von Michael Stephan

Regentenbau, Arkadenbau, Wandelhalle und Kurtheater – diese Bauwerke sind sichtbarer Beleg einer langen europäischen Tradition in Bad Kissingen: Der sommerlichen Fahrt ins „Bad“. Um dieser Tradition Tribut zu zollen und den Weg in die Zukunft zu bereiten, hat sich Bad Kissingen gemeinsam mit zehn anderen europäischen Heilbädern unter dem Titel „Great Spas of Europe“ um die Auszeichnung als UNESCO-Welterbe beworben. Eine Entscheidung über die Anerkennung wird im Laufe des Jahres 2020 erwartet. Wer selbst erleben möchte, warum die Stadt diesen Titel verdient, findet bei Müßiggang in den Grünanalgen, während einer historischen „Grand Portier Tour“ und bei den Brunnenfrauen passende Antworten.

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Im Laufe des 19. Jahrhunderts hat sich Bad Kissingen zu einer Kurstadt in höchster Vollendung entwickelt, die typischen Merkmale sind bis heute bewahrt. Dazu zählen Max-Tempel und Wandelhalle, ein eigenes Kurviertel und sehr viel Grün; traditionell schenken Brunnenfrauen in Bad Kissingen das Heilwasser der örtlichen Quellen aus.

Bei historischen Rundgängen zurück in die Vergangenheit wandeln

Einen ersten Eindruck von der Stadt bekommt man bei der „Führung durch die Altstadt und die Kurgebäude“. Während dieser zweistündigen Tour entlang der prachtvollen Bauten und schönsten Plätze Bad Kissingens lernt man die Grundzüge der Stadtgeschichte vom Mittelalter bis zur Neuzeit kennen. „Wo Kaiser, Fürsten warn zu Kuren, wandeln wir auf deren Spuren“ – so begrüßt Udo Dickhage in der Rolle des illustren Grand Portiers seine Gäste auf einem weiteren Rundgang durch die Stadt. Dabei plaudert er besonders gern aus dem Nähkästchen der blaublütigen Stargäste von einst: Kaiser, Könige und Fürsten gaben sich Jahr für Jahr ein hochrangiges Stelldichein. 90 Minuten lang entführt der Grand Portier die Teilnehmer bei Anekdoten über das adelige Wirken und Vergnügen in Bad Kissingen in die Vergangenheit der Stadt. Anlässlich der Bewerbung für das Welterbe arbeitet das Staatsbad Bad Kissingen aktuell eine UNESCO-Welterbe-Stadtführung aus, die sich vor allem der Geschichte der Stadt als Kurbad widmen wird.

Müßiggang in grünen Parkanlagen

Schon Kaiserin Sisi und Otto Fürst von Bismarck gaben sich in den Grünanlagen von Bad Kissingen dem Müßiggang hin. Scheinbar endlos ziehen sich die Gärten und Parks entlang der Fränkischen Saale durch die Stadt und verleihen ihr einen ganz besonderen Zauber. Vom weitläufigen Luitpoldpark durch den Kurpark bis zum Rosengarten, überall laden Bänke und Hängematten zum Innehalten ein, erfreuen gepflegte Rasenflächen, Wasserspiele und farbenfrohe Blütenpracht. Die Grünanlagen sind ein perfekter Ort, um Körper, Geist und Seele zu harmonisieren. So auch beim „Dreiklang“ im Luitpoldpark – einer wohltuenden Kombination aus mediterraner Kneipplandschaft, Barfußlabyrinth und Klanggarten. Der Höhepunkt zum Verweilen ist jedoch der opulente Rosengarten. Mitten im Zentrum von Bad Kissingen wachsen hier zirka 130 Sorten und etwa 10 000 Stöcke. Heute lockt ein weiterer Anziehungspunkt die Besucher und Bewohner in den farbenfrohen Garten: Deutschlands einziger Multimedia-Brunnen spielt nach Sonnenuntergang täglich musikalische Wasserchoreografien und zeigt regelmäßig Beamer-Shows auf einer Leinwand aus Wassertröpfchen. Bei der 90-minütigen Erlebnisführung „Palme, Linde, Rose – Gärten und Parks in Bad Kissingen“ werden alle Grünanlagen bei einem Spaziergang erkundet.

