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Klartext: Eger als Verantwortlicher für die Stadtkasse ebenso eine Fehlbesetzung wie "Dracula als Chef einer Blutbank" - CDU-OB steht ziemlich alleine da
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SPEYER | Uebersicht Speyer
Freitag, den 22. Dezember 2017 um 17:13 Uhr

Von Klaus Stein
Wer etwa erwartet hatte, dass die SPD die Haushaltsdebatte nutzt, um Wahlkampf für ihre Kandidatin Stefanie Seiler zu machen, indem sie auf den Oberbürgermeister einhaut, der sah sich angenehm überrascht. In einer sachlichen, sich mit den konkreten Problemen der Stadt befassenden Rede gab Walter Feiniler wichtige Impulse für konkretes Handeln in der Kommunalpolitik. Ganz anders sein CDU-Kontrahent Wilke. Wäre seine Rede ein Schulaufsatz, hätte man ihn mit mangelhaft bewerten müssen, da er das Thema in weiten Passagen verfehlte. Nicht nur dass sie praktisch nirgends konkrete Zukunftsperspektiven enthielt, in einem "weiter so" gipfelte, da der CDU-Oberbürgermeister alles "mit Herzblut" und "Kraftakten" richtig gemacht habe.

 

Auch beschäftigte sich der ehemalige Landtagsabgeordnete auf etwa drei der neun Seiten langen Rede mit Landespolitik. Er hat wohl noch nicht richtig realisiert, dass er nicht mehr im Landesparlament spricht sondern im Speyerer Stadtrat.
Die schärfste Kritik an Eger und dessen Amtsführung kam vom langjährigen Kooperationspartner der CDU, der Speyerer Wählergruppe (SWG). Fraktionssprecherin Sandra Selg sprach vom Versagen Egers als Baudezernent, einer Planlosigkeit seines Handelns und ihr Spruch "Herr Eger, Ihnen die Finanzen der Stadt Speyer anzuvertrauen ist so, als hätte man Graf Dracula zum Direktor einer Blutbank bestellt", löste neben allgemeiner Heiterkeit auch zustimmendes Nicken aus.
Es dürfte niemanden verwundern, dass sich Claus Ableiter (Bürgergemeinschaft Speyer), ein ehemaliges CDU-Mitglied, Selgs Ausführungen voll inhaltlich anschloss, gehört er doch seit vielen Jahren zu den schärfsten Kritikern der Politik seiner ehemaligen Parteifreunde.
Ähnlich gelagert ist der Fall bei Dr. Reinhard Mohler (FWG), der ebenfalls jahrzehntelang mit einem CDU-Parteibuch ausgestattet war. Obwohl Ableiter und Mohler nicht miteinander können, eint sie die kritische Haltung zu Egers Amtsführung.
Interessant ist auch das Verhalten der Grünen, deren Fraktionsvorsitzende Irmgard Münch-Weinmann ebenfalls den Hut in den Ring um die Position des Stadtoberhaupts geworfen hat. Hatte man in den zurückliegenden Jahren eher den Eindruck, die Öko-Partei suche die Nähe der CDU, so sparte Münch-Weinmann diesmal nicht an Kritik zur CDU-Politik. Trotzdem stimmten die Grünen dem Haushalt mit Ausnahme des Flugplatz-Teils zu.
Als Fazit drängt sich der Eindruck auf, dass Eger inzwischen ziemlich alleine dasteht.

 

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