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Live-Interview: speyer-aktuell-Mitarbeiter Harald Stein traf Ian Gillan, Sänger von Deep Purple, zu einem lockeren und lustigen Gespräch
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KULTUR | Kultur Regional
Mittwoch, den 15. Januar 2014 um 10:30 Uhr
Deep Purple, eine der weltweit erfolgreichsten Rockbands, wurde 1968 in London gegründet. Nachdem der erste Sänger Rod Evans kurz danach die Band verließ, nahm der 24-jährige Ian Gillan 1969 das Mikrofon in seine Hände und katapultierte die Briten mit seiner fantastischen Stimme in den Rockolymp. 19 Studioalben und mindestens genauso viele Live-Alben wurden seit Bestehen dieses Quintetts veröffentlicht. Improvisation, markante Gitarrenriffs, prägnanter Klang der Hammond-Orgel, peitschender Rhythmus, sind das erfolgreiche Fundament der Stimme des Frontmannes Ian Gillan. Anno 1975 bekam Deep Purple als lauteste Rockband einen Eintrag ins „Guinness-Buch der Rekorde“. Auch heute noch hängen den Konzertbesucher die Ohrstöpsel wie Trophäen aus den Gehörgängen. speyer-aktuell-Journalist Harald Stein traf Deep-Purple-Sänger Ian Gillan zu einem entspannten Gespräch.

Harald Stein: Hallo Ian, Du bist zurzeit mit der Band auf „NOW WHAT?!-Tour“. Wie lange möchtest Du Dir diesen Stress noch zumuten, denn wir werden ja alle nicht jünger?

Ian Gillan: Ich wurde kürzlich gefragt, in wie viel Länder wir bei dieser Tour schon gespielt haben. Ich konnte es nicht sagen. Mir wurde verraten, es sind schon über 20 Länder gewesen. Da war ich richtig erschrocken. Aber das ist doch ein tolles Gefühl, dass man unsere Musik in so vielen Ländern kennt. Früher hatten wir einen Gig pro Woche und haben ein paar Pfund dafür erhalten. Heute stehen wir fast jeden Abend auf der Bühne und die Bezahlung ist etwas besser. Solange die Fans unsere Musik lieben, wollen wir auch Live Musik servieren. Jon Lord, unser viel zu früh verstorbener Freund und Kollege, hat vorgelebt, wie man in Würde bis ans Lebensende Musik machen kann. Wenn es nach mir gehen soll, werde ich noch viele Jahre auf der Bühne stehen.

Harald Stein: Hättest Du 1968 geglaubt, dass Du einmal ein 45-jähriges Bühnenjubiläum mit Deep Purple feiern wirst?

Ian Gillan: Um genau zu sein, bin ich erst 44 Jahre bei der Band. Rod Evans hat 1969 Deep Purple verlassen Die Gruppe hatte schon 2 Alben veröffentlicht. Mein erstes mitwirken als Sänger war das Album „April“. Damals hätte niemand geglaubt, mit über 60 Jahren als Rockmusiker noch auf der Bühne zu stehen. Auch später durch die ständigen Meinungsverschiedenheiten mit Ritchie Blackmore hätte ich nie geglaubt, beim 45-jährigen Bühnenjubiläum der Band mit dabei zu sein. Aber es macht unheimlich viel Spaß.

Harald Stein: Früher gab es zwischen Jon Lord, Ritchie Blackmore und Dir einige Meinungsverschiedenheiten. Deshalb hattest Du, später Ritchie Blackmore und auch John Lord die Band verlassen. Wie harmonisch verläuft es mit Don Airey und Steve Morse?
Ian Gillan: Im Grunde hatten wir alle verschiedene musikalische Interessen. Johns Interesse galt schon immer der sinfonischen Musik und Ritchie war den mittelalterlichen Klängen verfallen. Anfänglich konnten wir aus diesen unterschiedlichen Interessen unheimlich viel für unser gemeinsames Projekt „Deep Purple“ schöpfen. Wenn aber eine musikalische Art immer mehr dominieren soll, hat es mit unserer Musik nichts mehr zu tun. Da gab es Spannungen. Da Ergebnis ist Dir ja bekannt. Jetzt sind wir auch alle etwas gereifter mit festen Charakteren. Es werden Interessen anderer lockerer akzeptiert. Somit gibt es mit zwischen uns keinen Stress. Spannungen werden sofort abgebaut. Man nimmt sich auch mehr Zeit um unterschiedliche Meinungen ruhig zu diskutieren. Wichtig ist dann immer ein harmonisches Ergebnis.

