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Satanismus, Dämonenkult, Gewaltverherrlichung und Nationalsozialismus - Black-Metal-Festival "Sinister Howling" in Halle 101 unter heftiger Kritik
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SPEYER | Speyer heute
Montag, den 05. September 2016 um 19:20 Uhr
Von Klaus Stein
Was ist Kunst? Wie weit kann Kunst gehen? gibt es Grenzen der küstlerischen Freiheit und wo liegen die Grenzen von Humor? Wie politisch müssen Festivals sein? Diese Fragen treiben die Menschen um angesichts terroristischer Annschläge auf Karikaruristen oder der Bedrohung von Satirikern. In Speyer kommt zu dieser Diskussion noch eine weitere Komponente hinzu: Dürfen im Rahmen eines Musikfestivals Bands auftreten, die den Satanismus und die Gewalt verherrlichen? Soll man Musikern in einer mit öffentlichen Mittel geförderten Spielstätte wie der Halle 101 eine Plattform geben, die nahe am Rechstextremismus sind? Der Rockmusikerverein meint ja.

In einer aktuellen Stellungnahme schreiben die Verantwortlichen: "Künstler provozieren, rebellieren, ecken an und das schon seit Jahrhunderten. Wir machen in den Stilrichtungen die uns als Mietanfragen für die Halle101 erreichen auch keinen Unterschied, zwischen Rock-, Pop-, Schlager-, Metal- oder Punkfestival, solange sich die Veranstaltungen im rechtlichen Rahmen bewegen, die in der Bundesrepublik Deutschland erlaubt sind."
Diese Sichtweise scheint mir zumindest blauäugig zu sein. Zwar ist die künstlerische Freiheit in der Verfassung weit gefasst: "Kunstfreiheit ist das Recht, sich künstlerisch frei zu betätigen und seine Kunstwerke der Öffentlichkeit vorzustellen; ist als Grundrecht in Art. 5 Abs. 3 CG gewährleistet." Was ist denn Kunst eigentlich? "Kunst ist die schöpferische Tätigkeit der Natur im Menschen. Sie entspringt einem Grundtrieb des Menschen und ist seit Urzeiten eines seiner wichtigsten Ausdrucksmittel",  so eine Interpretation im Internet. 
Der Philosoph Theodor W. Adorno sagte dazu: "Kunst ist Magie, befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein." Ähnlich drückte es der Maler Pablo Picasso aus: "Wir alle wissen, daß Kunst nicht die Wahrheit ist. Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit  begreifen lehrt, wenigstens die Wahrheit, die wir als Menschen begreifen können" und für Friedrich von Schiller ist Kunst eine Tochter der Freiheit.
Losgetreten wurde die Diskussion über eine Veranstaltung mit dem Namen "Sinister Howling" am 19. November 2016 in der Halle 101. Veranstalter ist die Konzertagentur "Drohende Schatten" in der Person von Jonas Schork. Die Bands kommen aus dem Bereich "Black Metal", einem Teilbereich der "Metal-Szene". Angeblich seien anonyme E-Mails an den Rockmusikerverein, die Stadtverwaltung, die Polizei und die Zeitung "Die Rheinpfalz" gesandt worden. Die Zeitung befasste sich auch in einem Artikel im lokalen Kulturteil mit den Vorwürfen. Im Artikel stellte der Veranstalter Schork die E-Mails als Versuch dar, seine Veranstaltung zu diskreditieren.
Jetzt meldete sich einer weitere anonyme Gruppe "Kein Nazimetal in Speyer" zu Wort, verschicke Rechercergebnisse. In der Kritik steht vor allem die französische Band "Peste Noir", die auf den Plaketen als  einer der Hauptacts angekündigt wird und deren erster Deutschlandauftritt es überhaupt sei. "Der erste Verweis auf die Weltanschauung von "Peste Noir" findet sich schon in ihrem Bandlogo: Der Totenkopf im Logo über dem das Kürzel K.P.N.(Kommando Peste Noire) steht, wurde ursprünglich von der amerikanischen faschistischen Gruppe White Aryan Resitance, abgekürzt "W.A.R", verwendet. Die Gruppe vertritt die Auffassung eines führerlosen rassistischen Widerstandes und ist der Überzeugung, dass ein Krieg der Arier gegen Nichtarier kommen muss." Tatsächlich schein ein mitgesandtes Foto diese Behauptung zu bestätigen.
