdwärme genutzt, die bei 2.500 Metern an die 100 Grad Celsius betragen kann. Das scheint auf den ersten Blick eine prima Sache und sollte eigentlich unumstritten sein.
Doch seit es im Jahr 2009 und in der Folgezeit nach der Inbetriebnahme eines Geothermiekradtwerks 2007 in Landau zu mehreren Erdbeben kam, gibt es in der Region Widerstand gegen solche Anlagen, gab oder gibt vor allem in der Südpfalz, aber auch in Haßloch, mehrere geothermiekritische Bürgerinitiativen.
Eine vom Landes-Umweltministerium eingesetzte Expertenkommission unter Vorsitz von Christian Bönnemann, Leiter des Fachbereichs „Seismologisches Zentralobservatorium“ der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, kam zu dem Schluss, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen der Seismizität seit November 2007 und der geothermischen Energiegewinnung in Landau sehr wahrscheinlich ist.
Im Oktober 2013 wurden bei Vermessungsarbeiten auf dem Gelände der Landesgartenschau Geländeveränderungen festgestellt, am Ende des gleichen Monats wurden Straßenschäden an der Straße am Geothermiekraftwerk sichtbar. Anfang bis Mitte März 2014 verschlimmerte sich das Schadensbild. Am 14. März 2014 wurden außerdem erstmals horizontale Geländeverschiebungen um das Kraftwerk festgestellt.
Sollte das Thema "Geothermie in Speyer" angesichts der weitverbreiteten Skepsis in der Bevölkerung bis nach der Oberbürgermeisterwahl unter Verschluss gehalten werden, wie es unsere Informanten glaubhaft darstellten? Es spricht jedenfalls einiges dafür. (Schaubild: Umweltministerium Rlp)
 

 

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