Harald Stein: Hängt es Dir nicht zum Hals heraus, 100.000-mal „Smoke On The Water“ zu spielen, denn in vielen Musikgeschäften hängen Schilder, das dieser Gitarrenriff nicht mehr gespielt werden darf?
Ian Gillan: Da hast Du aber eine genaue Buchführung. Früher konnte ich dieses Lied nicht mehr Hören, aber unsere Fans haben diesen Song zur Deep-Purple-Hymne gemacht. Da es ein einfach zu spielendes Lied ist, wurde es ein Ohrwurm. Auch heute wieder, nach der zweiten Note wusste doch jeder, dass dieser Song kommt. Die Fans übernehmen dann meinen Gesangspart und ich höre einfach zu. Ist doch fantastisch. Du musst Dir vorstellen: Jemand geht in die Musikschule um Gitarre spielen zu lernen. Nach 10 Minuten kann er diesen Gitarrenriff. Es vermittelt ihm doch gleich das Gefühl, das er schon Gitarre spielen kann. Jimi Hendrix war ein grandioser Gitarrist. Mit seinen tollen, aber komplizierten Liedern, ist das nie möglich. Da brauch man Jahre um seine Songs einigermaßen spielen zu können.

Harald Stein: Hättest Du damit gerechnet, dass der Gitarrenriff zu „Smoke On The Water“ weltweit der bekannteste Riff aller Zeiten wird?
Ian Gillan: Auf der einen Seite „Nein“, weil es ein zu einfacher Riff ist, auf der anderen Seite „Ja“ weil er zu einfach ist und ihn jeder gleich spielen kann. Als ich mich mit Luciano Pavarotti traf verriet er mir, dass er neidisch auf „Smoke On The Water“ sei. Er hätte dieses Lied einige Mal gesungen, aber jedes Mal hätte sich seine Interpretation anders, aber gut, angehört. Bei seinen Arien darf dies aber nie passieren, sonst würde er auf der Bühne gesteinigt werden. Beim Rock geht es nicht um Reproduktion, sondern um Improvisation, deshalb können unsere Songs in London anders klingen als hier in Stuttgart oder Paris.

Harald Stein: Viele Künstler nutzen ihren Bekanntheitsgrad für wohltätige Zwecke. Für welches Projekt engagierst Du Dich?
Ian Gillan: Seit über 20 Jahren gilt mein Engagement der Armenienhilfe. Ich sag Dir auch warum? Anfang der 90er Jahre hatte ein schweres Erdbeben das Land erschüttert. Armenien gehörte schon vorher nicht gerade zu den finanziell privilegierten Ländern, aber diese Katastrophe hatte die Städte und die Infrastruktur völlig zerstört. Meine Hilfe war eine spontane Entscheidung nach einem Gespräch mit dem damaligen Bürgermeister von Gjumri, den ich nach unserem Konzert traf. Er sagte, dass es in seiner Stadt keine Musik mehr geben würde, in einem Land mit einer langen Musiktradition. Selbst die Vögel sind verschwunden. Wir, in den westlichen Ländern Klagen doch auf sehr hohem Niveau, wenn wir von Armut in unserem Land reden. Ich hatte die Idee, mich beim Wiederaufbau einer Musikschule zu beteiligen.

Harald Stein: Wie verbringst Du Deine freien Tage während der Tournee?
Ian Gillan: In meinen jungen Jahren habe ich die Zeit für Partys genutzt. Jetzt, in m einem Alter, lässt man es nicht mehr so krachen. Ich versuche diese Zeit zu Hause zu verbringen. Ich benötige zwar jedes Mal  eine kurze Zeit um mich wirklich Zuhause zu fühlen. Beim abendlichen Entspannen bemerke ich meine Körperanspannung weil der denkt, gleich auf die Bühne zu müssen. Ich gehe manchmal dann für eine Stunde in unseren Pup. Bei einem kühlen Bier kann ich dann fantastisch abschalten.

Harald Stein: Ian, ich danke für das interessante Gespräch und bei einem gemeinsamen kühlen Bier können wir auch gemeinsam abschalten. (Foto: Harald Stein)

 

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