Im Mittelpunkt der Kritik steht Peste Noir-Sänger "La Sale Famine de Valfunde" aus Avignon, der unzählige weitere Künstlernamen verwende. Er trage auf Bildern ein Bandshirt der ukrainischen "NSBM-Band M8L8TH", das eine Wolfsangel, umrahmt von der Zahl 88 zeige, besonders gern. Die Zahl 88 ist innerhalb der rechten Szene ein Code für "Heil Hitler", die Acht steht hier für das H als achten Buchstaben im Alphabet.
Tatsächlich gibt es in der Black-Metal-Szene eine Unterstömung "National Socialist Black Metal (NSBM)". Die ideologische Grundlage des NSBM ist meist der Neopaganismus (eine neuheidnische, antichristliche Bewegung) in einer neonazistischen, rassistischen und antisemitischen Auslegung und Deutung, während sich der traditionelle Black Metal über den Satanismus definiert.
Auch führende Nationalsozialisten wie beispielsweise der SS-Führer Heinrich Himmler sollen Anhänder des Neopaganismus gewesen sein, huldigten einem obskuren Germanenkult. Himmler war der Hauptverantwortliche für die systematische Vernichtung von über sechs Millionen Juden.
Angesichts dieser Fakten ist die Behauptung von Konzertveranstalter Schork, "National" beziehe sich beim Peste-Noir-Sänger Famine nicht auf eine politische Deutung sondern "auf eine starke Naturverbundenheit mit seiner Heimat", schon seltsam verharmlosendend. Es geht da eher um Hass auf das Anders sein, denn Hass ist in den Liedtexten von Black-Metal-Bands ein häufiger Bestandteil, tritt außerdem als allgemeine Misanthropie und Lebensfeindlichkeit in Erscheinung. Teilweise steigert sich dies dazu, jedem Leben den Wert abzuerkennen - auch dem eigenen. 
Ein wichtiges Charakteristikum ist ein gewisser Elitarismus, da man sich als der allgemeinen Masse überlegen ansieht. Da ist der Weg zum Herrenmenschen und zur Herrenrasse nicht mehr weit.
"Peste Noire und vor allem der Sänger Famine liefern mit ihrer Musik den Soundtrack zu den Mordtaten ukrainischer Faschisten, teilen die Ansichten der "Misanthropic Division", unterstützen das Regiment Asow und stehen klar zu ihrem Antisemitismus", so die Vorwürfe der Gruppe "Kein Nazimetal".
Neben "Peste Noir" steht auch die Finnische Band "Behexen" in der Kritik. "Die Band selbst bezeichnet den eigenen Stil als "True Satanic Black Metal". Dementsprechend behandeln die Texte der Band größtenteils Satanismus, die Figur des Teufels und Lobpreisungen auf diesen", heißt es in "Wikipedia". Gewaltverherrlichung ist Bestandteil der Texte von "Behexen".
Lassen wir noch einmal des Rockmusikerverein zu Wort kommen: "Wir machen in den Stilrichtungen die uns als Mietanfragen für die Halle101 erreichen auch keinen Unterschied zwischen Rock-, Pop-, Schlager-, Metal- oder Punkfestival, solange sich die Veranstaltungen im rechtlichen Rahmen bewegen, die in der Bundesrepublik Deutschland erlaubt sind.
Deswegen stehen wir als unpolitischer Verein auch mit dem öffentlichen Recht in engem Kontakt - der Polizei und dem Ordnungsamt Speyer. 
Solange wir von diesen öffentlich-rechtlichen Stellen keine Bestätigung der Vorwürfe bekommen, wird die Veranstaltung, wie bereits in den Vorjahren, völlig friedlich, geplant am 19. November 2016, in der Halle101 stattfinden."

 

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