Bei der außerplanmäßigen Stadtratssitzung am 20. Mai ließen die Vertreter der Betreibergesellschaft FSL (vertreten durch FSL-Geschäftsführer Roland Kern) wissen, dass eine gewünschte Schließung des Verkehrslandeplatzes auf keinen Fall schnell möglich und zudem mit enormen Kosten verbunden sein wird.

Der Stadtrat und die zahlreich erschienenen interessierten Bürger ließen sich von den Fachleuten informieren, doch dürften viele die Sitzung, die sehr harmonisch verlief und von Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) gut moderiert wurde, kaum mit einem guten Gefühl verlassen haben. Denn die Gyrocopter sind keine Fluggeräte, sondern Flugsportgeräte und unterliegen deshalb nicht den Lärmschutzbestimmungen für Flugzeuge. Die FSL hält 12,6% über die Verkehrsbetriebe Speyer und die FSG (Speyer Grundstücksverwaltung) 50% der Anteile. Der Rest ist in Privatbesitz. Wie der Geschäftsführer der FSG. Bernd Reif, ausführte, wurden 17 Millionen investiert und 50 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Immer wieder wurde betont, dass der Speyerer Flugplatz aus der Dreierkombination Worms-Mannheim-Speyer nicht wegzudenken sei, es aber keine Überlegungen gebe, diesen Fluglandeplatz zu einem Passagierflughafen auszubauen. Auch das häufig gehörte Argument des insbesondere durch die BASF verursachten Fluglärms außerhalb der Öffnungszeiten könne so nicht stehen bleiben. Die BASF sei zwar ein guter Kunde, stehe aber nicht an erster Stelle. Diskutiert wurde auch der Bericht des Rechnungshofes. Die Fragen darin beträfen aber nicht die FSL, sondern das Land, sagte Jürgen Vogel, Aufsichtsratsvorsitzender der FSL. Alle Gutachten, so Vogel weiter, bescheinigten der FSL korrektes Handeln. Vogel konnte auch verkünden, dass das Defizit des Speyerer Flugplatzes sich 2018 mit 361.855 € weiter verringert habe und man mit verschiedenen Maßnahmen die schwarze Null anstrebe. Problematisch bleiben sicherlich die Gyrocopter, die einen empfindlichen Lärm verursachen. Die FSL hat hier zusammen mit dem verantwortlichen Luftamt Rheinland-Pfalz eine Platzrunde (standardisiertes An- und Abflugverfahren) ausgearbeitet, durch die kaum noch bewohnte Gebiete überflogen werden und damit auch dem Lärmschutzbedürfnis der Bevölkerung entsprochen wird. Gyrocopter werden in Speyer nicht vermietet und ein Antrag auf die Ansiedlung solcher Flugschulen sei bisher nicht gestellt worden, war zu erfahren.

Eine sachliche Information war diese Sitzung sicherlich. Doch erst nach den Kommunalwahlen werde dem neuen Stadtrat der bis heute nicht fertiggestellte Prüfauftrag zum Thema Flugplatz vorgelegt, so Stefanie Seiler. Man wird also weiter diskutieren und sehen, zu welchem Ende das führt. Ein ausführliches Interview mit dem Geschäftsführer der FSL, Roland Kern, bringen wir im Juni 2019.