Im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe der SPD Speyer-Nord „Die SPD Speyer-Nord im Gedankenaustausch mit………“ hatte sich Ortsvereinsvorsitzender Winfried Müller das SPD-Mitglied Walter Hennig ausgeschaut. Die Frage nach dem „Warum“ ist einfach beantwortet. Walter Hennig ist im August dieses Jahres 90 Jahre alt geworden und in die SPD eingetreten. Ortsvereinsvorsitzender Müller begrüßte den Ruheständler in seinem Ortsverein Speyer-Nord und wertete den Parteieintritt als ein Signal an die gesamte SPD.

 

Zu Beginn des Austauschs berichtete Genosse Hennig, dass er als Kind einer Arbeiterfamilie sein ganzes Leben hindurch SPD gewählt hat. Allerdings wollte er während seines beruflichen Werdegangs im Kirchendienst politisch neutral bleiben; einen letzten Anstoß zum Parteieintritt gab sein Sohn Klaus, der stellvertretender Ortsvereinsvorsitzender in Stuttgart-Süd ist und bei dem Gedankenaustausch gleichfalls anwesend war. Ein weiteres Momentum, das den Parteieintritt beflügelt hat, war die Teilnahme von Walter Hennig an der Regionalkonferenz zum SPD-Parteivorsitz in Nieder-Olm. Dort traf er den aktuellen Finanzminister Olaf Scholz und freute sich über die Gelegenheit zu einem kurzen persönlichen Gedankenaustausch.

Walter Hennig berichtete, dass er das Älteste von fünf Kindern in der Familie Hennig gewesen ist. Als Mitglied einer einfachen Arbeiterfamilie arbeitete er anfangs beim Bauern auf dem Feld. Über den zweiten Bildungsweg wurde er Pfarrer und trat in den Kirchendienst ein. Walter Hennig begründet dies mit den Worten: „Ich habe mich als Christ gefühlt und wollte das leben.“

Im Jahre 1968 führte Hennig sein beruflicher Weg nach Landau und er wurde in die pfälzische Landeskirche übernommen mit dem Arbeitsschwerpunkt Kirche und Dritte Welt.

Walter Hennig hat drei Kinder und beklagte im letzten Jahr den Verlust seiner Ehefrau Lieselotte. Aufgrund deren gesundheitlicher Probleme zog das Ehepaar in eine seniorengerechte Wohneinrichtung in Speyer. Dort pflegt er auch heute noch einen engen Kontakt zu den Speyerer Diakonissen und seiner Kirchengemeinde.

Die Genossinnen und Genossen wollten natürlich auch wissen, wie ein solch lebenserfahrener Mensch die aktuelle Lage der SPD bewertet und was er ihr aufgrund des starken Rückgangs des Wählerzuspruchs rät. Für Walter Hennig ist ein Verbleiben der SPD in der großen Koalition eine Verpflichtung und er vertritt die Auffassung, dass die Sozialdemokratische Partei Deutschlands in dieser Koalition ihren Stimmenanteil geltend machen muss. Ein Problem stellt in diesem Zusammenhang für ihn dar, dass die Erfolge der SPD in der großen Koalition nicht genügend kommuniziert. Das ständige Infragestellen der Groko hat seiner Meinung nach der SPD nicht wirklich geholfen. Viele potentielle SPD-Wähler habe das zumindest verunsichert. Ausdrücklich befürwortet hat Walter Hennig das aktuelle Wahlverfahren zur Findung eines neuen Parteivorsitzes. Er hält es für richtig, diese Entscheidung auf eine breite Mitgliederbasis zu stellen. Für ihn persönlich sei es eine große Hilfe gewesen, dass sich die Kandidaten/innen in Nieder-Olm präsentiert haben. Für ihn stelle dies einen urdemokratischen Vorgang dar. Somit teilt er auch nicht die Meinung derjenigen, die das Wahlverfahren zur Findung eines Parteivorsitzes als Schwäche der SPD auslegen. Vielmehr hat er registriert, dass gerade andere Parteien einen gewiesen Neid im Hinblick auf diesen urdemokratischen Vorgang entwickelt haben und es der SPD nachahmen wollen.

Nach dem nahezu 2-stündigen Gedankenaustausch bedankte sich Ortsvereinsvorsitzender Winfried Müller bei seinem Parteigenossen und dessen Sohn und wünschte ihm bei hoffentlich bester Gesundheit noch ein langes Leben. Den Genossen/innen gab Walter Hennig noch einen letzten Rat: „Immer einen langen Atem haben.“

 

verfasst von

Winfried Müller
Ortsvereinsvorsitzender der SPD Speyer-Nord