Dass Kirche, wenn sie einmal anders aufgezogen wird, Jung und Alt anzieht, zeigte die vergangene Woche, als die Gedächtniskirche mit ihrer Gemeindediakonin Anja Bein zu einer „Sommerkirche“ einlud. Mit ihrem Programm zog sie von 7 Uhr morgens bis 23 Uhr abends nicht nur die Kleinen, sondern auch viele Erwachsene an, die sehen wollten, was in der „Sommerkirche“ anders ist.

Sommer war freilich die ganze Woche und natürlich haben die heißen Tage auch in die kühle Kirche gelockt, aber das was man darin erlebte, regte auch zum Nachdenken an. Die Vormittage waren den Schulen vorbehalten. So kamen zum Schulgottesdienst immerhin ca. 400 Kinder in die Kirche und belebten das altehrwürdige Gemäuer mit fröhlichem Lachen, zeigten aber auch ernstere Mienen, als der Gottesdienst anfing. Kurz auf einen Blick kamen dann über Tag auch Erwachsene und blieben länger in der Kirche, als sie eigentlich vorhatten. Für ein Gespräch war immer Zeit. Und es gab vieles zu entdecken bei einer offenen kirchenpädagogischen Führung, bis hin zu einem Workshop, in dem man Deo, Waschmittel oder ähnliches selbst herstellen konnte. Eine Bibelnacht mit Anja Bein, ein Hineinschnuppern in die Pfadfindergemeinschaft „Die Wölflinge“ wie ein aufgezeigter Lebensweg der „Hildegard von Bingen“ vom verträumten Mädchen bis zur selbstbewussten Frau. Und dass der Trommelworkshop vom 4-Jährigen bis zum 80-Jährigen einer der Höhepunkte war, versteht sich von selbst. Man kann nur sagen „Wiederholung,“ auch wenn dies frühestens in zwei Jahren so sein wird, sofern das Presbyterium zustimmt. Im kommenden Jahr wird wieder ein Pfarrfest gefeiert, und danach kommen ja auch noch viele Sommer. hgw