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"Schwierige Themen... in leichter Form vermitteln" - Museumsdiektor Dr. Alexander Schubert im Gespräch
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SPEYER | Kultur Speyer
Freitag, den 03. August 2018 um 13:11 Uhr

Es ist in heutigen Zeiten nicht einfach, erfolgreich ein historisches Museum zu leiten, aber es ist möglich, wenn man sich etwas einfallen lässt. Das ist das Fazit aus dem Gespräch von DURCHBLICK mit Dr. Alexander Schubert, seit über vier Jahren Direktor des Historischen Museums der Pfalz in Speyer. "Die Themen für Ausstellungen werden immer rarer und es wird zunehmend schwieriger, Exponate zu bekommen", bekennt Schubert.

 

Das liege daran, dass die Besitzer wertvoller Exponate kaum noch bereit seien, diese zur Verfügung zu stellen und dann nur verbunden mit horrenden Versicherungssummen und Transportkosten. Auch habe das Speyerer Museum einen "Konstruktionsfehler", denn es gebe keinen Etat für Ankäufe. "Wir sind als Stiftung des öffentlichen Rechts, getragen vom Bezirksverband Pfalz, dem Land, der Stadt Speyer, dem Historischen Verein der Pfalz und den beiden Kirchen, als Museum bundesweit zwar einmalig, es gibt aber kein Stiftungskapital."
Finanziert werde das Museum durch seit Jahren konstante Beiträge der Stifter, Drittmittel und einer hohen Refinanzierungsquote aus Eintritt und Veranstaltungen. "Deshalb sind die Eintrittspreise teilweise höher als bei anderen Museen und wir können es uns auch nicht leisten, freien Eintritt zu gewähren", bedauert der Museumschef.
Nur die Dauerausstellungen zu präsentieren reiche bei weitem nicht aus. Da habe das Haus zwar auch einiges zu bieten, aber nur durch Sonderausstellungen wie beispielsweise "Titanic" gelinge es, auch das nicht typische Museumspublikum ins Haus zu bekommen und "Bewusstsein für Museum zu schaffen", sozusagen ein Katalysator für neues Publikum, so Schubert.
Wichtig sei es, historisch sauber zu arbeiten und wo immer möglich auch den Bezug zur Pfalz herzustellen. "Wir wollen die Besucher verblüffen durch die Art der Präsentation, indem wir spannend und logisch inszenieren unter Einsatz virtueller Rekonstruktionen", erklärt Schubert die Herangehensweise. Auch werde der Bezug zur Gegenwart hergestellt und die Ästhetik müsse zu den Exponaten passen, wobei es ein wichtiger Grundsatz der Speyerer sei, nur Originale zu zeigen. Ziel sei es, schwierige Themen durch entsprechende Inszenierung in leichter Form zu vermitteln.
Vieles könne mit eigenem Personal geleistet werden, nur für virtuelle Computeranimationen werde die Leistung zugekauft. Zuständig für die Gestaltung sei sein Stellvertreter Wolfgang Leitmeyer, der Abteilungsleiter Ausstellungen und Sammlungen.
Im Bereich Familienausstellungen sei das Museum federführend gewesen: "Es hat mich schon immer fasziniert, junge Besucher zu begeistern." Das gelinge in Speyer schon seit vielen Jahren, denn der Besucherdurchschnitt sei sehr jung. Die 2016 gezeigte "Detektive"-Ausstellung sei mit über 110.000 Besuchern besonders erfolgreich gewesen.
Mit der laufenden "Sams"-Ausstellung werde ein noch jüngeres Publikum angesprochen. Es sei auch ein Beitrag zur Leseförderung und überhaupt nutzten die Schulen die Ausstellungen zum lebendigen Unterricht.
Zwar sei Speyer bei Familienausstellungen ein Vorreiter gewesen, inzwischen gebe es bundesweit einen Trend zu Familienmuseen, wusste Schubert.
Dass es trotz abnehmender Themen auch zukünftig spannende und interessante Ausstellungen in Speyer geben wird, zeigt ein Ausblick: Mit "Marilyn Monroe" wird einem der größten Hollywood-Stars gehuldigt. Mit der Landesausstellung "Die Habsburger" wird 2021 das österreichiche Herrschergeschlecht, das viele Bezugspunkte zu Speyer hat, in den Mittelpunkt gestellt.
Als ein "Experiment" bezeichnete Schubert die für 2019 geplante Ausstellung "Der Medicus", bei dem anhand eines Buches die Historie der Medizin dargestellt wird.
Der Römische Kaiser Valentinian, der im 4. Jahrhundert das Imperium beherrschte, war am häufigsten aller Imperatoren in der Pfalz, ein Fakt, der dem Museum ebenfalls eine Ausstellung wert ist.
Mit der Ausstellung "Leben im Weltall" werden 2020 die Vorstellungen der Menschen dargestellt, wie  solch ein Leben aussehen könnte.
Das Gespräch führten Klaus Klein und Klaus Stein. (Foto: ks)
 

 

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