Die Förderung benachteiligter Jugendlicher in Deutschland ist in den Augen des Lions Clubs Speyer gerechtfertigt. Der Serviceclub hat es sich aber zur Aufgabe gemacht, den Blick auch auf eine Personengruppe zu lenken, die durch ihre herausragenden Leistungen eine hoffnungsvolle Zukunft vor sich haben. Zum mittlerweile 20. Mal wurde gestern daher der Friedrich-Magnus-Schwerd-Preis am Standort des Studienseminars vergeben.

Hauptkriterium bei der Entscheidungsfindung sind nach Aussage des Koordinators Dr. Günter Kirchberg die schulischen Leistungen der Schülerinnen und Schüler, die von ihren Einrichtungen vorgeschlagen werden. Hinzu kommt allerdings ebenso das soziale Engagement inner- und außerhalb der Schule sowie das Auftreten bei einem persönlichen Gespräch.

Durchs Raster fiel keiner der Bewerberinnen und Bewerber. Nur jeweils einen Platz für die jeweiligen Preisgelder zu vergeben, war der Jury diesmal unmöglich. „Alle sechs haben die Auszeichnung verdient“, stellte Kirchberg heraus und wies darauf hin, dass die Leistungen aller „beeindruckend nah beieinander“ lagen.

Eine große Freude sei es zu sehen, dass es leistungsbereite junge Menschen gebe, die die Schule nicht als notwendiges Übel, sondern als Herausforderung und Chance begreifen. „Der Preis soll gleichzeitig eine Aufforderung sein, weiterhin besondere Leistungen zu zeigen und zur Gestaltung der Zukunft beizutragen“, machte Kirchberg deutlich und fügte mit Nachdruck an: „Sie sind die Hoffnung.“

Eingestellt hat es sich mittlerweile, dass nicht nur Jugendliche auf dem ersten Bildungsweg zu den Empfängern des Schwerpreises zählen. So ging der mit 500 Euro dotierte erste Preis diesmal an Gramoz Pepaj (25), der sich nach einer Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger dazu entschlossen hat, doch noch das Abitur am Pfalz-Kolleg in Speyer abzulegen, um dann eine akademische Laufbahn anzugehen. Beruflich und persönlich weiterentwickeln möchte sich Pepaj, hat er den Vertretern des Lions Clubs berichtet.

Auch Katharina Egenbauer (25), die den dritten Preis (300 Euro) erhielt, ging nicht den geraden Weg. Sie absolvierte eine Ausbildung als Modedesignerin und ist zurzeit in der Endphase einer weiteren Ausbildung zur Maßschneiderin an der berufsbildenden Johann-Joachim-Becher-Schule. Die zweiten Preise, ausgewiesen mit je 400 Euro, wurden an Mario Feinhauer (Gymnasium am Kaiserdom), Anna Kaspar (Nikolaus-von-Weis-Gymnasium) und Peter Rudolph (Hans-Purrmann-Gymnasium) verliehen. Einen Förderpreis von 200 Euro nahm Aleyna Akta (Edith-Stein-Gymnasium) entgegen.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat der Lions Club Speyer über 36.000 Euro für den Schwerdpreis ausgeschüttet, so Kirchberg. Erinnert werden soll damit an einen großen und begabten Sohn der Stadt Speyer, Friedrich Magnus Schwerd.

-mus