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Gesundheitstipp: Medikamente können 'Pille' matt setzen
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INFODIENSTE | Gesundheitstips
Sonntag, den 27. Februar 2011 um 17:56 Uhr

Die Wirkung der Pille kann durch andere Medikamente stark vermindert oder sogar aufgehoben werden. Das Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit (ISG) e.V. informiert Frauen darüber, was die Pille „Schach-Matt“ setzt und was frau dagegen tun kann. Die Pille ist mit das sicherste Verhütungsmittel - mit einer Sicherheit von zirka 99 Prozent. Das heißt: wenn hundert Frauen die Pille ein Jahr lang einnehmen (korrekt und ohne Einnahmefehler), wird in diesem Zeitraum nur eine von ihnen schwanger. Auf diese Sicherheit verlassen sich aktuell 55 Prozent aller Frauen im Alter zwischen 20 und 44 Jahren. Die modernen hormonellen Kontrazeptiva sind heute sinnvollerweise niedrig dosiert, dies birgt jedoch auch die Gefahr, dass der Schwellenwert, der nötig ist, um verhütend zu wirken, in manchen Situationen unterschritten werden kann.

. Das kann passieren, wenn zum Beispiel neben der Pille auch noch andere Medikamente eingenommen werden müssen. Eine weitere „Sicherheitslücke“ entsteht, wenn die Pille durch Erbrechen oder Durchfall zu schnell wieder aus dem Körper ausgeleitet wird.
Was den wenigsten Frauen bewusst ist, aber was sogar im Beipackzettel der meisten Verhütungspillen steht: „Bei Durchfall, Magen-Darmgrippe oder Erbrechen innerhalb von 3-4 Stunden nach der Einnahme ist ein Schutz nicht gewährleistet. Zur Sicherheit  sollte eine zusätzliche Tablette entnommen werden.“ Die tägliche „Pillen“-Einnahme kann anschließend normal fortgesetzt werden. Halten Erbrechen oder Durchfall längere Zeit an, sollten die Frauen in diesem Zyklus zusätzliche Möglichkeiten der Schwangerschaftsverhütung in Betracht ziehen, wie z.B. die Benutzung von Kondomen.
Auch wichtig zu wissen: andere Medikamente, die wie die Verhütungspille in der Leber verstoffwechselt werden, können die Wirksamkeit der Pille heruntersetzen. Vorsicht geboten ist bei der Einnahme von Antibiotika (v.a. Penicilline und Tetracycline), Anti-Epileptika, Magensäurebinder, Narkose- oder Beruhigungsmitteln, Schlankheitspillen und Tuberkulosemedikamente. Für viele Frauen ist neu, dass auch die gleichzeitige Einnahme von Johanniskrautextrakt (zur Behandlung leichter Depressionen) die Wirkung der Pille heruntersetzen kann. Auch hier sollten –so rät es der Beipackzettel- zusätzliche Verhütungsmethoden eingesetzt werden.
Das Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit (ISG ) e.V. Freiburg  rät den Frauen, ihren Gynäkologen oder behandelnden Arzt bei zusätzlicher Medikamenteneinnahme darauf anzusprechen, wie Anwendungsfehler und unerwünschte Begleiterscheinungen vermieden werden können. Auch die telefonische Hotline des ISG unter 0180 555 84 84 (14 ct./Min. aus dem Festnetz, Mobilfunk abweichend) weiß Rat und kann weiterhelfen (els/Fots ka Archiv)
 

 

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