Rakoczy, Pandur, Max und Luitpold – die Heilwässer begründen den Ruf des Weltbads bis heute

Sieben mineralstoffreiche Heilquellen machen Bad Kissingen zu einem einzigartigen Ort für Gesundheitstourismus. Geeignet für Bäder, Trinkkuren und Inhalation erkannten schon vor 500 Jahren Mediziner ihre heilende, lindernde und vorbeugende Wirkung. Jede dieser Quellen ist in ihrer Zusammensetzung einmalig und kann mit ihren individuellen Wirkungsweisen zu einem gesunden Lebensstil beitragen. Zudem ist es wissenschaftlich belegt, dass sich Stress beim längeren Baden im Heilwaser erheblich abgebaut werden kann. Heilquellen kommen bei der Inhalation am Gradierwerk oder in den Kneippbecken zur Anwendung. Beim Brunnenausschank in der Wandelhalle schenken Brunnenfrauen die vier trinkbaren Heilwässer aus und beraten die Gäste zu den Anwendungsmöglichkeiten und Indikationen der Heilquellen. Wer sich für die Angebote zu den Themen gesunder Lebensstil und mentale Gesundheit interessiert, kann sich vor oder während des Besuchs von den Gesundheitslotsen Bad Kissingens umfassend und kostenlos beraten lassen. Die geschulten Experten arbeiten eng mit den örtlichen medizinischen Fachkräften und Einrichtungen zusammen. Brunnenausschank täglich von 7.00 bis 9.009 Uhr sowie werktags zusätzlich von 16.oo bis 18.oo Uhr.

Entdecke die Zeit – in Bad Kissingen

Im Herzen Deutschlands zwischen Frankfurt, Leipzig und Nürnberg gelegen, steht im Bayerischen Staatsbad Bad Kissingen der moderne Mensch mit seinem Bedürfnis nach Erholung und Entspannung im Mittelpunkt. „Zeit“ ist im bekanntesten Kurort Deutschlands zentrales Leitmotiv und überall zu spüren – in der eindrucksvollen Geschichte und Architektur, in den Gärten und Grünanlagen im Wechsel der Jahreszeiten, im ewigen Sprudeln der heilenden Quellen sowie den abwechslungsreichen saisonalen Festen und Veranstaltungen. In Bad Kissingen verbindet sich altbewährte Bäderkultur mit Wellnessprogrammen auf höchstem Niveau, historisches Ambiente trifft auch zeitgemäße Kultur- und Tourismusangebote.

Hinkommen: mit dem Auto: über die A 6 Heilbronn-A 7 Richtung Würzburg-Kassel bis Ausfahrt Hammelburg; von dort in ca. zehn Minuten bis Bad Kissingen
Mit der Bahn: Von den ICE Bahnhöfen Würzburg und Fulda gelangen Sie mit Regionalzügen über Schweinfurt oder Gemünden nach Bad Kissingen. Ab Fulda Hauptbahnhof besteht die Möglichkeit, mit der Expresslinie (Bus) direkt nach Bad Kissingen und wieder zurück zu gelangen. Der Bus fährt von Montag bis Freitag mehrmals täglich sowie Samstags und Sonntags jeweils einmal am Tag.
Infos: Bayer. Staatsbad Bad Kissingen, Tourist Information Arkadenbau, direkt im Kurgarten, Im Luitpoldpark 1, 97688 Bad Kissingen; Tel. 0971 8048 444; www.badkissingen.de

Zusatz – wenn noch Platz zur Verfügung: Gesundheitslotsin und Brunnenfrau Sabine Schmidt stellt sich und ihre Aufgaben vor
Sabine Schmidt ist Gesundheitslotsin und Brunnenfrau im Bayerischen Staatsbad Bad Kissingen. Zu ihren Aufgaben gehören Beratungsgespräche mit Gästen vor- und während des Aufenthalts, um diesen das gesundheitliche Gesamtangebot aufzuzeigen und entsprechende Angebote vorzuschlagen. Aber was genau macht eine Gesundheitslotsin? „Zu meinen Aufgaben gehören unter anderem Beratungsgespräche mit Gästen, bei denen ich auf ihre persönlichen Bedürfnisse eingehe und entsprechend ihren Anliegen verschiedene Gesundheitsdienstleistungen aufzeige“, sagt Sabine Schmidt. „Mein Ziel ist es, die Heilquellen wieder stärker in den Focus und in das Bewusstsein der Gäste und Einwohner zu bringen“; das Angebot des Heilwasserausschanks mit der Beratung der Brunnenfrauen ist ein von den Gästen geschätztes Angebot“, so Schmidt im Gespräch. Aktuell ist im Gesundheitstourismus der Trend zu natürlichen Heilmitteln zu beobachten, auf den Bad Kissingen mit den Heilquellen und der Tradition des Heilwasserausschanks gut reagieren kann“, so Sabine Schmidt abschließend.