Anzeige

BECHER UND DIE GEGENWART

VIDEOS

URLAUB UND FREIZEIT

MENSCHEN

LESERBRIEFE

MEIST GELESENE ARTIKEL

NATUR UND UMWELT

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

MODE UND LIFESTILE

SOCIAL-BOOKMARKING

Hinzufügen zu: Facebook Hinzufügen zu: Mr. Wong Hinzufügen zu: Webnews Hinzufügen zu: Windows Live Hinzufügen zu: Favoriten.de Hinzufügen zu: Linksilo Hinzufügen zu: Readster Hinzufügen zu: Linkarena Hinzufügen zu: Del.icoi.us Information

Anzeige GBS

Thema Klimaschutz: Keinen Energiewandel "mit gezogener Handbremse" - "Industrie, Verbände und die Bundesregierung verschlafen die Zukunft" - Hans-Joachim Ritter im Gespräch
Drucken
NATUR UND UMWELT | NATUR UND UMWELT
Montag, den 20. November 2017 um 00:04 Uhr
Gerade ist in Bonn die Welt-Klimakonferenz zu Ende gegangen. Da fast alle Menschen die rasante Veränderung des Weltklimas am eigenen Leib erfahren, beispielsweise durch im Durchschnitt immer wärmere Sommer mit Hitzerekorden oder der Zuwanderung von Pflanzen und Tieren aus südlicheren Gefilden, betrifft dieses Thema alle Menschen. speyer-aktuell hat Hans-Joachim Ritter, dem Vorsitzenden der renommierten "Stiftung für Ökologie und Demokratie", einige Fragen zu dem wichtigen Thema "Klimaschutz gestellt, das bei den "Jamaika"-Verhandlungen in Berlin ebenfalls zentralen Stellenwert hat:

speyer-aktuell: Herr Ritter, wie werten Sie die Ergebnisse der Klimaschutzkonferenz in Bonn?
Hans-Joachim Ritter: Wir wissen alle, dass es äußerst schwierig ist, bei sollen Konferenzen, die sich aus so vielen Ländern zusammensetzen, tragfähige Beschlüsse zu fassen. Dennoch scheint dies hinsichtlich der Bewertung von CO2-Einträgen und bei der Finanzierung von Maßnahmen durch die Industrieländern gelungen zu sein. Wie immer wird es sich erst im Nachhinein herausstellen, ob die in Bonn getroffenen Beschlüsse auch von allen Zeichner-Staaten tatsächlich als verbindlich betrachtet werden.
 
speyer-aktuell: Wie sehen Sie die Rolle Deutschlands dort?
Hans-Joachim Ritter: Leider hat die deutsche Bundeskanzlerin wohl mit Rücksicht auf die Jamaika-Sondierungen in Berlin keine konkrete Kohle-Ausstiegs-Perspektive genannt. Insofern hat unsere "Klimakanzlerin" leider ihrem positivem Ruf in Bonn keine Ehre gemacht. Doch die Welt schaut trotz allem auf Deutschland. Wir werden immer noch von vielen Ländern als Musterknabe betrachtet. Deshalb wäre ein klares Signal von Bundeskanzlerin Angela Merkel gut gewesen.
 
speyer-aktuell: Macht es Ihnen Hoffnung, dass die inoffizielle US-Delegation nicht nur für 20 US-Bundesstaaten spricht sondern auch für 1.200 Unternehmen, die bei erneuerbaren Energien ein zukunftsträchtiges Geschäftsfeld sehen?
Hans-Joachim Ritter: Es macht in der Tat Hoffnung, dass sich 20 US-Staaten und 1.200 amerikanische Unternehmen ganz klar zugunsten des Klimaschutzes geoutet haben, nachdem die offizielle Politik von Trump die Rolle rückwärts in Sachen Klimaschutz eingeleitet hat.
 
speyer-aktuell: Drei der vier Parteien, die in Berlin über eine Koalition reden behaupten, Klimaschutz koste Arbeitsplätze, beispielsweise beim Abschalten der Kohlekraftwerke. Teilen Sie diese Auffassung?
Hans-Joachim Ritter: Natürlich bedeutet eine konsequente Klimaschutzpolitik auch, dass in bestimmten Sektoren wie der Braunkohle- oder Steinkohlenindustrie Arbeitsplätze abgebaut werden, doch dafür entstehen neue Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbaren Energien. Heute schon sind durch Produktion, Installation und Betrieb von Solar- und Windkraftanlagen, bei Biomasse und Wasserkraft bereits mehr Arbeitsplätze entstanden wie derzeit noch bei fossilen Energien vorhanden sind. Etwa 330.000 Arbeitsplätze wurden bereits 2015 im Bereich der Erneuerbaren Energien registriert. Etwa 100.000 Arbeitsplätze, davon zirka 30.000 direkt und zirka 70.000 indirekt gibt es in Deutschland derzeit noch im Kohlebereich.
Wichtig wäre allerdings, wenn ein guter Übergang von Kohle zu den Erneuerbaren Energien gelingen soll, dass die Bundesregierung den Einsatz von Sonne, Wind, Biomasse und Wasserkraft durch verlässliche Rahmenbedingungen unterstützt und nicht "mit gezogener Handbremse" fährt.
 
speyer-aktuell: Verspielt die Deutsch Industrie durch festhalten an Auslauf-Technologien beispielsweise im Automobilbau die wirtschaftliche Zukunft des Landes?
Hans-Joachim Ritter: Auch beim Thema "Auto" scheint die deutsche Automobilindustrie  den internationalen Anschluss zu verlieren. Andere Länder sind in Sachen E-Mobilität bereits viel weiter. Doch das starre Festhalten an Benzin- oder Dieselfahrzeugen wird in nicht allzu langer Zeit dazu führen, dass viele Arbeitsplätze in Deutschland beim Industriezweig Nummer 1, der Automobilbranche, wegen internationaler Konkurrenz abgebaut werden müssen. So verschlafen Industrie, Verbände und die Bundesregierung die Zukunft.

Herr Ritter, wir danken Ihnen für ihre deutlichen Worte zum Thema Klimaschutz.
Die Fragen stellte Klaus Stein. (Fotomontage: ks)

Info: www.stiftung-oekologie-u-demokratie.de

 

Kommentare können erst nach einer Anmeldung auf unserer Seite abgegeben werden.
Neue Einträge werden erst nach Freischaltung sichtbar.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite.