Gemeinsam mit der Gewerkschaft lud der Arbeitskreis „Dialog Zukunft Speyer“ Betriebsräte und Interessierte zu einem Diskussionsnachmittag in die Stadtwerke Speyer ein. In zwei Impulsvorträgen legten Prof. Hajo Weber vom imo-Institut in Mainz und Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, die Grundlagen für den Wandel von Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft, die anschließend zu einer ausführlichen Diskussion führten. Zuvor zeigte der Vorsitzende der Stadtwerke Speyer, Wolfgang Bühring, wie sich die Werke, eine hundertprozentige Tochter der Stadt Speyer, diesem Wandel der Arbeitswelt in langsamen Schritten annähert.


Prof. Weber zeigte auf, wie Technologien Produkte und damit Einkommen schaffen und wie der Kampf um die Technologievorherrschaft zwischen USA und China ausgetragen wird. In diesem Technologiekampf hat Deutschland viele Defizite, z.B. bei Computern, Software oder mobiler Kommunikation. Technische Konzerne beherrschen die Kommunikation. In Zukunft werden auch Stichworte wie „Smart-Factory“, „Home Office“ usw. eine bedeutende Rolle spielen. Der Wandel führt zur digitalen Revolution, genannt seien hier nur die Begriffe Digitalisierung: Übersetzung in Zahlenwerte und Codierung. Algorithmen werden die Programmierung von Verfahren berechnen und die künstliche Intelligenz vorgeben. Der Wandel der Technologie wird die Wirtschaft verändern; hier lauten die Schlagworte Vernetzung und Datafizierung transformierter Branchen, lernende Algorithmen und autonome Systeme. All dies wird auch die Gesellschaft in den nächsten 25-30 Jahren verändern. „Alles zu Geld“; „alles für die Kontrolle“. Die in der Industrie heute bestehenden Strukturen werden im Zuge der Transformation weitgehend aufgelöst. Neue Beschäftigung entsteht primär im Bereich Daten und digital Services.
Hans-Jürgen Urban  forderte eine aktive Sozial- und Wirtschaftspolitik, hier sind vor allem Dingen auch die Gewerkschaften gefragt. Er sprach sich gegen das bedingungslose Grundeinkommens aus, das Nachteile mit sich bringen würde, so unter anderem auch das Sinken der Stundenlöhne in vielen Bereichen der Wirtschaft. Letztendlich befürwortete auch er die Ausweitung des staatlichen Sozialbudgets, aber die notwendigen Mittel müssten hier „effektiv und solidarisch erbracht werden“. „In dieser Periode  des Umbruchs schlägt die Stunde der Verteilungsgerechtigkeit“, sagte er. Hier heißt es für die Entscheidungsträger sich ihrer Verantwortung zu stellen. Die anschließende Diskussion zeigte, dass der Wandel kommen wird, aber der Weg dorthin noch sehr steinig und für manchen auch schwer verständlich sein wird.

hgw