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Jedes fünfte Kind zeigt psychische Auffälligkeiten: "MindMatters" - Neues Programm zur Förderung psychischer Gesundheit in rheinland-pfälzischen Schulen
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REGIONAL | AUS DEN LÄNDERN
Freitag, den 02. Februar 2018 um 08:19 Uhr

Stress, Versetzungsängste, Mobbing: Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte stehen im Schulalltag oft unter Druck. Um dem entgegenzusteuern, gibt es jetzt das neue Programm MindMatters, zu Deutsch "die Seele ist wichtig". Damit erhalten Lehrpersonen das nötige Rüstzeug, um bei ihren Schülerinnen und Schülern Wissen und Kompetenzen zum Umgang mit Gefühlen, psychischen Störungen, Mobbing und verwandten Themen zu erweitern. Das Programm bietet Lehrenden Informationen, Unterrichtsmaterialien und Fortbildungen zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Schule.

 

An der Umsetzung von MindMatters arbeiten ab sofort das Bildungsministerium Rheinland-Pfalz, das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz, das Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz (PL), die Unfallkasse Rheinland-Pfalz, die Landeszentrale für Gesundheitsförderung Rheinland-Pfalz (LZG) und die BARMER zusammen. Zur Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung trafen sich die Beteiligten in der Integrierten Gesamtschule Mainz-Bretzenheim. Sie ist eine der wenigen Schulen in Rheinland-Pfalz, die bereits erste Erfahrungen mit MindMatters gesammelt hat.
Am 7. März findet dazu eine Informationsveranstaltung in der Unfallkasse Rheinland-Pfalz statt, zu der alle Lehrkräfte rheinland-pfälzischer Schulen eingeladen sind.

Jedes fünfte Kind zeigt psychische Auffälligkeiten
Wie groß der Handlungsbedarf an dieser Stelle ist, zeigt die KiGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts. Demnach zeigen 21,4 Prozent der sieben- bis 17-Jährigen in Deutschland Hinweise auf psychische Auffälligkeiten wie zum Beispiel Ängste, Depressionen, Störungen des Sozialverhaltens oder Hyperaktivität. Forscherinnen und Forscher der Fachhochschule in Olten haben herausgefunden, dass Lehrkräfte ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen haben und im Vergleich mit anderen Berufsgruppen mehr Anzeichen für Stress zeigen.
MindMatters wurde in Australien entwickelt, ist dort Teil des nationalen Programms zur Förderung der psychischen Gesundheit und wurde von Professor Peter Paulus von der Leuphana Universität Lüneburg nach Deutschland geholt. "Seit 2003 kooperieren die Universität und BARMER bei der Verbreitung von MindMatters", erklärte Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland.
"Ausgeglichen und psychisch stark zu sein, ist die Basis für erfolgreiches Lernen und Arbeiten in der Schule. Das Bildungsministerium unterstützt das schon mit zahlreichen Stark-Mach-Angeboten. An dieser Stelle setzt auch MindMatters an, das  so zu einem guten, gesunden Miteinander in den Schulen beiträgt. Von der Grundschule bis zu den Berufsbildenden Schulen können die Module an die speziellen Bedürfnisse angepasst und mit bereits bestehenden Programmen verknüpft werden. Ich freue mich, dass wir dieses neue Angebot machen können und bedanke mich bei den Initiatorinnen und Initiatoren sowie den Vereinbarungspartnerinnen und -partnern", so Dr. Stefanie Hubig, Ministerin für Bildung Rheinland-Pfalz.
Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler ergänzte: "Unsere Welt tickt immer schneller. Anforderungen und Erwartungsdruck steigen und führen häufig zu Stress und psychischen Störungen – das bekommen auch schon Kinder und Jugendliche zu spüren. Es gilt daher, ihre Widerstandsfähigkeit zu fördern und sie zu unterstützen. Gute soziale und emotionale Kompetenzen bestimmen maßgeblich die spätere Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen. Deshalb freue ich mich, ein so fundiertes Programm wie MindMatters an rheinland-pfälzischen Schulen zu wissen."
Sicherheit und Gesundheit sind für die Unfallkasse Rheinland-Pfalz zentrale Themen. "Es ist uns ein besonderes Anliegen, die psychische Gesundheit aller Beteiligten an Schulen zu stärken und für Werte wie Respekt, Wertschätzung, Toleranz und Achtsamkeit zu sensibilisieren", betonte Manfred Breitbach, Geschäftsführer der Unfallkasse Rheinland-Pfalz. "Die Sicherheit und Gesundheit als zentrale Werte zu stärken, hat auch unsere Kampagne ‚kommmitmensch‘ zum Inhalt." Die Unfallkasse organisiert zusammen mit dem PL Netzwerktreffen zwischen beteiligten Schulen und Gesundheitsberaterinnen und Gesundheitsberatern des PL, die von der Leuphana Universität geschult werden.
"Die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit psychischen Erkrankungen wie Ess- und Angststörungen, Depressionen sowie Autismus nimmt kontinuierlich zu", bestätigte Roland Wollowski, Schulleiter der IGS Mainz-Bretzenheim. "Insbesondere an unserer Schule mit rhythmisiertem Ganztagsangebot für rund 700 Schülerinnen und Schüler in den fünften bis zehnten Klassen verbringen die Kinder immer mehr Zeit. Wir Lehrkräfte werden zunehmend vor neue Herausforderungen gestellt und tragen mehr Verantwortung für die Entwicklung der Kinder. Gesundheitsförderung für Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Lehrkräfte bekommt daher einen immer höheren Stellenwert." MindMatters ergänze mit seinem flexiblen Bausteinprinzip hervorragend das bestehende Präventionsprogramm und werde hoffentlich einen wertvollen Beitrag "auf unserem Weg zur ‚Guten gesunden Schule‘ leisten."
Weitere Informationen zum MindMatters-Programm unter www.mindmatters-schule.de.
Die Anmeldung zur o. g. Infoveranstaltung ist unter www.ukrlp.de, Webcode: 42 mit dem Themencode SO-01 möglich. (spa/Foto: BARMER/K. Schäfer)

Foto: Präsentieren MindMatters-Programmhefte für Lehrkräfte (v.l.n.r.): Monika Kislik, Dr. Birgit Pikowsky, Manfred Breitbach, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Dunja Kleis, Dr. Stefanie Hubig, Roland Wollowski.


 

 

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