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Heidelberg: Leidenschaftlicher Demokrat und kritischer Künstler - Klaus Staeck mit Richard-Benz-Medaille der Stadt ausgezeichnet
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KURPFALZ | Heidelberg
Montag, den 24. September 2018 um 15:50 Uhr
Für seine großen Verdienste um Kunst und Kultur hat Professor Klaus Staeck die Richard-Benz-Medaille der Stadt Heidelberg erhalten. Der 80-jährige Künstler, Grafiker, Jurist, Verleger und Kulturpolitiker nahm die Auszeichnung am 21. September 2018 im Heidelberger Rathaus aus den Händen von Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner entgegen. Staeck ist der 15. Träger der Medaille, die seit 1976 von der Stadt vergeben wird.

Oberbürgermeister  Würzner würdigte bei der Verleihung im Großen Rathaussaal Staecks Engagement für die Stärkung der Demokratie. Staeck rufe dazu auf, sich in die Politik einzumischen und Verantwortung zu übernehmen. Als langjähriger Präsident der Akademie der Künste in Berlin habe er Einfluss auf die Kulturpolitik genommen. Dabei sei Staeck seinem Wohnort Heidelberg, der auch Sitz seiner Edition ist, stets zugewandt geblieben. "Sie sind Designer, Grafiker, Verleger, Karikaturist, Jurist. Doch in erster Linie sind Sie überzeugter Demokrat, einer, der den Mund aufmacht, der kritisiert, anprangert und aufdeckt. Ein unruhiger und bewegter Geist, ein lebendiger Geist. Damit passen Sie gut zu Heidelberg", so Würzner.

Künstler mit sicherer politischer Urteilskraft

Prof. Dr. Jochen Hörisch vom Seminar für deutsche Philologie der Universität Mannheim hob in seiner Laudatio Staecks politische Urteilskraft als Künstler hervor, die ihn zu einem "Unikat" mache. "Man muss sich vergegenwärtigen, wie selten die Koinzidenz eines ästhetisch bedeutenden Werkes und sicherer politischer Urteilskraft ist, um die Sonderrolle von Klaus Staeck in der ästhetischen wie der politischen Sphäre zu ermessen", sagte Hörisch. In Zeiten, in denen Fake-News zum Normalfall würden, sei seine Kunst aktueller und wichtiger denn je. "Klaus Staeck ist auch als Bild- und Wort-Künstler ein Jurist, der an Gerechtigkeit glaubt, sie einfordert und fördert, ein auch in diesem Sinne bildender Künstler, der souverän Sachverhalte und Tatbestände aufklärt und erhellt", so Hörisch.
Klaus Staeck ist einer der bekanntesten lebenden Heidelberger Künstler und Kulturpolitiker, er genießt international höchstes Ansehen. Sein Markenzeichen ist die politische Plakatkunst. Staeck wurde 1938 in Pulsnitz bei Dresden geboren und wuchs in Bitterfeld auf. 1956 siedelte er in die Bundesrepublik über. Staeck, der 1956 nach Heidelberg kam, hier Jura studierte, einen Verlag gründete und 1960 erstmals in der Stadt ausstellte, machte sich seit den 70er Jahren als Plakatkünstler einen Namen. Eines der berühmtesten Plakate stammt aus dem Bundestagswahlkampf 1972 ("Deutsche Arbeiter, die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen"). Von 2006 bis 2015 war Staeck Präsident der Akademie der Künste Berlin. Seine Botschaft lautet: Man muss den Worten und den Bildern misstrauen. Die Staeckschen Plakate stehen damit in der Tradition der in der frühen Neuzeit mit der Reformation entstandenen und massenhaft in Umlauf gebrachten Flugblätter und Flugschriften. Themenbereiche, die er behandelt, sind Umwelt, Wirtschaft, Politik, Bildung und Zeitgeschehen, neuerdings kritisieren sie die Macht des Internets und der großen Konzerne Google, Amazon und Twitter.

Richard-Benz-Medaille

Die Stadt Heidelberg verleiht seit 1976 die Richard-Benz-Medaille für besondere Verdienste um Kunst und Wissenschaft. Sie erinnert an den in Heidelberg verstorbenen Germanisten und Kulturhistoriker Richard Benz (1884-1962) und wurde "als Bekenntnis der Stadt zu ihrem kulturellen Leben" gestiftet. Höchstens zehn lebende Personen können Träger der Medaille sein. Es sind derzeit Michael Buselmeier (2003), Dr. Manfred Lautenschläger (2009), Ute Richter (2013) und Werner Schaub (2016).

Ausstellung im Forum für Kunst

Das Heidelberger Forum für Kunst, Heiliggeiststraße 21, zeigt noch bis 14. Oktober Arbeiten von Klaus Staeck. Zu sehen sind 563 Collagen im Postkartenformat, die Staeck 2017 und 2018 gestaltet hat – alles Unikate, die noch nie in einer Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Infos: www.heidelberger-forum-fuer-kunst.de.

 

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